Alutech Tofane 29 2015 Alutech Tofane 29 2015 Alutech Tofane 29 2015

Neuheiten 2015: Schon getestet

Alutech Tofane 29 2015

  • Dimitri Lehner
 • Publiziert vor 7 Jahren

29-Zoll-Bikes im FREERIDE-Magazin? Bitte nicht! Doch dann kam das Alutech „Tofane“ und brachte unser Weltbild durcheinander. Das kann ja heiter werden!

Tom Bause Alutech Tofane 29 2015: Schreckt vor kaum einer topographischen Herausforderung zurück: Das 29-Zoll-Enduro von Alutech begeistert durch ein unerwartet verspieltes Handling.

BMW-Fahrer sind Raser, Französinnen sex­verliebt, braune Bananen schützen vor Krebs und Regenwürmer-Retten gibt gutes Karma. Ich habe so meine Vorurteile. Hier noch eins: 29-Zoll-Räder sind Spaßverderber. Und das ist das Letzte, was ich beim Biken brauche – ’ne Spaßbremse. Damit meine ich so ein sperriges Bike, das vielleicht ’nen Ticken besser hängende Wurzelteppiche traversiert, doch beim Bunnyhop wie ein Gartenzaun zwischen den Beinen klemmt. Wo sich beim Manual mit den Riesenrädern selbst Arnold Schwarzenegger ’ne Zerrung in den Bizeps ziehen würde. Und bei Drop-Landungen der Hinterreifen meinem Po so nah kommt, dass ich ein ungewolltes Anal-Peeling befürchten muss. Nee danke.

Daher schwang ich mich nur mit Widerwillen und dank gewiefter Psychologie durch Konstruktuer Jürgen Schlender auf das neue Alutech "Tofane" – und erlebte auf dem Trail eine Überraschung! Von wegen "nicht verspielt" oder gar sperrig. Das "Tofane" fährt sich so handlich, dass die großen Laufräder schnell vergessen sind. Auch den üblichen Handling-Check ließ es munter über sich ergehen: Bunnyhop, Manuals, schnelle Kurvenwechsel – gibt’s doch nicht! Das Geheimnis liegt laut Konstrukteur Schlender in der speziellen Geometrie des Alutech. Ein extrem flacher Lenkwinkel (66 Grad) in Verbindung mit einem tiefen Schwerpunkt und einer für 29-Zöller kurzen Kettenstrebe (437 Millimeter) machen aus dem "Tofane" ein ganz besonderes Bike. Es musste in den anspruchsvollen, schnellen Trails von Nauders den Vergleich zu großhubigeren Bikes nicht fürchten – und das obwohl das Bike "nur" über ein 150er-Fahrwerk verfügt. Hier punktet der Mix aus großen Laufrädern und potenten Feder­elementen. Uns hat die Kombi aus Formula-Gabel und CaneCreeks "Double Barrel" mit Anti-Wipphebel sehr gut gefallen. Natürlich begeistert das Gewicht dieses Bikes. 12,5 Kilo bei dieser Abfahrts-Performance – das kann sich sehen lassen. Alutech erreicht das mit einer Carbon-Diät: Der komplette Hinterbau ist aus Plastik.

Gut: Der aufrechte 75er-Sitzwinkel. Das sorgt für viel Vortrieb beim Uphill, so dass man selbst steile Berge recht komfortabel erkurbeln kann. Die Ausstattung macht Sinn: aufgeräumte Optik dank 1x11-fach-Schaltung und kabelloser Teleskopstütze. Auch der Look mit den geschwungenen Rohren in eloxiertem Rot gefällt. Kurzum: Noch konnten wir keine Schwächen entdecken – mal sehen, wie sich Alutechs neues Baby in einem Vergleichstest schlägt. Preis: 4499 €.


Fazit: Wieder was dazugelernt: 29-Zoll-Bikes können auch Freeridern richtig viel Spaß machen, wendig und agil sein. Das leichte Alutech "Tofane" ist ein gelungenes Enduro mit sehr breitem Einsatzbereich: Trailfahrten, Epic-Rides, Alpenüberquerungen, alpines Freeriden – alles drin.


PLUS Downhill-Performance, breiter Einsatzbereich, Gewicht
MINUS wenig Reifen-Freiheit am Heck

Infos alutech-cycles.com

Tom Bause Alutech Tofane 29 2015: Ein Kettenblatt, elf Gänge – das spart Gewicht, sieht aufgeräumt aus und reicht allemal, um auf jeden Berg zu kommen, eine gewisse Fitness vorausgesetzt. 

Tom Bause Geheimnis der Downhill-Fähigkeiten: Die Federelemente des Alutech "Tofane" und eine durchdachte Kinematik spendieren dem 150-Millimeter-Bike ein beeindruckendes Fahrwerk.

Tom Bause

Themen: AlutechFahrtestNeuheitenSchon gefahrenTofane


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