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Seite 2: Test 2016: High-End-Enduros

Detail-Check Enduro - Worauf wir achten

  • Dimitri Lehner
 • Publiziert vor 4 Jahren

No Limits ist die Devise dieser Bikes: Egal ob bergauf, bergab, bei Touren, Park-Einsätzen, Stunts oder Sprüngen – diese Enduros wollen überall eine rassige Figur machen und blaublütig durch Kurven schwingen.


DARAUF ACHTEN WIR BEIM TEST


Moderne Geometrie: Sie erzeugt einen "Draufsitzen-wohlfühlen-Effekt". Es gilt: Je länger der Radstand, desto laufruhiger und träger wird das Bike, je kürzer, desto agiler und nervöser. Kurze Kettenstreben machen das Bike wendig und sprungfreudig. Ein flacher Lenkwinkel (zirka 65,5 Grad) sorgt für Laufruhe.Dämpfer: Federbeine mit zuschaltbarer Druckstufe erleichtern den Uphill. Moderne Kinematiken kommen sogar ohne aus und wippen bergauf kaum.

Darauf achtet FREERIDE beim Test


Antrieb: 1x11-fach hat sich durchgesetzt. Alle Testbikes waren damit ausgestattet. Vorteil: leichter, cleaner Look. Durch die profilierten Kettenblätter und das gedämpfte Schaltwerk wird eine Führung fast überflüssig. Dafür erfordert 1x11-fach mehr Beinkraft. 28er-Ketten-blätter empfehlen sich für steile Anstiege.


Variostützen: Teleskopstützen mit Fernbedienung vom Lenker sind ein absolutes Muss für diese Bikeklasse. Ideal: 150 Millimeter Hub, um den Sattel bei maximaler Sattelhöhe auch vollständig versenken zu können.


Stabile Reifen: Pneus um 2,4 Zoll Breite mit genügend Pannensicherheit und Grip garantieren Fahrspaß. Tipp: Für Einsätze in besonders ruppigem Gelände sollte man sich einen Satz Downhill-Reifen zulegen.


Bremsen: Bissig sollen sie sein, einfach zu verstellen, zuverlässig und mit Hebeln ausgestattet, die gut in der Hand liegen. Große Scheiben (200 Millimeter) erhöhen die Bremskraft.


Federgabel: Hub bedeutet Komfort, Fehlertoleranz und damit Fahr­sicherheit. Enduros sollen mindestens 160 Millimeter-Gabeln besitzen. 170 oder 180 Millimeter Federweg bieten sich an, will man das Bike auch im Bikepark und auf ruppigen Downhills einsetzen. Für lange, steile Anstiege ist eine Absenk­option hilfreich.


Cockpit: Breite Lenker geben Kontrolle und Sicherheit. Unser Tipp: 760–780 Millimeter. Die Vorbaul­änge sollte 60 Millimeter nicht überschreiten.


Reach: Entscheidender als die Oberrohrlänge ist der Reach (Abstand Tretlagermitte bis Steuerrohrkante). Steht der Biker zum Beispiel bei der Abfahrt auf den Pedalen, engt ihn ein zu kurzer Reach ein. Ein zu langer Reach dagegen überstreckt den Biker. Folge in beiden Fällen: weniger Kontrolle.



EINHEITSREIFEN: Maxxis Minion

Um eine bessere Vergleichbarkeit der Bikes zu gewährleisten, rüsteten wir alle Testbikes (Ausnahme: Scott mit B-Plus-Bereifung) mit dem 870 Gramm leichten 2,3-Zoll-Enduro-Reifen Maxxis Minion DHF (mit Schlauch) aus. Der Reifen bietet sehr guten Grip bei vernünftiger Pannenresistenz. Wir befüllten die Reifen mit 1,7 Bar vorne und 1,9 Bar hinten, fuhren auf unserer Teststrecke aber insgesamt 12 Platten wegen Durchschlägen. In ruppigem Gelände ist es daher ratsam, einen schweren Reifen mit mehr Pannenschutz zu wählen.

Reifen Maxxis Minion



Kommentar von Dimitri Lehner: Sind wir alle Racer?

Dimitri Lehner (47): "Natürlich sind wir NICHT alle Racer! Doch die Serienbikes werden immer mehr zu Rennmaschinen: irre lang und flach. Zugegeben: Das bringt Laufruhe und Sicherheit bergab.denn Enduro-Racing ist nichts anderes als Downhill. Die Abfahrten sind fies, schnell und voll­gepackt mit üblem Gerümpel. Wer hier schnell sein will, braucht Bikes mit der Laufruhe eines ICE. Im Racing geht es um V-max und Sieg, nicht um Spielereien auf dem Trail. Dass die Race-Bikes weniger wendig sind, stört die Profis kaum. Sie kompensieren die fehlende Spritzigkeit durch eine aggressive Fahrweise. Der Hobby-Pilot dagegen ist mit solchen Rennmaschinen schnell überfordert. Mir geht der Racing-Einfluss entschieden zu weit. Ich wünsche mir ein Enduro-Bike, das sich einfach fahren lässt, quirlig durch Kurven huscht, gut ausbalanciert springt. Ich will mir nicht die Arme auskugeln müssen, um das Bike aufs Hinterrad zu bugsieren, oder Angst haben, dass ich bei einer Geländekante die Front nicht angehoben kriege, weil der Bock so lang und sperrig ist. Mal ehrlich: Wir Hobby-Piloten sind in der Mehrheit Freerider und keine Racer, die um jede Zehntelsekunde feilschen."

Dimitri Lehner, Chefredakteur FREERIDE



Unser Testrevier in Latsch 

Der Tschilli-Trail in Latsch (Vinschgau) gehört zu den besten Enduro-Trails, die wir kennen. Der Trail ist sehr vielseitig und bietet eine Reihe von unterschiedlichen Anforderungen an Bike und Fahrer. Die Abfahrt umfasst zirka 1000 Höhenmeter. Sie beginnt schnell, mit ordentlich Flow auf Waldboden, und wird dann zunehmend ruppig und verblockt mit Felspassagen, Steinstufen und Gerümpel. Diese Passagen sind ideal, um das Fahrwerk und die Laufruhe eines Bikes zu testen. Kurven, Anlieger und kleine Sprünge im weiteren Verlauf stellen die Handlichkeit der Bikes auf die Probe. Kurzum: Dieser Trail bietet alles, um ein Enduro zu fordern. Alle Tester fuhren jedes Bike mindestens eine gesamte Abfahrt. Die Trail-Eignung der Bikes testen wir auf den Trails der Isar. Zusätzlich scheuchten wir die Räder über 50 Kilometer gewelltes Gelände, um Vortrieb, Uphill-Eignung und Pedalier-Effizienz zu checken.

Mehr Zeit auf dem Trail: Freeride Vinschgau bietet Shuttle-Rides zu den Trails der Umgebung an. Fix Preis pro Shuttle: 10 Euro, wenn die Mindestteil nehmerzahl (5 Personen) erreicht ist. Info: www.freeride-vinschgau.com

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