Parkbike Nr. 1: Canyon Sender CF 9.0 Parkbike Nr. 1: Canyon Sender CF 9.0 Parkbike Nr. 1: Canyon Sender CF 9.0

Dauertest: Canyon Sender CF 9.0

Parkbike Nr. 1: Canyon Sender CF 9.0

  • Dimitri Lehner
 • Publiziert vor 2 Jahren

Bigbikes verlieren ihre Freeride-Gene. Racing only heißt die neue Formel. Das Canyon kann beides. Daher rekrutierten wir es zu unserm Parkbike Nr. 1.

Laurin Lehner Dauertest: Canyon Sender CF 9.0

Als wir das Top-Modell des Canyon Sender gemeinsam mit Worldcupper Wyn Masters auf der harten Prügelstrecke in Schladming im Sommer 2017 testeten, stand für uns fest: Dieses Bike wird unser Dienstfahrzeug für harte Missionen! Denn das Canyon begeisterte uns mit seinem gelungenen Mix aus Speed-Maschine und Spielmobil. Dank kurzer Kettenstreben (430 mm), tiefem Schwerpunkt, angenehm ausbalanciertem Fahrwerk und knappem Gewicht (16,2 kg) erzeugte es ein Traum-Handling, das man selten auf einem Bigbike erlebt. Draufsetzen, wohlfühlen – attestierte auch DH-Profi Wyn Masters und whippte sich mit dem Carbon-Boliden die Seele aus dem Leib. In Wyns Speed-Check belegte das deutsche Versender-Bike sogar einen ersten Platz gegen eine hochkarätige und teils doppelt so teure Konkurrenz (Mondraker, Intense, Specialized, Trek, YT). Unser Urteil damals: Top-Note 10 und Preis-Leistungstipp.

Auch die Optik des Canyon gefiel uns mit dem tief im Sitzrohr eingeschachtelten Dämpfer und markant geformten Sitzdom. Nur die Bremsanlage Sram Guide RSC stellte sich als unterdimensioniert heraus. Wir rüsteten auf mit einer Monsterscheibe von Trickstuff (223 mm) – Problem behoben!

Zwei Jahre lang scheuchten wir diese Black Beauty durch die Bikeparks – und es blieb unbeeindruckt. Zwar splitterten zwei der Plastik-Fender weg, die den Dämpfer schützen sollen, die Kettenführung verlor sein Röllchen, und die Kette rasselte den Lack vom Hinterbau – doch sonst zeigte sich das Sender unbeeindruckt von all den Bikepark-Prügeln, den üblen Landungen, den zu kurzen oder zu langen Sprüngen und verfehlten Ideallinien.

Ja, mehr noch – in vielen Situationen rettete uns das Bike den Arsch. Mir zum Beispiel in Leogang, als ich an einem Gelände-Double in der Worldcup-Strecke zu wenig abzog, im Gegenhang explodierte und die nächs­ten Meter weit über die Fox-40 gebeugt auf dem Vorderrad zurücklegte. Wann immer wir einen Bigbike-Test durchführten – das Sender hatten wir mit im Gepäck, als Referenz-Bike. Es musste zum Beispiel gegen die neue 29er-Fraktion antreten wie Scott neues Gambler oder das Santa Cruz V10 – und nie musste sich das Sender verstecken. Im Gegenteil: Es fuhr stets ganz vorne mit, war ähnlich gefällig und oft verspielter. So, genug gelobhudelt – jetzt müssen wir nur noch den Canyon-Jungs verklickern, dass wir ihre Kiste gerne noch eine dritte Saison fahren wollen!


PLUS Fahrwerk, Handling, Laufruhe, Optik


Minus Bremse

FAZIT: Das Canyon Sender ist für uns der Inbegriff eines Bigbikes. Denn es ist schnell und verspielt. Es kann Race und Park-Stunts – und das selbst in der Top-Variante zu einem erschwinglichen Preis.


Dimitri Lehner, FREERIDE Chefredakteur, kann den Trend zu langhubigen Enduros im Bikepark zwar verstehen, doch am sichersten fühlt er sich auf einem Bigbike. Am liebsten auf einem Bigbike wie dem Canyon Sender. Für ihn ist es das ideale Parkbike, weil handlich, potent, erschwinglich und hart im Nehmen.

Ronny Kiaulehn FREERIDE Chefredakteur Dimitri Lehner


Canyon Sender CF 9.0


Größe: Medium
Federweg: 200 mm / 200 mm
Lenkwinkel: 63°
Reach / Stack: 438 mm / 605 mm
Gewicht: 16,2 Kilo
Preis: 4499 Euro


Ale Di Lullo Diesen Artikel finden Sie in FREERIDE 4/2019 -  das Heft können Sie hier bestellen > FREERIDE IOS App (iPad) FREERIDE Android App 

Themen: CanyonDauertestParkbikeSender


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