Leichte Rutsche: Radon Slide 8.0 SE Leichte Rutsche: Radon Slide 8.0 SE Leichte Rutsche: Radon Slide 8.0 SE

Test 2014: 7 Race-Enduros im Vergleich

Leichte Rutsche: Radon Slide 8.0 SE

  • Christian Schleker
 • Publiziert vor 7 Jahren

Wow, das Radon ist leicht! Bei jedem Testrun fiel uns das auf, wenn wir die Bikes vom Trailer hoben. Knapp über 12 Kilo – das ist ein Spitzenwert für ein 650B-Enduro.

Wolfgang Watzke Radon Slide 8.0 SE 2014

Hauptverantwortlich für das niedrige Gewicht ist der Vollcarbonrahmen inklusive Wippe. Dass auch die Anbauteile und Federelemente keine Billigparts sind, macht den Preis von 3300 Euro richtig günstig. Die Geometrie ist lang und tief, allerdings fällt der Lenkwinkel mit fast 67 Grad etwas steiler aus als bei den meisten Konkurrenten. Das Radon ist bergauf und in coupiertem Gelände eine Rakete. Es beschleunigt extrem, setzt Antritte ohne Wippen in Vortrieb um und fühlt sich schnell an. Dabei sitzt man angenehm zentral. Gerade in flowigem Terrain pusht man sich mit dem "Slide" in einen Vollgasrausch. Das Handling ist spielerisch und direkt. Steifigkeitsprobleme hatten wir bei dem leichten Rahmen nicht.

Dafür zeigte der Hinterbau Schwächen, wenn das Gelände ernster wurde. Der "Monarch" wirkte dann zäh und überdämpft. Beim Anbremsen wurde das Heck unruhig. Die Fahrstabilität war dahin und der Federweg fühlte sich nicht nach 160 Millimetern an. Dass der Hinterbau mehr kann, wissen wir aus einem Test der BIKE-Kollegen, die das Bike mit einem Fox "Float RP3" getestet hatten und recht angetan waren. Gerade im Vergleich zum Lapierre, das dem gleichen Dämpfer eine geschmeidige Performance entlockt, fällt das Radon deutlich ab. Aber auch Bikes wie das Specialized oder das Focus bieten eine Klasse mehr Bodenhaftung und Sicherheit, wenn es schnell wird. So bleibt die Hinterbauperformance eher enttäuschend und wir mussten Punkte abziehen. Serienstreuung des Dämpfers? Der Hersteller kann es sich nur so erklären. Schade eigentlich, denn mit einem potenteren Dämpfer wäre das "Slide 8.0 SE" ein super Racer.


Fazit: Das Radon ist superleicht, schön verarbeitet und für den Preis richtig toll ausgestattet. Auf Trailtouren superschnell unterwegs und sehr sportlich. In heftigem Gelände ist der Hinterbau schwach. Die Kinematik braucht scheinbar ein anderes Set-up oder einen leistungsfähigeren Dämpfer.


Stärken: Gewicht, Geometrie, Handling
Schwächen: Hinterbaufunktion


Max Schumann (26): "Das Radon überzeugt durch sein niedriges Gewicht. Dadurch wirkt es schnell und leichtfüßig. Wenn es allerdings schnell wird, fühlt man sich weniger sicher."
Ines Thoma (24): "Reaktionsfreudig, leicht und agil. Bei diesem Preis ein echter RaceKnaller."


Herstellerangaben


Vertrieb   H&S Bikediscount GmbH  www.radon-bikes.com
Material/Größen   Carbon/16",18",20",22"
Preis/Gewicht ohne Pedale   3299 Euro/12,2 kg


Messdaten


Federweg vorn/hinten  160 mm/160 mm
Hinterbausystem   Viergelenker
Reach 418 mm
Stack 609 mm
BB-Drop -15 mm


Ausstattung 


Gabel/Dämpfer   RockShox Pike RCT3/RockShox Monarch RT3
Kurbeln/Schaltung   SRAM X01/ SRAM XO1
Bremsanlage  SRAM Elixir 9 Trail
Laufräder  DT Swiss Ex 1501 Spline Systemlaufradsatz, Schwalbe Hans Dampf 27,5X2,35 (Serie)

Daniel Simon Edelfeile: Ein metallic­rot lackierter Vollcarbonrahmen (inkl. Wippe!) mit Mini-Gewicht und konsequenter Raceausstattung. Viel Bike fürs Geld gibt es mit dem Radon Slide!

Daniel Simon Zug an der Luft: Gegen den aktuellen Trend führt Radon die Züge beim "Slide" auf dem Unterrohr. Optisch auch sehr aufgeräumt, aber unkomplizierter in der Wartung.

Daniel Simon Straffe Nummer: Mit dem "Monarch"-Dämpfer ließ sich das Potential des Radon-Hinterbaus leider nicht wirklich ausschöpfen. Gut bei flowigen Strecken, hölzern in rauem Gelände.

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