Solid Strike Elite Pro vs. Votec VD Elite Solid Strike Elite Pro vs. Votec VD Elite Solid Strike Elite Pro vs. Votec VD Elite

Test-Duell 2015: Solid Strike gegen Votec VD

Solid Strike Elite Pro vs. Votec VD Elite

  • Dimitri Lehner
 • Publiziert vor 6 Jahren

Dampfwalze gegen Spielkumpel – Das Solid ist der bessere Downhiller, das Votec der bessere Allrounder. Sehr gut sind beide. Unentschieden.

Franz Faltermaier Test-Duell 2015: Solid Strike gegen Votec VD


Solid gegen Votec. Eines der Urgesteine der deutschen Bergab-Schmieden gegen das Stehaufmännchen der Bikeindustrie. Die Jungs von Solid haben noch eine Rechnung mit uns offen. Ihren Downhiller "Mission" mochten wir nicht und vergaben deshalb wenig Punkte. Auch das Votec war beim letzten Big Bike Test nicht unser Favorit. Das Votec geht renoviert ins Duell. Solid schickt eine komplette Neukonstruktion. Und was für eine: Beim Vorgänger hatten wir die veraltete Geometrie bemängelt. Zu hoch, zu kurz, wenig sicher. Das "Strike Elite Pro T22" ist in Sachen Geo jetzt das maximale Gegenteil. Auch Votec hat an den Rahmenwerten geschraubt, die wir vorher als zu kurz empfanden und sie spendieren dem "VD Elite", genau wie Solid, größere 650B-Laufräder. Beide Versender setzten auf eine unserer Lieblingsgabeln an der Front: Die Manitou "Dorado" mag Worldcupfahrern zu unpräzise sein. Wir schätzen sie wegen ihres enormen Komforts und der Laufruhe, die die Elastizität der Konstruktion mit sich bringt. Und beide Hersteller verbauen einen RockShox "Vivid R2C"-Luftdämpfer, eine – noch – ungewöhnliche Wahl. Doch gerade hat ja Aaron Gwin mit einem luftgefederten Bike in Lourdes seinen Wundersieg mit so einem Dämpfer eingefahren. Dem Run auf luftgefederte Downhiller steht damit nichts mehr im Weg. Angenehm:  Uns erleichtern die Luftbüchsen die Abstimmung der Bikes erheblich. Auch sonst bekommt man für 3000 € eine Menge Hochwertiges fürs Geld: Topbremsen, gute Anbauteile hier wie da. Nur die Sun-Ringlé-Laufräder des Votec haben uns in der Vergangenheit schon öfters mit abkrachenden Speichennippeln geärgert und auch diesmal sollte es nicht anders sein.


Duellplatz

Da sich hier zwei Big Bikes um die Downhill-Krone streiten, konnte es nur einen adäquaten Testtrack geben: Der 4er-Trail in Bozen ist mit den Jahres durch Erosion zu einer steilen Geröllwüste übelster Sorte mutiert. Hier ist Testen harte Arbeit – besonders wenn der fahrbare Untersatz schwächelt. 15 Minuten Rumpelstrecke nonstop: Jedes Bike musste vier Abfahrten dieser Knüppelpiste über sich ergehen lassen.

Franz Faltermaier Plattmacher: Die neue Abfahrtswaffe von Solid wartet mit super flachem Lenkwinkel, langem Heck und noch längerem Radstand auf. In Kombination mit dem satten Heck und der "Dorado" ist das Bike auch auf fiesesten Strecken eine buchstäblich sichere Bank.


Duellant 1: Solid "Strike"
 Elite Pro T22

Kurzer Abstimmungsmarathon zu Beginn. Bei der Gabel geht’s fix, die kennen wir gut. Beim Dämpfer noch fixer: Sag eingestellt, alle Knöpfe auf und trotzdem wirkt das Ding zäh wie Knete – falscher Grundtune von RockShox? Fehler in der Matrix? Die Abfahrt wird’s zeigen. Und schon nach den ersten hundert Metern sind wir angenehm überrascht. Nix Knete, Dampfwalze! Das "Strike Elite Pro T22" (blöder Name, sorry Solid!) ist einer der ganz wenigen Kandidaten, die es schaffen, dem Horrortrail am Kohlern den Schrecken zu nehmen. Das Fahrwerk liegt extrem satt und reagiert auf große und eckige Felsen mit gelassener Schluckfreude. Man sitzt schön im Bike und weit hinter dem gut abrollenden 27,5er-Vorderrad. Die Geometrie vermittelt auch in kritischen Fahrsituationen Laufruhe. Mit diesem Rad wird man sehr schnell schneller. Und mutiger. Und schöner vielleicht auch. Allerdings ist der Dämpfer-Tune am Limit, wenn Fahrer leichter als 70 Kilo sind, denn langsamer darf die Zugstufe nicht sein. Der Charakter des Bikes passt perfekt zur geschmeidigen "Dorado", die in wüsten Geröllwüsten die Laufruhe des Rahmens unterstützt, weil sie seitliche Schläge wegfiltert und man so gut die Linie halten kann. Kurz: Das Solid ist jetzt ein toller Downhiller für ganz üble Strecken und Fahrer, die ihr Bike auch im Wettkampf einsetzen wollen. Dass dabei etwas die Spritzigkeit auf der Strecke bleibt, ist kaum zu vermeiden. Der sehr lange Hinterbau wirkt spontanen Vorderrad-Lupf-Aktionen aktiv entgegen. Bunnyhop? Drops aus langsamer Fahrt? Besser nicht. Bei Sprüngen liegt das Bike dann wieder super sicher, aber auch hier ist der Fahrer eher Passagier, denn aktiver Lenker. Whips lassen sich gut ziehen. Darüber hinaus ist Luftakrobatik nicht das Metier dieses waschechten Renngerätes.

Franz Faltermaier Spaßmacher: Das Votec geht konservativer zu Werke. Eher klassische Geodaten bescheren dem Bike einen schön ausgewogenen Charakter. Schluckfreudig, aber handlich – ideal als Allroundbike für hobbymäßiges Downhillen und Parkeinsatz auf gebauten Strecken.


Duellant 2: Votec "VD" 
Elite

Auch beim Votec ist ein Grund-Set-up schnell gefunden. Hier arbeitet der Dämpfer optimal mit drei Klicks Lowspeed-Zugstufe bei 70 Kilo Fahrergewicht und 35 Prozent Sag. Passt. Auf besagtem Horrortrail zeigt das Votec ein anderes, aber stimmiges Bild: Trotz sattem Fahrwerk liefert es etwas mehr Feedback vom Untergrund, ist deutlich handlicher und verspielter, macht aber auch bei Highspeed noch eine gute Figur. Nur beim direkten Umstieg vom Solid wird der Klassenunterschied bemerkbar. Hier eine Highspeed-Maschine, die einfach mehr Potenzial für Bestzeiten bei der Bergabhatz bietet, dort ein Spielkamerad, der gerne mal über eine Wurzel abspringt, willig in den Manual geht und auch bei engeren Kehren gut ums Eck kommt. Mit dem "VD" machen im Bikepark nicht nur die Downhill-Strecken, sondern auch sprunglastige gebaute Trails und Holzstunts Spaß. Wir empfanden die Fahrleistungen des "Magic Mary"-Reifens als ausgewogener und im Grenzbereich leichter zu kontrollieren, als den "Highroller" am Solid.


Fazit: Auch bei einem Duell können am Ende noch beide Kontrahenten stehenbleiben. Das Solid ist der bessere Downhiller, das Votec der bessere Allrounder. Sehr gut sind beide. Unentschieden.


SOLID  Strike Elite Pro T22


Herstellerangaben


Vertrieb  Solid Bikes Europe,  www.solidbikes.de
Material/Größen   Alu/S/M, M/L, L/XL
Preis/Gewicht ohne Pedale   3199 Euro/17 kg


Messdaten  


Federweg vorne/hinten   200 mm/200 mm
Hinterbausystem VPP Float Link


Ausstattung 


Gabel/Dämpfer Manitou Dorado Pro/RockShox Vivid Air R2C
Kurbeln/Schaltung   Reverse Evo DH/SRAM X9
Bremsanlage  Avid Code
Laufräder  Reverse 27,5 Evo Nine Disc Systemlaufradsatz, Maxxis Highroller 2 2,4 Reifen

FREERIDE Magazin Test 2015: Solid Strike Elite Pro T22 

FREERIDE Magazin Test 2015: Solid Strike Elite Pro T22 – Die Performance-Punkte beziehen sich ausschließlich auf das jeweilige Duell. Sie sind nicht mit anderen Duellen vergleichbar.


VOTEC VD Elite


Herstellerangaben


Vertrieb  Internetstores GmbH,  www.votec.com
Material/Größen   Hybrid/S, M, L
Preis/Gewicht ohne Pedale   2999 Euro/16,4 kg


Messdaten  


Federweg vorne/hinten   200 mm/210 mm
Hinterbausystem Viergelenker


Ausstattung 


Gabel/Dämpfer Manitou Dorado Pro/RockShox Vivid Air RC2
Kurbeln/Schaltung   eThirteen LG1/Shimano Saint
Bremsanlage  Shimano Saint
Laufräder    Sun Ringle Pro A.D.D. Systemlaufradsatz, Schwalbe Magic Mary Evo SG 2,35 Reifen

FREERIDE Magazin Test 2015: Votec VD Elite

FREERIDE Magazin Test 2015: Votec VD Elite – Die Performance-Punkte beziehen sich ausschließlich auf das jeweilige Duell. Sie sind nicht mit anderen Duellen vergleichbar.

Lars Scharl Diesen Artikel finden Sie in FREERIDE 2/2015 - das Heft können Sie hier bestellen > FREERIDE IOS App (iPad) FREERIDE Android App 

Themen: DuellEliteSolidStrikeTestVotec


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