Enduro: Centurion Trailbanger EXC im Check Enduro: Centurion Trailbanger EXC im Check Enduro: Centurion Trailbanger EXC im Check

Test 2016: Centurion Trailbanger EXC

Enduro: Centurion Trailbanger EXC im Check

  • Peter Nilges
 • Publiziert vor 5 Jahren

Drei Jahre Entwicklung investierte Centurion in das neue Trailbanger EXC. Mit langer 170er-Gabel und 168 Millimetern am Heck entschied sich Centurion für einen außergewöhnlichen Weg. Geht die Rechnung auf?

Wolfgang Watzke Braaap! Tester Paul "banged" die Trails mit dem Centurion. Wir sind gespannt, wie sich das Top-Modell mit dem potenteren Fahrwerk in unserem Vergleichstest schlagen wird. 

Lang, flach und tief lautet der aktuelle Trend im Enduro-Segment. Der Reach wird länger, die Lenkwinkel tendieren Richtung Downhill und die Tretlager sinken ab. Das Ganze gerne kombiniert mit möglichst kurzen Kettenstreben. In dieser Hinsicht ist das neue Trailbanger vollkommen up to date. Beim Testbike in mittlerer Rahmenhöhe beträgt der Reach bereits üppige 448 Millimeter, kombiniert mit einem 65,5-Grad-Lenkwinkel und einem 336 Millimeter tiefen Tretlager, garniert mit kurzen 425er-Kettenstreben. Centurion presst diese Daten in einen Viergelenker mit aufgeräumter Optik und einem soliden, wenn auch eher schweren Rahmen (3559 Gramm inklusive Dämpfer). Und wie fährt sich das gute Stück nun? Durch den langen Radstand ist Laufruhe angesagt.

Ein Bike, mit dem man im Gerumpel lieber draufhält, statt tänzelnd Haken zu schlagen, um Problemstellen im Trail zu umschiffen. Ein Richtungswechsel verlangt daher nach Körpereinsatz. Verspielt und agil ist das Trailbanger nicht. In verwinkelten Passagen fährt sich das Bike trotz kurzer Kettenstreben etwas sperrig. Mit 170 Millimetern Federweg ist das Centurion nominell gut bestückt. Wir hätten uns gemessen am Federweg allerdings mehr erwartet. Im direkten Vergleich zu einer RockShox Pike konnte die verbaute Performance-Version der Fox 36 nicht ganz mithalten. Auch der Hinterbau arbeitet eher straff und liegt bei schnellen Schlägen nicht so satt, wie wir es von anderen 170er-Fahrwerken gewohnt sind, was auch an dem "normalen" Fox-Float-Dämpfer ohne Ausgleichsbehälter liegen könnte. Erst das teurere Modell Trailbanger Team kommt mit potenterem Dämpfer. Bergauf überzeugt der antriebsneutrale Hinterbau, der auch im Wiegetritt äußerst stabil bleibt und für guten Vortrieb sorgt. Damit sind selbst lange Touren kein Problem. Details wie eine eigene Kettenführung gefallen, auch wenn das Centurion in Abfahrten sehr laut klapperte. Eine ISCG-Aufnahme ist ebenfalls vorhanden. Die solide Ausstattung lässt ansonsten keinerlei Wünschen offen.


Fazit: Das neue Trailbanger EXC ist mehr solides Arbeitstier als verspieltes Spaß-Bike. Trotz langem Federweg fällt das Fahrwerk eher straff aus und könnte lebendiger funktionieren. Tipp: Im Zweifel lieber zur kleineren Rahmengröße greifen; das Bike fällt lang aus.


PLUS  solider, steifer Rahmen, Laufruhe
MINUS  wenig verspielt, straffes Fahrwerk

Wolfgang Watzke Aufgeräumt und clean: Das Trailbanger verzichtet auf Schnickschnack und überzeugt durch klare Linien. Drei Ausstattungsvarianten von 2849 bis 6799 Euro sind in je drei Rahmengrößen erhältlich. 


Herstellerangaben


Vertrieb  Merida & Centurion Germany GmbH,    www.centurion.de
Material/Größen   Alu/43,48,53
Preis/Gewicht ohne Pedale   3 999 Euro/13,8 kg


Messdaten  


Federweg vorne/hinten   170 mm/170 mm
Hinterbausystem   Viergelenker


Ausstattung 


Gabel/Dämpfer  Fox 36 Float/Fox Float DPS
Kurbeln/Schaltung   SRAM GX 1400 Boost/SRAM X1
Bremsanlage  SRAM Guide R
Laufräder  Alexrims Volar 2.7 Felgen, SRAM MTH Naben, Schwalbe Magic Mary Evo Trail Star 2,35 Reifen

FREERIDE Magazin Centurion Trailbanger EXC

Ale Di Lullo Diesen Artikel finden Sie in FREERIDE 4/2015 - das Heft können Sie hier bestellen > FREERIDE IOS App (iPad) FREERIDE Android App 

Themen: CenturionEnduroTestTrailbanger


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