„Sky is the Limit“: Bulls-Fahrer Thomas Dietsch am Start

MTB-Rennen im Himalaya: „Die Höhe macht einen fertig“

  • Henri Lesewitz
 • Publiziert vor 6 Jahren

Das Starterfeld für das höchste Bike-Rennen der Welt füllt sich. Auch Marathon-Ass Thomas Dietsch hat sich für die Premiere des Sky is the Limit im Himalaja angemeldet. Wir haben mit ihm gesprochen.

Höher geht es nicht: Mit dem Sky is the Limit in der indischen Region Ladakh (6. bis 11. Juli 2015) bekommt die Ausdauer-Szene ein neues „höchstes Mountainbike-Rennen der Welt“. Bisher durfte sich das  Yak Attack in Nepal (BIKE berichtete)  mit diesem Superlativ schmücken. Dort ging es lauf dem legendären Annapurna-Trail über den 5415 Meter hohen Thorong La-Pass.

Das Yak Attack in Nepal galt bisher als höchstes Rennen der Welt. Das neue Rennen in Ladakh ist noch wolkennäher.

Das Rennen in Ladakh führt nun sogar bis auf 5602 Meter hinauf. In sechs Etappen geht es über drei Himalaja Pässe, die alle mehr als 5000 Meter hoch gelegen sind. Das finale Teilstück auf den Khardung La, den höchsten befahrbaren Pass der Welt, wird als 50 Kilometer langes Einzelzeitfahren ausgetragen. Die Starterliste füllt sich langsam und auch BIKE-Reporter Henri Lesewitz steht schon drauf.

„Voll auf Abenteuer konzentrieren“

Nun hat sich auch das französische Marathon-Ass Thomas Dietsch angemeldet. Dabei hatte Dietsch, der zu den erfolgreichsten Langstrecken-Bikern Europas zählt, erst vor wenigen Monaten seine Profi-Karriere offiziell beendet. BIKE hat mit ihm über seine geplante Teilnahme am Sky is the Limit gesprochen.


BIKE: Ist Dir im Ruhestand langweilig geworden?
Dietsch: Nein, gar nicht. Ich habe zwar meine Profi-Karriere beendet, bin aber weiterhin für das Bulls-Team tätig. Ich kümmere mich um die PR des Teams in Frankreich. Und natürlich fahre ich weiter Bike. Das macht mir ja schließlich nach wie vor riesigen Spaß. Jetzt, wo ich keinen Leistungsdruck und keine Rennverpflichtungen mehr habe, will ich mich voll auf Reisen und Abenteuer konzentrieren. 


Herausforderungen für Biker gibt es viele. Warum hast Du Dich ausgerechnet für das Sky is the Limit angemeldet?
Gianni, einer der Organisatoren, hat mich kontaktiert. Ich dachte sofort. Wow! Was für ein cooles Rennen und was für eine große Herausforderung. Mir war klar, dass ich das machen muss. Wo kann man schon mit dem Bike auf eine Höhe von über 5000 Metern fahren?


Warst Du schon einmal in einer solchen Höhe?
Ja, gerade eben erst, vor ein paar Wochen. Okay, es waren nicht 5000 Meter, aber immer über 4000 Meter. Ich war bei einem Rennen in Mexiko. Ein paar Tage vor dem Start fuhr ich zusammen mit ein paar Kumpels zum höchsten Teleskop der Welt, das sich auf 4600 Meter Höhe befindet. Seit dem weiß ich: Höhenluft ist extrem, die macht einen fertig.

In Mexiko holte sich Thomas Dietsch schon mal eine erste Brise Höhenluft. Er fuhr mit dem Bike zum höchstgelegenen Teleskop der Welt auf 4600 Metern Höhe.


Kann man auf einer solchen Höhe überhaupt im Renntempo fahren?
Schwierig! Im Himalaja geht es ja noch höher. Der Sauerstoffgehalt in der Luft ist gering, man muss haushalten und ständig die Atmung kontrollieren. Auch die Kraft muss ganz anders eingeteilt werden, die Muskeln werden ja viel schlechter mit Sauerstoff versorgt. Ein großes Problem sind auch die Kopfschmerzen. Die kommen sofort, sobald man ans Limit geht. In der Höhe kommt es einem so vor, als würde man sich nur in Zeitlupe bewegen. Keine Ahnung, wie das ist, wenn man dort versucht um den Sieg zu fahren.


Wie bereitest Du Dich vor?
Ganz normal, wie auf andere Rennen auch. Ein spezielles Höhentraining werde ich nicht absolvieren.


Mit was für einem Bike wirst Du fahren?
Ich werde mit einem Bulls Wild Edge Team fahren, einem leichten Twentyniner-Fully mit 100 Millimeter Federweg und XTR Di2.

Alle Infos und die Anmeldung zum Rennen gibt es auf der Website des Veranstalters: www.mountainbike-wwb.com

Gehört zur Artikelstrecke:

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