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Test 2014: 3 edle Downhiller

Kampfansage: Reichmann RIP

  • Laurin Lehner
 • Publiziert vor 7 Jahren

Im Leben des Matthias Reichmann dreht sich alles um Racing. Der Ingenieur lebt den Sport. Vor allem: Er fährt auch selbst erfolgreich Rennen. Daher waren wir auf sein Custom-Bike besonders neugierig.

Lars Scharl Beziehungsprobleme: Mit dem Reichmann wurde Promi-Tester Johannes Fischbach nicht warm. Das Custom-Bike vom Bodensee trieb dem Racer Stress-Falten auf die Stirn. "Das Reichmann kann in diesem Testfeld nicht mithalten", sagt Fischbach. 

Er stellt das "RIP" in Kleinserie in Deutschland her. Ein Test nach dem Motto: Ein Mini-Label fordert die Platzhirsche zum Kampf. Das erzeugt immer Spannung. Insgeheim hofften wir, dass das "RIP" die Amis so richtig vermöbelt. Doch das ist leider nicht passiert. Stattdessen hatten wir mit dem "RIP" unsere Mühe. Bei den ersten Testfahrten kamen wir mit dem Set-up nicht zurecht (dabei hatte Reichmann versprochen, es perfekt für uns abzustimmen). Selbst die Manitou "Dorado" – bekannt für butterweiches Ansprechverhalten –  zickte rum und reichte Schläge an die Handgelenke weiter. Auch an das Handling konnten wir uns nicht gewöhnen. Kein Spaß!

Daniel Simon Ein Racer "made in Germany": Reichmann stellt das "RIP" in Kleinserie her. Auffällig: der technisch wirkende Hinterbau mit weit hinten sitzendem Dämpfer. Toll: die leichten Carbon-Laufräder – sie drücken das Gewicht auf knappe 16,3 Kilo.

Nach Rücksprache veränderten wir das Set-up, tauschten die defekte "Dorado" gegen eine "Boxxer Worldcup" und wurden dennoch nicht richtig glücklich mit dem Bike. Im Vergleich zur Konkurrenz kann das "RIP" so nicht mithalten. Der Hinterbau bringt zu wenig Laufruhe ins Heck – trotz der langen Kettenstreben (448 Millimeter). Es fällt schwer, Schwung im Bike zu halten, in schnellen Kurvenwechseln wirkt es träge, es kommt in Steinfeldern ins Stolpern, zeigt sich wenig verspielt (lässt sich zum Beispiel kaum in einen Manual ziehen), will ständig extrem aktiv gefahren werden und rappelt zudem laut. Ein rassiger Racer? "Also ich komm’ damit auch nicht klar", bestätigte Fischbach unseren Eindruck. Schade!


Fazit: Das Reichmann ist ein sehr spezielles Bike. Wir konnten uns an seine Geometrie, das Handling und das straffe Fahrwerk nicht wirklich gewöhnen. Sorry!


Stärken: Bremse
Schwächen: störrisch eGabel, Lenker, spezielle Geometrie


Johannes Fischbach (26): "Das Reichmann lag mir nicht. Die Gabel bockte, mit dem Handling kam ich nicht klar, selbst den Lenker fand ich eigenartig. Bei Speed fühlte ich mich unsicher. Da spielen Devinci und Specialized in einer anderen Liga."


Herstellerangaben


Vertrieb   Reichmann Engineering  www.reichmann-engineering.de
Material/Größen   Alu/S,M,L,XL
Preis/Gewicht ohne Pedale   6 300 Euro/16,3 kg


Messdaten


Federweg vorn/hinten   200 mm/203-218 mm
Hinterbausystem   Mehrgelenker


Ausstattung

Daniel Simon Arbeitsverweigerer: Leider schickte Reichmann sein Bike mit einer schlecht funktionierenden Manitou "Dorado" in den Test. Unser Mechaniker vermutet ausgeschlagene Buchsen. Wir tauschten sie gegen eine RockShox "WC".


Gabel/Dämpfer   Manitou Dorado Pro/Cane Creek Double Barrel
Kurbeln/Schaltung   Reverse Legend/Shimano Saint
Bremsanlage  Shimano Saint
Laufräder    Flowrider Racing Carbon Laufräder, Tune Naben, Schwalbe Muddy Mary Evo DH 2,35 Reifen

Daniel Simon Geschmackssache: Der CaneCreek-Dämpfer steckt in einem gefrästen Hinterbau. Per Flip-Chip lässt sich der Federweg von 203 auf 218 Millimeter verlängern. Wir fuhren die vom Hersteller Reichmann empfohlene 203er-Einstellung. 

FREERIDE Magazin FREERIDE-RANKING: Die Zahl (maximal 10 Punkte) gibt den Gesamteindruck wieder und ist keine Addition von Downhill- und Bikepark-Punkten. Die Bewertung bezieht sich nur auf das jeweilige Testfeld.

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