Lange Liebe: Canyon Spectral CF 8.0 EX Lange Liebe: Canyon Spectral CF 8.0 EX Lange Liebe: Canyon Spectral CF 8.0 EX

Dauertest: Canyon Spectral CF 8.0 EX

Lange Liebe: Canyon Spectral CF 8.0 EX

  • Dimitri Lehner
 • Publiziert vor einem Jahr

Das Trailbike Canyon Spectral wurde zum Dauertest wider Willen – ich fuhr es und fuhr es, und irgendwann wollte ich es nicht mehr hergeben.

Laurin Lehner Canyon Spectral CF 8.0 EX

Man kann ein Dauertest-Bike auch zu lange testen. Wie ich das Canyon Spectral. Seit Sommer 2017 bin ich damit unterwegs, und plötzlich kam ein Nachfolgemodell auf den Markt. Sprich: Dieses Bike gibt es nicht mehr zu kaufen! Leider, kann ich da nur sagen! Es war keine bewusste Entscheidung, die mich zum Spectral greifen ließ. Ich probierte es einfach aus – dabei hatte es in unserem Trailbike-Test nicht einmal besonders gut abgeschnitten. Im Vergleich zur Konkurrenz war es den Testern zu zahm gewesen, die Winkel nicht aggressiv genug.

Mir gefiel das Bike mit seiner präzisen Steuerung, dem leichten Gewicht (12,4 kg), angenehmen Handling und vor allem: der blitzartigen Beschleunigung. Ich scheuchte das grün-goldene Bike mit dem schön geschwungenen Rahmen durch ziemlich jedes Gelände. Alpine Berg-Touren, knifflige Abfahrten durch Minenschächte (am Petzen, S. 98), flowige Trail-Fahrten, Vollgasgeprügle in Latsch (mit Downhill-Bereifung), viele Kilometer auf Forstwegen bei jedem Wetter – das Spectral musste so einiges über sich ergehen lassen und blieb dabei immer gelassen. Wenn’s richtig rau wurde, musste ich den Lenker gut festhalten, dennoch erstaunte mich, wie nahe das Spectral mit seinem knappen Federweg (150 mm / 140 mm) an die Performance eines Enduros rankam. Selbst hohe Drops ließ ich nicht aus – eine steile Landung vorausgesetzt. Gab’s die nicht, hatte ich eine willkommene Ausrede, den Stunt nicht zu wagen ("Ist ja nur ein Trailbike!") – und meine Bandscheiben freuten sich.

Super: die Ausstattung! Oft will ich an einem neuen Bike etwas verändern: Lenker, Vorbau, Griffe, Reifen. Hier nicht. Am Canyon passte alles – bis vielleicht auf die 1x11-Schaltung. Denn, wenn’s richtig steil wird, ist ein zwölftes Ritzel doch eine feine Sache. Sehr bewährt: die Bereifung. Maxxis Highroller II für gute Führung vorne, Minion SS Semi-Slick mit kräftigen Seitenstollen hinten für schnelles Rollen. Nur der Dämpfer fing kürzlich an zu schmatzen – er kriegt jetzt den wohlverdienten Service.


STÄRKEN   Handling, Gewicht, Einsatzbereich, Ausstattung
SCHWÄCHEN   Keine


FAZIT: Das Canyon Spectral hat einen enormen Einsatzbereich. Man kann ihn noch weiter Richtung Gravity ausdehnen, verpasst man dem Bike Downhill-Reifen. Dann fährt es sich wie ein Enduro. Kaum Wartung, viele Fahrten, und noch immer funktioniert alles. Leider gibt es dieses Modell nicht mehr zu kaufen, doch der Nachfolger soll ähnlich gut sein.


DATEN


Preis: 3499 €
Gewicht: 12,4 kg
Federweg: 150 mm/140 mm
Reach: 423 mm
Stack: 603 mm
Lenkwinkel: 66,5°
Sitzwinkel: 74,5°
Web: canyon.com


TESTER


Dimitri Lehner
Gewicht: 75 kg
Größe: 1,79 Meter

Ronny Kiaulehn FREERIDE Chefredakteur Dimitri Lehner


Arthus Chambre,Wolfgang Watzke Diesen Artikel finden Sie in FREERIDE 1/2019 - das Heft können Sie hier bestellen > FREERIDE IOS App (iPad) FREERIDE Android App 

Themen: CanyonSpectralTest


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