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18 Enduro Helme im TÜV Crash-Test

  • Dimitri Lehner
 • Publiziert vor 4 Jahren

Die Enduro-Welle hat auch die Bikehelm-Entwicklung erfasst. Jetzt gibt’s Fullface-Helme und schicke Halbschalen speziell für Enduro-Piloten. Doch sind die wirklich sicher? Wir ließen beim TÜV testen.

Sven Martin Mumpf! Mit Vollgas auf den Kopf. Gravity-Biken gleicht mittlerweile Motocross: viel Speed, hohes Risiko. Die gängige Prüfnorm EN 1078 wird den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht. So wird etwa der Kinnbügel überhaupt nicht geprüft. 

"Alles ist besser, als gar keinen Helm zu tragen", sagt Frank Proksch, Entwicklungschef beim Helmhersteller Uvex, "Wir haben kein Problem mit unsicheren Helmen – wir haben ein Helmtrage-Problem!" Tatsächlich tragen laut Statistik nur 47 Prozent aller Biker einen Helm, also nur knapp die Hälfte.

85 Prozent der Verletzungen könnten verhindert werden, trügen die Biker einen Helm, glauben Experten. Gerade da, wo’s am gefährlichsten ist, fahren die meisten ohne Helm: bei Fahrten in der Stadt, auf hartem Asphalt. Da können wir Gravity-Biker nur die Schultern zucken. Denn: Im Bikepark oder mit Vollgas auf einer Downhill-Piste wie Schladming ohne Helm? Das würden wir nie machen. Wir tragen Helm! Aber welchen? Unfallforscher und TÜV-Ingenieure raten Gravity-Bikern zu maximalem Schutz und empfehlen Helme, die die strenge Norm ECE 22 für Motorradhelme erfüllen. "Da ist die Norm für Fahrradhelme EN 1078 zu lasch", sagt TÜV-Prüferin Christiane Reckter, "zudem prüft die 1078 nicht den Kinnbügel." Gerade im allgegenwärtigen Enduro-Trend tauchen jetzt Fullface-Helme auf, die gut belüftet, leicht und oftmals mit abnehmbarem Kinnschutz ausgestattet sind. Doch sind diese Helme auch sicher? Um das herauszufinden, ließen wir sechs Fullface-Modelle beim TÜV testen.

Ursprünglich wollten wir die Helme nach der Motorrad-Norm (ECE 22) testen, doch da weigerten sich der TÜV. "Die High-Impact-Schläge hätten diese Helme nicht ausgehalten; wir hätten sie vermutlich komplett zertrümmert", sagt TÜV-Prüfer Peter Schaudt. Daher testeten wir die Helme mit den schwächeren Beschleunigungen der Fahrradnorm 1078, ergänzten diese aber durch einen Schlag auf den Kinnbügel. Die Ergebnisse sprechen für sich: Nur drei Helme verkrafteten den Schlag auf den Kinnbügel; bei dreien nutzt der Kinnschutz eher zur Schadensbegrenzung bei ganz leichten Stürzen. Hier gilt zwar: besser ein schwacher Kinnbügel als keiner, doch für harte Einsätze wie sie Enduro-Rennen und Downhills auf technisch anspruchsvollen Trails darstellen, sind diese Leicht-Helme nicht geeignet. Wird’s ruppig und schnell, raten wir zu echten Integralhelmen wie dem Dissident von Specialized oder D3 von Troy Lee. Diese Helme wiegen zwar um einen Kilo, bieten aber maximalen Schutz.

Die gerade in Mode gekommenen Halbschalen-Helme für Enduristen unterzogen wir den konventionellen Prüfschlägen der Fahrradnorm, um zu sehen, welcher Helm den meisten Schutz bietet. "Diese Helme sind nicht sicherer als normale Fahrradhelme, bieten mit ihren tief heruntergezogenen Helmschalen aber einen besseren Rundumschutz als die knappen Cross-Country-Modelle", sagt TÜV-Tester Peter Schaudt. Unter den zwölf getesteten Helmen gab es deutliche Unterschiede. Was die Knautschzone beim Auto, ist der Schaumkörper beim Bike-Helm. Der Schaum dämpft den Schlag. Die besten Test-Helme reduzierten den harten Top-Schlag auf Werte um 160 g (Uvex, O’Neal, Bell, Specialized, Met), andere reichten nahe an den Grenzwert von 250 g ran (Mavic, Kali) oder überschritten ihn sogar (661). "Am häufigsten prallt man beim Sturz auf die frontale linke oder rechte Stirnseite", weiß Helmexperte Frank Proksch. Auch uns erschien der seitliche Kerbschlag der Norm 1078 besonders realitätsnah, daher gewichteten wir diesen Wert im Kriterium Sicherheit am stärksten. Ganz entscheidend: die Passform. Der Helm muss verwacklungsfrei sitzen, um effektiv zu schützen. Doch jede Kopfform ist nun mal anders – daher unser Appell: gewissenhaft anprobieren und sich für den Helm entscheiden, der am besten sitzt. Nicht für den, der am schicksten lackiert ist!

Test 2016: Mountainbike Helme

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Die Enduro-Welle hat auch die Bikehelm-Entwicklung erfasst. Jetzt gibt's Fullface-Helme und schicke Halbschalen speziell für Enduro-Piloten. Doch sind die wirklich sicher? Wir ließen beim TÜV testen.


Diese Helme haben wir getestet:


Fullface-Helme:
• Alpina King Carapax
• Bell Super 2R Joyride
• Cratoni C-Maniac
• Met Parachute
• Urge Archi Enduro Veggie
• Uvex Jakkyl Hde (FREERIDE Tipp)


Halbschalen-Helme:
• Alpina Carapax
• Bell Stroker MIPS
• Bontrager Rally
• Cratoni Allset
• Giro Montaro MIPS
• IXS Trail RX
• Kali Maya
• Mavic Crossmax Pro
• O'Neal Orbiter (FREERIDE Tipp)
• Sixsixone Evo AM
• Specialized Ambush (FREERIDE Tipp)
• Uvex Finale

Martin Söderström Diesen Artikel finden Sie in FREERIDE 2/2016 - das Heft können Sie hier bestellen > FREERIDE IOS App (iPad) FREERIDE Android App 


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Themen: Enduro-HelmeHelmeTest


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