Reportage: Manufakturen Reportage: Manufakturen

Reportage: Manufakturen

Bikes und Teile "Made in Germany"

Henri Lesewitz am 04.03.2013

Henri Lesewitz besuchte Manufakturen in ganz Deutschland und stellte fest, dass das Gütesiegel „Made in Germany“ ein echtes Revival erlebt. Eine Reportage voller Leidenschaft, edlem Metall und Carbon.

Das Netz an Fahrrad-Manufakturen ist großmaschig geworden in Deutschland. Die Zahl der Handmade-Schmieden hat abgenommen, doch die Nachfrage scheint größer denn je. Bei Alutech in Ascheffel, so hört man, glühen die Schweißnadeln von früh bis spät. Bei Pinion in der Nähe von Stuttgart läuft die Fertigung des neuen, cleveren Schaltgetriebes auf Hochtouren. Wer bei Rahmenbau-Künstler Florian Wiesmann anruft, bekommt nur eine Bandansage mit den aktuellen Wartezeiten zu hören. Ein Jahr, so die Auskunft, müsse man sich gedulden.

Noch ausgeprägter scheint die Luxuslust im Zubehör-Segment.

Doch was treibt Hobby-Biker eigentlich an, absurde Summen zu investieren, nur um mit einem handgefertigten Leichtbau-Teil ein paar Gramm Gewicht einzusparen? Wer kauft Teile, die so teuer sind, dass sie in Gold aufgewogen werden könnten? Rationale Erklärungsversuche reichen dafür letztendlich nicht aus.

Dabei ist die Antwort einfach. Der Kauf von Luxus-Teilen als Kulmination brodelnder Bike-Leidenschaft. Ein sinnliches Großereignis. Auf einer Stufe mit Saunieren, womöglich gar mit Petting. Knisternde Objekterotik, die ihren Ursprung in der absoluten Hingabe zum Hobby hat. Das aufreizend gewölbte Carbon. Das keck gefärbte Alu. Der raffinierte Schwung der Fräsung. Formen und Farben als Pulsbeschleuniger. Es sind keine Teile, die man zum Fahren braucht. Es sind die Teile, die einen in Fahrt bringen. Man könnte auch sagen: Liebe frisst Geiz.

Besucht man Manufakturen, bekommt man den Eindruck, ein Mountainbike wäre eine einzige Problemzone. Mit fetischistischer Hingabe wird gegen Grammgeschwüre und optische Öden angekämpft, als wären es eklige Eiterbatzen. Sattelklemmen, Schnellspanner, ja selbst allerkleinste Schräubchen – alles lässt sich scheinbar optimieren.

Am Beispiel der fünf Edel-Betriebe Nicolai, AX Lightness, Bike Ahead Composites, Tune und Brake Force One erläutert er, warum Biker sich gegen den Mainstream entscheiden. Mit ein Grund: Diese Manufakturen bieten auch im Jahr 2013 noch echtes "Made in Germany".

Das PDF der gesamten Reportage aus BIKE 4/2013 können Sie auch im Download-Bereich am Ende dieses Artikels kostenlos herunterladen.

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Henri Lesewitz am 04.03.2013
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