Scott Genius LT 700 Tuned+ im Test Scott Genius LT 700 Tuned+ im Test Scott Genius LT 700 Tuned+ im Test

Test 2016 – High-End-Enduros: Scott Genius LT 700 Tuned+

Scott Genius LT 700 Tuned+ im Test

  • Dimitri Lehner
 • Publiziert vor 5 Jahren

Das Scott ist der bunte Hund im Test, trotz Matt-Schwarz-Lackierung. Denn es rollt mit dicken 2,8-Zoll-Ballonreifen auf fetten 40-Millimeter-Felgen.

Wolfgang Watzke Scott Genius LT 700 Tuned+: Scotts Edel-Enduro ist tadellos ausgestattet und begeistert mit bewährter Wohlfühl-Geometrie – ein Spaßbike, mit oder ohne Plus-Bereifung.  

Das neue Plus-Format soll Komfort-Wunder vollbringen und wurde von der Industrie bereits als Heilsbringer gefeiert. Mehr Grip, mehr Sicherheit, mehr Spaß, lautet das Versprechen und ein "nie dagewesenes Maß an Kontrolle". Das wollten wir natürlich erleben und schickten das Plus-Enduro gegen die konventionelle Konkurrenz ins Rennen. Statt der Einheitsreifen von Maxxis hier also der eher dünnwandige Nobby Nic mit Mini-Stollen. 0,95 Bar pusteten wir in die Pneus und hatten erstaunlicherweise keine Platten. Das top ausgestattete Bike steuert sich träger, daran muss man sich gewöhnen. Auch der Sound ist neu: Es surrt, besonders wenn man das Bike in aggressiven Turns zur Seite kippt und mit maximaler Schräglage die Kurve kratzt. Doch der Gummiball-Effekt hält sich in Grenzen. Überraschung: Den Vorteil an Sicherheit empfanden wir auf unserer Downhill-Bolzstrecke nur marginal. Wühlt sich der Trail dagegen eher eben über Wurzelfelder, spielen die Dickies ihren Vorteil aus und walzen, ohne Speed zu verlieren. Auch bei Zwischenanstiegen entfaltet das Bike ein Plus an Grip. Hier kleben die Reifen förmlich am Boden und klettern mit viel Traktion, wo andere Bikes rutschen. Angenehm: Durch die dicken Reifen entsteht das Gefühl, besonders tief im Bike zu stehen. Das Scott ist leicht, wendig und verspielt, Heck und Front harmonieren, dadurch zeigt es sich in jeder Situation gut ausbalanciert. Kurzum: ein sehr gutes Bike – ob mit oder ohne Plus-Bereifung. Wer ein direktes Fahrgefühl sucht, sollte aufs Plus -Format verzichten.


Fazit: Leicht, wendig, schnell – das Scott ist ein sehr gutes Bike, doch wegen der dicken Reifen etwas speziell. Das Plus an Grip und Überrollverhalten erkauft man sich durch ein etwas schwammigeres Fahrgefühl. Das gefällt nicht jedem.


STÄRKEN   Optik, Fahrwerk, Allround-Einsatz
SCHWÄCHEN   Bremsverhalten, Reifenprofil


Herstellerangaben
Vertrieb 
  Scott Sports, www.scott-sports.com
Material/Größen   Hybrid/S, M, L
Preis/Gewicht ohne Pedale   7999 Euro/12,8 kg


Messdaten  
Federweg vorne/hinten
   160 mm/100-160 mm
Hinterbausystem   Mehrgelenker


Ausstattung 
Gabel/Dämpfer 
  Fox 36 Float 29 Fit3/Fox Nude DPS3
Kurbeln/Schaltung   SRAM XO/SRAM XO1
Bremsanlage  Shimano XTR
Laufräder  Syncros TR1.5 Plus Systemlaufradsatz,
Reifen Schwalbe Nobby Nic Evo Trail/Pacestar 2,8


Performance
Uphill 
  4 von 6 Punkten
Downhill   4 von 6 Punkten


FREERIDE-Urteil   9 von 10 Punkten

Wolfgang Watzke Straff durch Daumendruck: Der TwinLock-Hebel am Scott Genius aktiviert bei einmaligem Drücken die Dämpferdruckstufe für effektiveres Pedalieren. Drückt man nochmal, blockieren Gabel und Dämpfer. 

Wolfgang Watzke Fett und weich: 2,8 Zoll misst die Plus-Bereifung des Scott. Sie ist mit gerade mal 0,95 Bar befüllt. Die fetten Reifen funktioniert etwas anders, aber gut. Ein Muss sind sie nicht.

FREERIDE Magazin Scott Genius LT 700 Tuned+


FREERIDE-RANKING: Die Zahl (maximal 10 Punkte) gibt den Gesamteindruck der Tester wieder und ist keine Addition von Downhill- und Uphill-Punkten. 10 = Testsieger, besser geht nicht. 9 = Sehr gut. Kaufempfehlung. 8 = Solide Leistung. 7 = Unter Durchschnitt. Das Produkt hat Schwächen. 1 bis 6 = Davor können wir nur warnen!

Stéphane Candé Diesen Artikel finden Sie in FREERIDE 1/2016 - das Heft können Sie hier bestellen > FREERIDE IOS App (iPad) FREERIDE Android App 

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Themen: EnduroGeniusScottTest


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