Kampfansage: Reichmann RIP Kampfansage: Reichmann RIP Kampfansage: Reichmann RIP

Test 2014: 3 edle Downhiller

Kampfansage: Reichmann RIP

  • Laurin Lehner
 • Publiziert vor 8 Jahren

Im Leben des Matthias Reichmann dreht sich alles um Racing. Der Ingenieur lebt den Sport. Vor allem: Er fährt auch selbst erfolgreich Rennen. Daher waren wir auf sein Custom-Bike besonders neugierig.

Lars Scharl Beziehungsprobleme: Mit dem Reichmann wurde Promi-Tester Johannes Fischbach nicht warm. Das Custom-Bike vom Bodensee trieb dem Racer Stress-Falten auf die Stirn. "Das Reichmann kann in diesem Testfeld nicht mithalten", sagt Fischbach. 

Er stellt das "RIP" in Kleinserie in Deutschland her. Ein Test nach dem Motto: Ein Mini-Label fordert die Platzhirsche zum Kampf. Das erzeugt immer Spannung. Insgeheim hofften wir, dass das "RIP" die Amis so richtig vermöbelt. Doch das ist leider nicht passiert. Stattdessen hatten wir mit dem "RIP" unsere Mühe. Bei den ersten Testfahrten kamen wir mit dem Set-up nicht zurecht (dabei hatte Reichmann versprochen, es perfekt für uns abzustimmen). Selbst die Manitou "Dorado" – bekannt für butterweiches Ansprechverhalten –  zickte rum und reichte Schläge an die Handgelenke weiter. Auch an das Handling konnten wir uns nicht gewöhnen. Kein Spaß!

Daniel Simon Ein Racer "made in Germany": Reichmann stellt das "RIP" in Kleinserie her. Auffällig: der technisch wirkende Hinterbau mit weit hinten sitzendem Dämpfer. Toll: die leichten Carbon-Laufräder – sie drücken das Gewicht auf knappe 16,3 Kilo.

Nach Rücksprache veränderten wir das Set-up, tauschten die defekte "Dorado" gegen eine "Boxxer Worldcup" und wurden dennoch nicht richtig glücklich mit dem Bike. Im Vergleich zur Konkurrenz kann das "RIP" so nicht mithalten. Der Hinterbau bringt zu wenig Laufruhe ins Heck – trotz der langen Kettenstreben (448 Millimeter). Es fällt schwer, Schwung im Bike zu halten, in schnellen Kurvenwechseln wirkt es träge, es kommt in Steinfeldern ins Stolpern, zeigt sich wenig verspielt (lässt sich zum Beispiel kaum in einen Manual ziehen), will ständig extrem aktiv gefahren werden und rappelt zudem laut. Ein rassiger Racer? "Also ich komm’ damit auch nicht klar", bestätigte Fischbach unseren Eindruck. Schade!


Fazit: Das Reichmann ist ein sehr spezielles Bike. Wir konnten uns an seine Geometrie, das Handling und das straffe Fahrwerk nicht wirklich gewöhnen. Sorry!


Stärken: Bremse
Schwächen: störrisch eGabel, Lenker, spezielle Geometrie


Johannes Fischbach (26): "Das Reichmann lag mir nicht. Die Gabel bockte, mit dem Handling kam ich nicht klar, selbst den Lenker fand ich eigenartig. Bei Speed fühlte ich mich unsicher. Da spielen Devinci und Specialized in einer anderen Liga."


Herstellerangaben


Vertrieb   Reichmann Engineering  www.reichmann-engineering.de
Material/Größen   Alu/S,M,L,XL
Preis/Gewicht ohne Pedale   6 300 Euro/16,3 kg


Messdaten


Federweg vorn/hinten   200 mm/203-218 mm
Hinterbausystem   Mehrgelenker


Ausstattung

Daniel Simon Arbeitsverweigerer: Leider schickte Reichmann sein Bike mit einer schlecht funktionierenden Manitou "Dorado" in den Test. Unser Mechaniker vermutet ausgeschlagene Buchsen. Wir tauschten sie gegen eine RockShox "WC".


Gabel/Dämpfer   Manitou Dorado Pro/Cane Creek Double Barrel
Kurbeln/Schaltung   Reverse Legend/Shimano Saint
Bremsanlage  Shimano Saint
Laufräder    Flowrider Racing Carbon Laufräder, Tune Naben, Schwalbe Muddy Mary Evo DH 2,35 Reifen

Daniel Simon Geschmackssache: Der CaneCreek-Dämpfer steckt in einem gefrästen Hinterbau. Per Flip-Chip lässt sich der Federweg von 203 auf 218 Millimeter verlängern. Wir fuhren die vom Hersteller Reichmann empfohlene 203er-Einstellung. 

FREERIDE Magazin FREERIDE-RANKING: Die Zahl (maximal 10 Punkte) gibt den Gesamteindruck wieder und ist keine Addition von Downhill- und Bikepark-Punkten. Die Bewertung bezieht sich nur auf das jeweilige Testfeld.

Gehört zur Artikelstrecke:

Edel-Downhiller 2014


  • Test 2014: 3 edle Downhiller
    Big Bike Royal: Downhill-Bikes im Vergleich

    13.10.2014Freeriden ist unvernünftig. Erstens ist es gefährlich. Zweitens kann dich die Bike-Anschaffung in den Ruin treiben. Wir haben drei Pleitemacher getestet – gemeinsam mit ...

  • Test 2014: 3 edle Downhiller
    Geiles Stück: Devinci Wilson Carbon SL

    12.10.2014Wäre das Devinci eine Frau, sie hätte die Maße 90-60-90. Diese Kurven, diese Formen! Schon auf den ersten Blick sieht selbst ein Laie: Das ist ’ne heiße Kiste.

  • Test 2014: 3 edle Downhiller
    Kampfansage: Reichmann RIP

    12.10.2014Im Leben des Matthias Reichmann dreht sich alles um Racing. Der Ingenieur lebt den Sport. Vor allem: Er fährt auch selbst erfolgreich Rennen. Daher waren wir auf sein Custom-Bike ...

  • Test 2014: 3 edle Downhiller
    Wa(h)re Liebe: Specialized Demo 8 S-Works

    12.10.2014Gesehen – verliebt! So erging es uns allen. Die Luxusvariante des Big-Bike-Klassikers "Demo" ist wahres "Eye Candy", wie die Amis sagen: Augenzucker.

Themen: Downhill-BikesDownhillerReichmannRipTest

  • 0,00 €
    Edel-Downhiller

Lesen Sie das FRERIDE Magazin. Einfach digital in der Delius Klasing Kiosk App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Bikepark-Test: Todtnau (Deutschland)
    Bikepark Todtnau im großen Vergleichstest

    04.01.2016Der Park liegt mitten im Schwarzwald und ist für seine Downhill-Abfahrt bekannt. Hier trainiert auch Local Marcus Klausmann regelmäßig.

  • Test 2014: 7 Race-Enduros im Vergleich
    Trendverweigerer: Specialized Enduro S-Works

    15.10.2014Wie die Zeit vergeht. Bis letztes Jahr galt Specialized als Vorreiter der tiefen Tretlager. In diesem Test hat es – im Verhältnis zur Radachse – das höchste. Denn das "Enduro ...

  • Einzeltest 2019: Schuhe Five Ten Impact Sam Hill
    Flatpedal-Schuh: Five Ten Impact Sam Hill3

    25.12.2019Verrückt: Alle Racer schwören auf Klick-Schuhe, doch der australische Wunder-Racer Sam Hill fährt noch immer seinen Signature-Schuh Impact von Five Ten auf Flatpedals.

  • Test Big Bikes 2012
    12 Downhill-Boliden fürs Grobe

    01.06.2012Ihr habt gemeckert – und wir haben verstanden: Vorerst keine Superenduros mehr, sondern Big Bikes sollten wir testen. Haben wir hiermit gemacht. Zwölf Downhiller bis 4000 Euro ...

  • Test 2016: Bike Bags für die Reise von Evoc und B-Box
    Duell Hard- gegen Softcase: Evoc vs. B-Box

    25.11.2016Softcase oder Hardcase? Wie soll man sein geliebtes Bike auf Reisen verpacken? Ein Duell.

  • Neuheiten 2012
    Handschuhe Oakley Factory Lite

    27.11.2011Der Oakley trifft den momentanen Trend der dünnen, leichten, kaum gepolsterten Gloves. Panzerhandschuhe sind out.

  • Einzeltest 2019: Sattelstütze Vecnum Nivo
    Zuverlässige Stütze: Vecnum Nivo

    28.12.2019Die Vecnum Moveloc steckte drei Jahre in einem unserer Test-Bikes und gab nie Anlass zur Klage. Im gleichen Zeitraum haben diverse Rockshox Reverbs und Kind Shock LEVs Luft ...

  • Kurztest 2020: Flatpedal Tatze MC-Air
    Flatpedal Tatze MC-Air im Praxis-Check

    18.05.2020Die MC-Air von Tüftler Armin Hofreiter reizten mich optisch weniger. Das Versprechen, was mir Armin gab, dagegen sehr.

  • Test 2015: Gelenkprotektor Poc Joint VPD 20
    Knieprotektor Poc Joint VPD 20 im Test

    15.07.2015Hervorragende Dämpfungswerte und sicheres Tragegefühl. Leider ist der Poc Joint teuer. Trotzdem auf dem Weg zum Testsieger.