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Smartbike: Scott Genius LT 700 Tuned

  • Christian Schleker
 • Publiziert vor 6 Jahren

Das Scott ist neben dem Radon das einzige Bike mit Vollcarbonrahmen. Und es ist das einzige Bike mit 170 Millimetern Hub vorne und hinten. Dabei wiegt es nur 12,7 Kilo.

Mad Max: Den Spitznamen verdankt Enduroprofi Max Schuhmann seinem aggressiven Fahrstil, der schon so manches Hinterrad über den Jordan geschickt hat. Ein austrainierter Zeitraffer-Testprüfstand. Nicht alle Bikes haben ihn komplett heil überstanden.

Die Ausstattung ist konsequent hochwertig. Besonders gut: Die Shimano "XTR Trail"-Bremsen. Scott hat ein zweistufiges Fahrwerksverstellsystem entwickelt. Position 1 am Lenkerhebel reduziert den Hub am Heck auf 110 Millimeter und stellt die Druckstufe an der Gabel auf Trailmodus. Position 2 erhöht dann auch hinten die Druckstufe und geht vorne auf Climbmodus. Dieses System und das geringe Gewicht machen das Scott zusammen mit dem Lapierre zum Sprintkönig. Die Verstellung funktioniert schnell und intuitiv. In Anstiegen entwickelt es so enormen Vortrieb. Perfekt ist die Abstimmung aber nicht, denn in der mittleren Position wird die Gabel zu unsensibel, während es hinten feinfühlig federt. Der Modus eignet sich nicht für Trailfahrten, sondern nur für kurze Sprints oder lange Ansteige auf glatterem Untergrund. Zwei Geo-Set-ups stehen zur Wahl. Uns hat die steilere besser gefallen. Man sitzt weniger über dem Heck und kann das recht lange Bike besser manövrieren.

Die Geometrie des "Genius LT 700 Tuned" sticht heraus: Die Front ist im Verhältnis zum stark abgesenkten Tretlager hoch. Das Fahrgefühl tendiert Richtung 29er. Das ist bergab kein Nachteil. Das "Genius" fährt sich ähnlich stabil und sicher bergab wie das Focus. Die Geo kompensiert die etwas unsensiblen Federelemente, denn sowohl die Fox "34", als auch der "Nude"-Dämpfer wirken bei hohem Tempo hölzern. Ein weicheres Set-up führt zum Durchsacken der Gabel. Das Mehr an Federweg ist nicht spürbar.


Fazit: Racern gefallen das effiziente Sprintfahrwerk und die laufruhige Geo­metrie. Freizeitbiker profitieren vom geringen Gewicht und der Lauf­ruhe, vermissen aber den Komfort, den der nominal große Hub verspricht.
Mit etwas schluckfreudigeren Federelementen wäre es ein Sieger.


Stärken: Vortrieb, Geometrie, Ausstattung
Schwächen: Gabel-Set-up


Max Schumann (26): "Auf dem Scott habe ich mich wohlgefühlt. Der Hinterbau arbeitet effizient. In Kombi mit dem geringen Gewicht ein sehr agiles Bike."
Ines Thoma (24): "Ein Spitzenbike: super schnell, steif und spritzig im Anstieg. Die Downhilleigenschaften waren nicht ideal, aber alles in allem eine gute Race-Kombi."


Herstellerangaben


Vertrieb   Scott Sports AG   www.scott-sports.com
Material/Größen   Alu/S,M,L
Preis/Gewicht ohne Pedale   6499 Euro/12,7 kg


Messdaten  


Federweg vorn/hinten  170 mm/170 mm
Hinterbau  systemabgestützter Eingelenkter
Reach 422 mm
Stack 617 mm
BB-Drop  -15 mm


Ausstattung 


Gabel/Dämpfer   Fox 34 Float Fit CTD/Nude CTCD
Kurbeln/Schaltung   SRAM X1/SRAM XO1
Bremsanlage  Shimano XTR Trail
Laufräder Syncros AM 1.5 Systemlaufräder Schwalbe Hans Dampf 27,5X2,35 (Serie)

Weiterentwicklung: Mit dem Vorgänger "Genius LT" hat dieses Scott-Bike nur den Namen und das Grundkonzept gemein. Es ist leichter, effizienter, konsequenter. 

Ein Hebel, zwei Kabel: Per Daumendruck werden Gabel und Hinterbau gleichzeitig angesteuert. Hinten wird der Federweg reduziert, vorne die Druckstufe verhärtet. Das klappt gut, ist aber nicht wirklich sinnvoll aufeinander abgestimmt.

Die Verstellung des Hinterbaus ist für Renneinsätze sinnvoll und effizient. Das Feature erkauft man sich aber mit etwas unsensibleren Fahrleistungen in ruppigem Gelände. Hier ist das Heck nicht wirklich schluckfreudig.

FREERIDE-RANKING: Die Zahl (maximal 10 Punkte) gibt den GeSamteindruck wieder und ist keine Addition von Downhill- und Uphill-Punkten.

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Themen: GeniusRace-EndurosScottTest

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