KTM Egnition KTM Egnition KTM Egnition

Fahrbericht

KTM Egnition

  • Dimitri Lehner
 • Publiziert vor 10 Jahren

Darf man den Berg mit Elektro-Unterstützung hochradeln oder ist das Mogelei? Die Frage schwingt in jedem Satz mit, den man übers E-Biken liest. Doch lassen wir die Moral mal beiseite! Wir wollen schlichtweg wissen, ob sich E-Bikes auch im Freeride-Terrain bewähren.

Heiko Mandl Gewicht macht träge. Vor allem, wenn das Gelände vollen Einsatz und volle Beweglichkeit erfordert. Superantrieb schön und gut, doch kann das 33 Kilo schwere KTM „Egnition“ bergab tatsächlich Fahrspaß bieten?

Mit einem massiven 1200-Watt-Mittelmotor strotzt das "eGnition" vor Kraft. Soviel, dass ein Nummernschild, Blinker und Spiegel nötig sind. KTM verkauft das E-Bike nämlich nur mit Straßenzulassung. Wer abseits öffentlicher Straßen fährt, ist auf sich gestellt. Noch ist das gesetzliche Grauzone. Mit 210 Millimetern Federweg hinten und der Rock Shox "Totem" (180 Millimeter) vorne, will das Bike voll freeridetauglich sein. Logisch, denkt man, wären da nicht die 33 Kilo Gesamtgewicht. Wir testen im Bikepark Bischofsmais, denn da gibt es Freeride-Terrain.

Tritt man an, glaubt man Lance Armstrong, Erik Zabel und Jan Ullrich gemeinsam mit in die Pedale treten. Wie mit einem Mofa brausen wir den Berg hoch und hängen selbst die Sesselliftbenutzer ab. Diese Beschleunigung begeistert. Mit etwa 35 km/h aus dem Akku treten wir nur noch symbolisch, damit die Wanderer am Wegesrand nicht stutzig werden. Das leise Motorsurren versteckt sich im Knirschen der Kiesel unter den Reifen. Nur dass man beim Schalten nicht treten darf, nervt. Mit trockener Stirn und Ruhepuls erreichen wir den Gipfel.

Bergab schalten wir den Motor aus, da stört der E-Schub. Die Schwerkraft übernimmt. Die bescheunigt zwar ausreichend, doch die 33 Kilo lassen uns wie eine schwere Bowlingkugel über den Trail rollen – das macht Spaß, wirkliches Freeriden ist es aber nicht. Alles, was man sonst gerne macht, wie Bunnyhops und Geländesprünge, wird zum Gewaltakt.

Und dann ist da noch der Preis: 8888 Euro. Aua!


Kurzum: Noch zu teuer, noch zu schwer, doch ein sehr interessantes Konzept mit definitiv Potenzial.

Mehr Infos unter: www.ktm-bikes.at

Themen: EgnitionFahrberichtKTM


Lesen Sie das FRERIDE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Neuheiten 2015: Giant Glory Zero 650B
    Das Giant Glory im Praxistest in British Colombia

    19.03.2015Zwei Jahre tüftelte Giant am neuen „Glory“ – wir durften es testen. Natürlich nicht irgendwo, sondern in British Columbia, Kanada. Unsere Eindrücke und wie uns das Rad gefallen ...

  • Fahrbericht
    KTM Egnition

    14.08.2011Darf man den Berg mit Elektro-Unterstützung hochradeln oder ist das Mogelei? Die Frage schwingt in jedem Satz mit, den man übers E-Biken liest. Doch lassen wir die Moral mal ...

  • Fahrbericht: Federgabel SR Suntour Durolux R2C2
    Federgabel SR Suntour Durolux R2C2 im Check

    08.11.2016Die Durolux war bislang keine Alternative zu den Topgabeln. Das soll sich jetzt ändern. Mit neuem Design, Highend-Kartusche und einem Kampfpreis.

  • Neuheiten 2015: Kona Precept DH 200
    Günstiger Downhiller von Kona im Praxistest

    04.03.2015Neben dem bewährten Downhiller „Operator“ schiebt der kanadische Hersteller Kona jetzt das „Precept“ auf den Markt. Das günstige Big Bike soll jungen Gravity-Fans den Einstieg ins ...