Trek Slash 9 Trek Slash 9 Trek Slash 9

Neuheiten 2012

Trek Slash 9

  • Dimitri Lehner
 • Publiziert vor 10 Jahren

Mit dem „Slash“ bringt Trek 2012 ein Superenduro, das sehr an das 2008er-„Remedy“ erinnert. Das hatte damals mit seiner Freeride-Geometrie Bestnoten abgeräumt. Wir haben das neue „Slash“ zum Schlagabtausch mit dem alten „Remedy“ antreten lassen.

Colin Stewart Wohlfühl-Geometrie, potentes Fahrwerk und Spritzigkeit – Attribute, die das „Slash“ zum sprungverliebten Bikeparkpartner machen – vorausgesetzt die Strecken sind schön flowig. Hier liebkost Chris Schleker das Remedy auf der Jumpline am Geißkopf.

Back to the roots? Als wir das neue "Slash" sahen, fühlten wir uns sehr an 2008 erinnert. Damals hatte Trek das "Remedy" erstmalig präsentiert, ein sehr konsequentes Enduro-Bike, das in unseren Tests die begehrte 10-Punkte-Supernote errang und durch seine freeride-orientierte Geometrie die Gunst der FREERIDE-Tester im Sturm eroberte. Leider veränderten die Amis das Bike im Folgejahr aus uns unerfindlichen Gründen. "Dem ‚Remedy‘ wurden die Eier abgeschnitten", witzelte ein Tester über das 2009er-Modell, denn es war mit einem steileren Lenkwinkel und reduzierten Federwegen ausgestattet – mit einem Mal war es ein Allmountain-Bike. Vom aggressiven Charakter des 2008er-Modells war nichts mehr zu spüren. Warum ein Erfolgsmodell mit Bestnoten gleich wieder verwerfen? Wir rätselten. Ein neues Bike sollte das "Remedy" ersetzen, das "Scratch Air". Doch das "Scratch" gefiel uns bei weitem nicht so gut und traf auch nicht wirklich den Einsatzzweck. Es war zu schwer und gedrungen für effektives Bergauf-Radeln, die Geometrie nicht wirklich ausgewogen und auch im Handling dem 2008er-"Remedy" unterlegen.

Colin Stewart Trek Slash 9

2012 jetzt wieder ein abrupter Kurswechsel: Das "Scratch" wird eingestellt, dafür gibt es das "Slash" – und das ähnelt wiederum dem "Remedy 08". Ein Schritt zurück? Der erste Blick lässt das vermuten, doch beim genauen Hinsehen sieht man Unterschiede: Der Steuerkopf des "Slash" wirkt massiver und auch die Sitzrohrabstützung wurde wuchtiger konstruiert. Die Rahmenverstärkungen drücken natürlich auf die Waage. Wog der "Remedy"-08er-Rahmen nur 2597 Gramm, bringt’s das "Slash" auf 3110 Gramm, also über ein halbes Kilo mehr.

Colin Stewart Trek Slash 9

Ein Blick auf die Geometrie-Daten zeigt, dass hier die Änderungen zart ausfallen. Dennoch trimmten die Trek-Ingenieure das "Slash" mehr auf New-School. Also: flacherer Lenkwinkel für mehr Laufruhe, steilerer Sitzwinkel für bessere Uphill Leistung, das Tretlager wurde weiter hinten positioniert und der Reachwert verlängert (419 Millimeter gegenüber 386 beim "Remedy"). Der gravierendste Unterschied wurde allerdings erst auf dem Prüfstand deutlich: Quetschte das "Remedy ’08" nur 157 Millimeter aus dem damals verbauten Fox "RP 23"-Dämpfer, so zeigt das neue "Slash" mit 168 deutlich mehr Potenz. Kurzum: Man könnte das "Slash" als ein aufgebohrtes "Remedy 2008" mit Update-Geometrie und robusterem Rahmen bezeichnen.

Colin Stewart Trek Slash 9

Wir testeten mit dem "Slash 9" das High-End-Modell für unglaubliche 5.499 Euro. Für den Rekordpreis gibt es edelste Parts wie die Kaschima-beschichteten Fox-Federelemente. Besonderes Augenmerk legte Trek auf den Dämpfer. Er wurde speziell auf das "Slash" abgestimmt. Besonderheit: Eine interne zweite Luftkammer soll noch mehr Linearität im mittleren Federweg erzeugen. Sonst gibt’s wie damals schon das bewährte "Pro Pedal"-Hebelchen. Will man, dass der Hinterbau nicht wegsackt – auf schnellen Trailrides, beim Springen oder bergauf – legt man den blauen Hebel um. Vorne lässt sich die Gabel (farblich abgestimmt) schnell blockieren und natürlich für Geradeaus-Geblockere oder Uphills von 160 auf 120 Millimeter absenken. Auch die sonstige Ausstattung gibt keinen Grund zum Nörgeln.

Colin Stewart Alt gegen neu: Wir schickten das neue „Slash“ (rechts) gegen das alte „Remedy“ von 2008 ins Rennen. Trotz Ähnlichkeit überzeugt das „Slash“ mit seiner moderneren Geo und dem potenten Hinterbau.

Für den Praxis-Check ließen wir das "Slash" gegen ein "Remedy" Trek "Slash 9" von 2008 antreten, das war allerdings mit 180-Millimeter-Gabel von BOS aufgerüstet worden. Auf dem Programm standen Bergtouren und Bikepark-Einsätze mit Drops und Sprüngen. Und wie fährt das "Slash" nun? Es ist wie ein richtiges Wohlfühl-Bike. Mit knapp 13,5 Kilo (mit Pedalen) beschleunigt es leichtfüßig, lässt sich flink in Turns drücken und mit wenig Armzug in die Luft ziehen. Das Fahrwerk arbeitet harmonisch. Besonders der Hinterbau wirkt satt. Er lässt sich auf zwei Einstellungen fahren.

Wir testeten in der freeridigeren Position mit tieferem Tretlager und flacherem Lenkwinkel. Mit dem effizienten Fahrwerk macht das "Slash" im Park viel Spaß. Besonders mit beruhigtem Dämpfer springt es agil und lässt sich angenehm durch die Luft schaukeln. Dafür ist es auch gedacht und freigegeben. Stimmig für Park-Einsätze: die Truvativ-Kettenführung (beim Testbike noch nicht montiert). Bei wirklich fiesen Strecken und bei stumpfen Drops stößt das "Slash" allerdings an Grenzen. Hier würde dem Bike auch eine 180er-Gabel sehr gut stehen.

Colin Stewart Spielzeug: Es ist leicht, es ist handlich – dem „Slash“ kann seinen Spieltrieb nicht austreiben. Also gut, dann verdrehen wir halt den Lenker; Spaß muss sein!

Im direkten Vergleich spürt man die Unterschiede zum 2008er-"Remedy" nur marginal. Bergauf treten sich beide Bikes angenehm. Bergab wirkt das "Slash" aufgrund seiner Geometrie (längerer Reach-Wert) und der kürzeren Gabel jedoch etwas moderner, es lenkt sich direkter und bringt mehr Druck aufs Vorderrad. Quirlig lässt sich das leichte "Slash" von einem Turn in den nächsten wiegen – super! Man spürt den zusätzlichen Federweg angenehm im Heck – das erzeugt Laufruhe. Dagegen wirkt das alte "Remedy" fast schon leicht old-schoolig.

Kurzum: Die Mission "Remedy reloaded" ist gelungen. Mit dem "Slash" hat Trek jetzt (wieder) ein sehr stimmiges Bike im Programm. Einzig der Preis schreckt ab. Doch das "Slash" wird in drei Modellen angeboten: "Slash 7" (3499 €), "Slash 8" (4499 €) und das getestete "Slash 9" (5499 €).

Fazit: Sehr gelungenes, parktaugliches Superenduro mit verspieltem Handling und potentem Fahrwerk – endlich ein würdiger Nachfolger für das Erfolgs-"Remedy" aus dem Jahr 2008.


HERSTELLERANGABEN


Größen: 15,5, 16,5, 17,5, 18,5, 20
Preis: 5.499 Euro
Gewicht: 13,8 kg (ohne Pedale)
Gabel: Fox "36 Talas Fit RIC QR20" (120-160 mm)
Dämpfer: Fox "Float DRCV RP3" (160 mm)


MESSDATEN


Lenkwinkel: 65,7°
Sitzwinkel: 74°
Oberrohr: 581 mm
Kettenstrebenlänge: 436 mm
Tretlagerhöhe: 357 mm


AUSSTATTUNG


Schaltung: Sram "X0"
Kurbel: Truvativ "XO"
Bremsen: Avid "XO"
Vorbau: Bontrager "Rhythm"
Sattelstütze: Rock Shox "Reverb"
Sattel: Bontrager "Evoke 3"
Laufräder Bontrager "Rhythm Elite"- Systemlaufradsatz
Reifen: Bontrager "XR4" 2.35

Themen: FreeriderSlashTrek


Lesen Sie das FRERIDE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • FREERIDE Ausgabe 2/18
    FREERIDE 2/18 – ab 15. Mai am Kiosk

    09.05.2018Fresh! Die neue FREERIDE liegt am Kiosk. Das steckt drin im neuen Heft.

  • Test 2017: Enduro-Bikes
    12 Enduro-Superstars im Vergleich

    08.12.2017Wir stellen euch die Lieblinge der Testcrew vor, 12 Enduro-Bikes, für die wir die Hand ins Feuer legen. Mit diesen Enduro-Superstars ist euch Fahrspaß garantiert!

  • Test Freerider 2015: Rose Soulfire 3
    Reine Seele: Test Rose Soulfire 3

    24.08.2015Das "Soulfire" erinnert mit seiner massiven Wippe, die sich auf dem Unterrohr abstützt, an Bikes wie das "601" von Liteville oder das "Torque" von Canyon. Keine schlechte ...

  • Test 2017: Worldcup Big Bikes
    6 Worldcup-Downhiller im Test

    01.02.2018Wenn Gwin & Co. ins Starthäuschen rollen, sitzen sie auf High-Teck-Bikes, die schnell sein sollen. Wir haben uns die DH-Boliden der besten Fahrer gekrallt und mit Wyn Masters auf ...

  • Test Super-Enduros 2011 mit 180 Millimeter
    Extrem-Enduros: Wir können alles!

    15.06.2011Sie sind federwegsstark wie nie zuvor, hart im Nehmen und gleichzeitig leicht und tourentauglich: Aus Super-Enduros sind „Extrem-Enduros“ geworden. 2011 ist definitiv das Jahr der ...

  • Test 2016: Turner RFX V40
    Freerider: Turner RFX V40 im Test

    06.08.2016Vor 16 Jahren rollte das erste Turner RFX über die Trails – ein echter Free­rider. Jetzt kommt die vierte Version der kalifornischen Kultmarke im leichten Carbon-Gewand und ...

  • Slopestyler 2009 im Test
    Tops und Flops bei den Spezialisten

    08.08.20096 Spaßgeräte mit wenig Federweg, dafür viel Potential für Newschool-Freerider und solche, die es werden wollen.

  • Test Freerider mit 180 Millimeter
    12 Freerider für Bikeparks und Downhill

    23.05.2011Nun ist’s passiert: Die 180er-Bastion ist gefallen. Freeride-Bikes bekommen Konkurrenz von leichten Enduros mit Monsterfederwegen. Muss man sich jetzt Sorgen machen? Sterben die ...

  • FREERIDE Ausgabe 1/20
    Neu! FREERIDE 1/20 am Kiosk

    05.03.2020Die Saison startet! Wir haben für euch Enduro-Reifen getestet, BigBikes, Enduros und E-Freerider. Dazu küren wir die besten Trails in Reschen/Nauders und haben eine Wette mit ...