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Test 2016: Turner RFX V40

Freerider: Turner RFX V40 im Test

  • Peter Nilges
 • Publiziert vor 5 Jahren

Vor 16 Jahren rollte das erste Turner RFX über die Trails – ein echter Free­rider. Jetzt kommt die vierte Version der kalifornischen Kultmarke im leichten Carbon-Gewand und richtet sich an Enduristen.

Enduro oder Freeride? Die Frage stellt sich beim Turner RFX. Der Hersteller sagt Enduro, die üppigen 180 Millimeter Hub vorne und 165 Millimeter hinten versprechen Freeride-Gene.

Wuchtig und potent präsentiert sich das neue RFX mit voluminösem Carbon-Geröhr und ebenso martialischer 180er-Gabel. Dezent und filigran sucht man hier vergebens, es sei denn beim Gewicht. Anders als erwartet, drückt das Turner durch seinen hochwertigen Highmodulus-Carbon-Rahmen mit überschaubaren 13 Kilo (ohne Pedale) auf die Waage. Den Rahmen mit Dämpfer beziffert Turner dabei auf rund 3000 Gramm. Wer den Kult-Ami fahren will, muss für das Rahmenkit allerdings gewaltige 3399 Euro aufbringen, was sich in etwa auf Augenhöhe mit Santa Cruz bewegt. Kalifornische Bikes sind nun mal teuer.

Auf dem Tschilli-Trail in Latsch und im Bikepark Spicak fühlten wir dem neuen RFX auf den Zahn. Das Turner hängt gut am Gas und beschleunigt ausgezeichnet, was bei den leichten Laufrädern nur wenig verwundert. Auch ohne Plattform pumpt der Hinterbau im Wiegetritt nur leicht. Ideal für kurze Zwischensprints. In den ersten losen Kurven wird jedoch klar, dass die Reifen ein limitierender Faktor sind. Der leichte Aufbau und die harte Fast-Rolling-Light-Mischung der WTB-Kombi sorgen für schwachen Grip und Dämpfung. Sei es drum. Die folgende Rumpelpassage nimmt das Turner dennoch mit Feingefühl. Der Hinterbau mit RockShox Monarch-Dämpfer klebt souverän am Boden und generiert gute Trak­tion. Mit einem Lenkwinkel von 65,7 Grad und eher langen 439er-Kettenstreben tendiert das RFX mehr in Richtung Laufruhe als verspieltem Trail­räuber. Feintuning in Sachen Lenkwinkel ist durch einen Winkelsteuer­satz möglich, wodurch sich Gabeln zwischen 160 und 180 Millimeter eignen. Die verbaute 180er-X-Fusion-Metric schafft Vertrauen, sorgt aber auch für eine hohe Front. Um den großen Stack auszugleichen, sollte man auf Spacer verzichten und einen flachen Lenker fahren, so bekommt man genügend Druck aufs Vorderrad. Gut: In steilen Passagen steht die Gabel hoch im Federweg. Wird es dagegen richtig schnell, ist der potente Hinterbau der Gabel überlegen.


Fazit: Fans einer eigenständigen, wuchtigen Optik werden am steifen RFX ihre wahre Freude haben. Das Turner kann nicht nur teuer, sondern verfügt auch über einen hervorragenden Hinterbau. Details wie ungeschützte, auf der Kettenstrebe verlegte Schaltaußenhüllen passen weniger ins gute Bild des wandlungsfähigen Amis.


PLUS  guter Hinterbau, leicht, hohe Steifigkeit
MINUS  hohes Tretlager, schlechte Reifen

Wuchtbrumme: das Turner RFX V 4.0 setzt auf große Rohrdurchmesser aus edlem Carbon. Das in vier Größen erhältliche Rahmenkit schlägt bei Importeur Shocker Distribution mit 3 399 Euro zu Buche. Autsch!


Herstellerangaben


Vertrieb  Shocker Distribution,  www.shocker-distribution.com
Material/Größen   Alu/S,M,L,XL
Preis/Gewicht ohne Pedale   7 499 Euro/13 kg


Messdaten  


Federweg vorne/hinten   180 mm/165 mm
Hinterbausystem DW-Link


Ausstattung 


Gabel/Dämpfer X-Fusion Metric HLR/RockShox Monarch Plus DA
Kurbeln/Schaltung   SRAM XO/SRAM X01
Bremsanlage  Magura MT 7
Laufräder  Industry Nine Enduro 27,5 Systemlaufradsatz, WTB Vigilante 2,3 (vo.), WTB Trail Boss 2,4 (hi.) Reifen

Test 2016: Turner RFX V40

Diesen Artikel finden Sie in FREERIDE 4/2015 - das Heft können Sie hier bestellen > FREERIDE IOS App (iPad) FREERIDE Android App 

Themen: FreeriderRFXTestTurner


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