Test 2014: 7 Race-Enduros im Vergleich

Vmax: Profi-Tester Max Schumann und Ines Thomas sorgen für Speed im Test

  • Christian Schleker
 • Publiziert vor 6 Jahren

Moooment – im letzten Heft stand hier noch was von „F*** you Enduro!“. Und jetzt testen wir Race-Enduros? Okay, wir sind ehrlich: Wir hatten Bock auf die Dinger und haben mit zwei Profis sieben Bike getestet.

Trail-Parade: Die Stages des letztjährigen Wettkampf-Finales der Enduro World Series in Finale Ligure boten den angemessen Rahmen für den Test der Race-Enduros. Ines Thoma gibt hier auf dem flowigen Part von "Little Champéry" das Tempo vor, Max Schuhmann bleibt dran und Autor Chris Schleker styled ums Eck, damit nicht auffällt, dass er um Anschluss kämpft.

Ines drückt auf den Sattel, setzt sich, wippt ein bisschen. "Hey, auf däm hier fühl i mi auf Anhieb wohl!", schwäbelt sie. Mist. Das wird dann wohl wieder eine stressige Testabfahrt. Vor mir "Mad" Max Schumann. Versuche ich dem am Hinterrad zu bleiben, rasiere ich mehr als einmal nur haarscharf am Krankenhausbesuch vorbei. Nehme ich das Gas raus und lasse ihn ziehen, drängelt früher oder später – je nach Wohlfühlfaktor – Ines Thoma von hinten. Das hat man dann davon, wenn man sich eine der schnellsten Enduro-Fahrerinnen der Welt und einen der besten Enduristen Deutschlands zum Test einlädt: Stress. Für diesen Test waren die beiden Profis aber ideal. Denn wir wollten Race-Enduros testen. Bikes mit konsequenter Ausstattung auf dem neuesten Stand der Technik. Räder also, die Ines und Max ohne Umbaumaßnahmen sofort für das nächste Enduro-World­series-(EWS)-Rennen nutzen könnten. Wenn sie die freie Wahl hätten in diesem hochkarätigen Testfeld, welches würden sie dann wählen? Und würde sich ihre Wahl mit unseren Favoriten decken?

Wir schnuppern zwar auch gerne mal Rennluft. Doch zu zickig sollte der Bock dann bitte doch nicht sein. Bevor "Enduro" vor zwei, drei Jahren zum neuen Trendsport avancierte, stand er ja für eine Bike-Kategorie mit möglichst breitem Einsatzbereich: Fast so gut bergauf wie ein All Mountain und fast so potent bergab wie ein Freerider sollten Enduros sein. Können die Rennfeilen des 2014er-Jahrgangs beides? Extrem schnell sein und im Alltagseinsatz dem weniger ambitionierten Jedermann Spaß auf der Bergtour machen? Die Antwort: Ja! Die Geometrien sind spürbar vom Rennzirkus beeinflusst: Reach-Werte über 430 Millimeter bei Größe M, Lenkwinkel unter 66 Grad und – im Verhältnis zur höheren 650B-Radachse – stark abgesenkte Tretlager verleihen viel Laufruhe und bieten Sicherheit bei hohen Geschwindigkeiten. Das gefällt jedem.

Test 2014: 7 Race-Enduros im Vergleich

7 Bilder

Moooment - im letzten Heft stand hier noch was von "F*** you Enduro!". Und jetzt testen wir Raceenduros? Okay, wir sind ehrlich: Wir hatten Bock auf die Dinger. Profi-Tester Max Schumann und Ines Thomas sorgen für Speed im Test.


Schwindsucht: Carbon drückt das Gewicht unter 13 Kilo

Die Hersteller betreiben hohen Aufwand, um bei Federwegen um die 160 Millimeter in ungeahnte Gewichtsklassen vorzustoßen: Nur ein Bike, das Focus "Sam 1.0", besitzt noch einen Rahmen aus Alu. Bei allen anderen ist mindestens der Hauptrahmen aus Carbon. Lapierre und Norco spendieren zusätzlich Sitzstreben aus Kohlefaser. Scott und Radon lassen auch die Kettenstreben aus dem Verbundkunststoff fertigen. Und so wiegen die meisten Räder deutlich unter 13 Kilo. Das spürt auch der Laie und freut sich. Leicht fährt sich einfach gut.

Mit Serien­bereifung knackt das leichteste Bike im Test, das Specialized "Enduro S-Works", sogar die 12er-Marke: 11,9 Kilo – inklusive der obligatorischen Teleskopstütze und eines Cane­Creek-DH-Luftdämpfers! Allerdings ist das Ur-Enduro auch der letzte Vertreter der 26-Zoll-Generation in diesem Vergleich. Einen Teil des Rekordgewichts erkauft es sich also mit den leichteren Laufrädern. Dass auch die restlichen Bikes trotz 650B-Bereifung so wenig wiegen, verdanken sie neben dem Rahmenwerkstoff der 1x11-Schaltungstechnik von SRAM. Kettenführungen sind fast ausgestorben. Umwerfer und zwei Kettenblätter verbaut gar kein Hersteller. Das spart Gewicht, verlangt aber bei steilen Anstiegen ordentlich Schmackes in den Beinen. Auf unserer Teststrecke, den Stages des letzjährigen EWS-Finales in Finale Ligure, wurden breitere Übersetzungen aber von keinem Tester vermisst. Von Ines und Max schon mal gar nicht. Mist.


Fazit: Sobald ein Rennformat den Einsatzbereich einer Klasse genauer definiert, reagieren die Hersteller konsequent. Die aktuellen Race-Enduros sind leicht, sicher und damit schnell und machen so sowohl Racern als auch Freizeitbikern Spaß.


Den gesamten Testbericht mit den Ergebnissen dieser Race-Enduros findet Ihr auch im PDF-Download:

• Focus Sam 160 1.0
• Lapierre Spicy Team (FREERIDE Tipp)
• Norco Range Carbon 7.1
• Radon Slide 8.0 SE
• Rocky Mountain Altitude 770 MSL Rallye
• Scott Genius LT 700 Tuned
• Specialized Enduro S-Works

Gehört zur Artikelstrecke:

Test 2014: 7 Race-Enduros im Vergleich


  • Test 2014: 7 Race-Enduros im Vergleich
    Lange (B)rennweite: Focus Sam 160 1.0 2014

    20.10.2014

  • Test 2014: 7 Race-Enduros im Vergleich
    Pfefferschote: Lapierre Spicy Team 2014

    20.10.2014

  • Test 2014: 7 Race-Enduros im Vergleich
    Grenzposten: Norco Range Carbon 7.1 2014

    19.10.2014

  • Test 2014: 7 Race-Enduros im Vergleich
    Smartbike: Scott Genius LT 700 Tuned

    16.10.2014

  • Test 2014: 7 Race-Enduros im Vergleich
    Trendverweigerer: Specialized Enduro S-Works

    15.10.2014

  • Test 2014: 7 Race-Enduros im Vergleich
    Vmax: Profi-Tester Max Schumann und Ines Thomas sorgen für Speed im Test

    21.10.2014

  • Test 2014: 7 Race-Enduros im Vergleich
    Leichte Rutsche: Radon Slide 8.0 SE

    18.10.2014

  • Test 2014: 7 Race-Enduros im Vergleich
    Höhenmesser: Rocky Mountain Altitude 770 MSL Rallye

    17.10.2014

Schlagwörter: Focus Lapierre Norco Raceenduros Race-Enduros Radon Rocky Mountain Scott Specialized Test

PDF-Download

Für Abonnenten kostenfrei. FREERIDE-Abo gibt's hier


  • 0,00 €
    Race-Enduros

Lesen Sie das FRERIDE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
  • Test 2016 - Downhiller: Lapierre DH 727
    Lapierre DH 727 im Test

    02.12.2016

  • Bikepark-Test: Leogang (Österreich)
    Bikepark Leogang im großen Vergleichstest

    26.12.2015

  • Einzeltest 2020: Evoc Racebelt
    Rucksack-Alternative: Evoc Racebelt

    17.07.2020

  • Neuheiten 2012
    Helm Kali Avatar II

    09.11.2011

  • Test 2018: Knie-Protektoren
    14 Knie-Protektoren: Labor- und Praxistest

    17.05.2019

  • Test 2016 Trailbikes: Specialized Stumpj. FSR
    Animateur Specialized Stumpj. FSR Expert

    09.08.2016

  • Knieprotektoren Scott Grenade Pro2
    Schaumpolster für den Bodenkontakt

    08.11.2013

  • Test Freerider 2015: Radon Swoop 190 9.0
    Bergabgeschoss: Test Radon Swoop 190 9.0

    24.08.2015

  • Neuheiten 2014
    Im Duell: Downhiller gegen Superenduros

    23.12.2013