Mountainbike-Tour in Deutschland: Thüringer Wald Mountainbike-Tour in Deutschland: Thüringer Wald

Mountainbike-Tour Thüringer Wald

Thüringer Wald: Reise-Informationen

Henri Lesewitz am 20.03.2017

Infos Thüringer Wald

Das Revier: Der Thüringer Wald ist ein kammartiges Mittelgebirge, das sich zirka 150 Kilometer lang durch Thüringen zieht. Ein hochverdichtetes Ensemble aus kleinen und größeren Gipfeln, dessen höchster Punkt der 982 Meter hohe Große Beerberg markiert. Die touristischen Hotspots, ob nun Bad Blankenburg oder auch die Gegend um den Hohenwarte-Stausee, sind infrastrukturell gut erschlossen. In vielen Ecken des Thüringer Waldes aber fühlt man sich herrlich abgeschnitten vom Trubel. Wie in einer Parallelwelt. Toll für ungestörtes Biken.

Mini-Abenteuer: Man muss nicht in exotische Gebirgsgegenden reisen, um das Gefühl von Abenteuer und Freiheit zu erleben. Einfach losfahren und unter freiem Himmel übernachten – das kann man sogar nach Feierabend. Und von der Haustür aus sowieso. "Bikepacking" nennt sich die Lust am Draußensein, die weder Flugreisen, noch aufwändige Planung erfordert.

Mountainbike-Tour in Deutschland: Thüringer Wald

Kleines Gepäck: Eine Tasche wie diese reicht, um alles Nötige für einen Kurz-Trip zu verstauen. Die Seat Bag von Ortlieb zum Beispiel ist 100 Prozent wasserdicht, bietet 8 bis 16,5 Liter Stauraum und kostet 129 Euro. www.ortlieb.com

Die Tour: Die dreitägige Höhenmeterorgie durch den Thüringer Wald ist ein "Best of" der Lieblings-Touren von Thomas Taut. Die 120 Kilometer und 3400 Höhenmeter des ersten Tages dauerten trotz forschen Trittes knapp zehn Stunden. Viele Trails, rauer Untergrund und ein permanentes Auf und Ab hielten das Durchschnittstempo niedrig. In der Nähe von Schleiz war Start. Entlang des Hohenwarte-Stausees ging es in Richtung Bad Blankenburg und von dort in einer großen Schleife zurück. Der Rennsteig wurde dabei zweimal überquert. Übernachtet wurde an Rastplätzen im Wald. Verpflegung: Dorfläden, Kioske, Bäckereien. Gesamt: ca. 247 Kilometer und 6400 Höhenmeter. Die Rückfahrt zum Ausgangspunkt erfolgte per Regionalbahn.

Ausrüstung: Iso-Matte, Schlafsack, Wechselsachen, das reicht. Um den Rücken zu schonen, empfiehlt sich eine Packtasche für Lenker oder Sattel. Wichtig: Beleuchtung für alle Fälle. Praktische Teile fürs Bikepacking: siehe Fotos.

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Gute Nacht! Bequeme Ultraleicht-Iso-Matte Neo Air Xlite von Therm-A-Rest, 149 Euro,
www.therm-a-rest.net; Daunenschlafsack Rotstein 450 DWN von Vaude mit winzigem Pack­maß, 380 Euro, www.vaude.com; Aufblaskopfkissen, ab zirka 10 Euro, Outdoor-Fachhandel. 

Schlafen: Der heikelste Punkt: Wo schläft man, wie kalt wird es nachts, zieht Regen auf? Eine Outdoor-Übernachtung ist theoretisch einfach. Man legt sich irgendwo hin, macht die Augen zu, fertig. Ob man dafür eine dicke, aufblasbare Iso-Matte braucht, oder sogar ein Kopfkissen, hängt vom persönlichen Komfortanspruch ab. Den einen perfekten Schlafsack gibt es übrigens auch nicht. Unbedingt vor Abfahrt den angegebenen "Komfortbereich" checken. Doch keine Panik. Wegen ein paar Übernachtungen im suburbanen Umfeld muss man sich kein teures Profi-Material zulegen. Wird es kälter, beim Schlafen etwas mehr anziehen. BIeibt es eher warm, eben den Reißverschluss aufzippen. Wer draußen schlafen will, muss aber noch ein paar weitere Dinge beachten: nie in sensiblen Naturbereichen. Am besten im Umfeld von Schutzhütten. Niemals Müll zurücklassen. Immer einen Havarie-Plan haben, falls plötzlich ein Unwetter heraufzieht. >> Die 8 goldenen Outdoor-Regeln für Mountainbiker <<

Tipp: der Rennsteig Wer den Thüringer Wald ohne GPS, Karten und Schlafsack erkunden möchte, dem sei der Rennsteig empfohlen. Der legendäre 170-Kilometer-Fernwanderweg ist perfekt ausgeschildert, seit ein paar Jahren auch für Biker. Ob man Trail fährt oder auf dem zumeist parallel dazu verlaufenden Schotterweg, kann man je nach Lust und Wandereraufkommen entscheiden. Wir empfehlen die Variante von Hörschel nach Blankenstein. Am besten in zwei Tagen und mit Übernachtung in beispielsweise Neustadt am Rennsteig. Marathon-Freunde schaffen die Strecke auch an einem Tag. Doch das ist Hardcore. Den zermürbenden Charakter der vielen steilen Kurzanstiege sollte man keinesfalls unterschätzen. Ach ja: nicht vergessen, in Hörschel den obligatorischen Glücksstein aus der Werra zu fischen, um ihn dann dem Brauch nach in Blankenburg in die Saale plumpsen zu lassen. Mehr Infos zum Biken am Rennsteig ...

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Henri Lesewitz am 20.03.2017
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