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Test Reifen: Maxxis / Schwalbe / Continental

System-Check Reifen: Die Systeme im Detail

  • Chris Schleker
 • Publiziert vor 5 Jahren

Maxxis Minion DHF 2.5 - ein Reifenmodell, drei Karkassen. Wir checken in der Praxis die Unterschiede. Downhill, Double Down und Exo Protection mit Schlauch, Milch, Procore – minimaler Druck, maximale Traktion.


DH Casing + Schlauch

Der Maxxis Minion DHF mit Downhill-Casing wiegt aufgrund des Drahts im Wulst und der doppelt gelegten Karkasse mit Butyl-Einlage satte 1356 Gramm. Er ist theoretisch schlauchlos fahrbar, aber aufgrund der etwas poröseren 60-TPI-Karkasse nicht offiziell freigegeben. Wir fuhren den Brummer deshalb mit einem Standardschlauch. Das hebt das Systemgewicht auf knapp 1500 Gramm pro Laufrad. Für Touren ohne Liftunterstützung zu viel. Die sehr stabile Flanke fährt sich bei 1,8 Bar sehr steif und dämpft nicht besonders. Ab 1,6 Bar wurde es besser. Das Gewicht gibt Stabilität beim Geradeauslauf (Schwungmasse!).


Fazit: Bei 1,4 Bar hinten war Schluss. Snakebite.  Allerdings blieb die Felge bis zuletzt heil. Der ideale Bereich lag bei 1,55 Bar hinten und 1,45 vorne. Gute Laufruhe, aber träge.

Colin Stewart DH Casing + Schlauch


Double Down + Milch

Die Double-Down-Karkasse entspricht etwa dem Supergravity-Reifen von Schwalbe: 1180 Gramm mit doppelt gelegtem Gewebe und Butyl-Einlage. Gewicht spart der Aramidfaden im Wulst und die 120-TPI-Karkasse. Wir verwendeten je 80 Milliliter Dichtmilch. Der Double Down dämpft bereits bei 1,8 Bar spürbar besser als der DH-Reifen, gab angenehmes Kurvenverhalten und bessere Traktion auf glatten Steinen. Auf der Felge mit 30er-Innenmaß konnten wir hinten ohne Burping (Luftverlust am Felgenhorn) bis auf 1,4 Bar runtergehen. Platten gab’s gar keine, aber im letzten Run litt die Felge. 1,5 Bar waren im Felsgelände die Grenze.


Fazit: 230 Gramm leichter als der DH-Reifen – das merkt man bergauf. Runter das bessere System, weil ähnlich defektunanfällig, aber mit Dichtmilch noch sicherer und traktionsstärker.

Colin Stewart Double Down + Milch


Exo Protec + Procore

Der Exo Protection hat eine einfach gelegte 60-TPI-Karkasse und verzichtet auf die Butyl-Einlage. Mit Aramidfaser im Wulst und einer abriebsfesten Zwischenlage an der Seitenwand kommt die 2,5er-Version auf 950 Gramm. Samt Procore-System und 80 Milliliter Dichtmilch sind es dann wieder 1230 Gramm – fast genauso schwer wie Double Down. Das Procore-System fuhren wir mit 6 Bar Druck. Mit dem Reifensatz mussten wir Überstunden schieben, weil bei jedem Run nochmals tiefere Drücke drin waren. Erst bei 1,15 Bar hinten kam es zu einem spürbaren Durchschlag aufs Horn.


Fazit: Sehr traktionsstarke Kombi mit maximalem Schutz für die Felge und geringem Defektrisiko. Theoretisch der Sieger – leider ist Procore aber nicht für alle Felgen freigegeben (siehe Statement unten).

Colin Stewart Exo Protec + Procore



Statement Chris Schleker, FREERIDE -Tester: Wie sehr der Reifendruck die Fahr­eigenschaften beeinflusst, wird immer noch von vielen unterschätzt. 0,2 Bar weniger können aus einer Hartgummiwurst ein Traktionswunder machen. Ich bin deshalb beeindruckt vom Procore-System mit leichtem Mantel außen rum - mein Favorit, aber leider offenbar langfristig ein Problem für viele Laufräder.

Colin Stewart Chris Schleker, FREERIDE-Tester


Statement zu Procore, Friso Lorscheider (DT Swiss): "Ein wichtiger Punkt bei der Entwicklung von Laufrädern ist der maximale Reifendruck – der liegt bei Mehrkammersystemen ungleich höher, als bei klassischen Schlauch- oder Schlauchloskombinatio­nen. In extremen Fällen kann es zu einem Kollaps des Laufrads kommen, mit Sicherheit leidet jedoch die Dauerhaltbarkeit des Produktes. Im Klartext: Wir können zum heutigen Zeitpunkt für kein DT-Swiss-Produkt eine Freigabe zur Verwendung solcher Mehrkammersysteme geben. Die Sicherheit unserer Kunden kann durch Anwendung eines solchen Produktes von uns nicht gewährleistet werden."
Friso Lorscheider, DT Swiss AG

Colin Stewart Friso Lorscheider, DT Swiss AG

Christoph Laue Diesen Artikel finden Sie in FREERIDE 3/2016 - das Heft können Sie hier bestellen > FREERIDE IOS App (iPad) FREERIDE Android App 

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