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Abenteuer

Frankreich: Korsika

  • Thomas Prielweber
 • Publiziert vor 7 Jahren

Sonne, Meer und wilde Trails: Korsika scheint der perfekte Fluchtort vor dem nasskalten deutschen Spätherbst. Nix wie weg und ab in die Sonne, lautete unser Motto. Wir haben der Mittelmeerinsel einen Besuch abgestattet.

Wellenreiter: Der Sentier littoral wellt sich entlang der Küste von St. Florent nach Île Rousse, vorbei an abgelegenen weißen Traumstränden. Ein zweitägiges Auf und Ab mit Sonne auf der Haut und Meersalz in der Nase.

Wir müssen auf den Bocca di Bonassa. Wer auf Korsika freeriden will, muss erst mal leiden. Die Anstiege sind knackig, denn die Berge ragen direkt hinterm Strand hoch und schroff wie Alpengipfel in den Himmel. Korsika ist die viertgrößte Insel im Mittelmeer. 180 Kilometer lang, nur knapp 80 Kilometer breit, doch mit über 1000 Kilometern Küste und bis zu 2700 Metern Höhe ein Gebirge im Meer. Über fünfzig Zweitausendern soll es hier geben. Das Gute: Korsika liegt so dicht am italienischen Festland, dass man für überschaubares Geld übersetzen kann. Ohne Stau schafft man es in sieben Stunden Autostunden von München direkt in den Bauch der Fähre.

Die Entscheidung für Korsika fällt uns leicht, denn wir haben nur eine Woche Zeit, wollen aber den Sommer verlängern. Zuhause herrscht typisches End-Oktober-Schmuddelwetter. Das heißt: Freeriden mit roter Nase und klammen Fingern. Zu schattig – selbst in Bozen oder am Gardasee. Ganz anders auf Korsika: Hier brennt die Sonne noch im Spätsommer-Modus und das Meer wärmt die Insel wie eine riesige Zentralheizung. Die Luft duftet. Nach Eukalyptus, Majoran, Lavendel und Rosmarin – Napoleon behauptete, viel zitiert, er könne auf dem Schiff seine Heimatinsel selbst bei Nacht und Nebel schon auf 30 Meilen Entfernung erschnüffeln.

Korsika ist wild. Nicht nur Berge zerklüften die Insel, so dass die Straßen umherzacken wie flüchtende Kaninchen, die Hälfte der Insel ist zudem mit Macchia zugewuchert. Ein fieses, stacheliges Dickicht aus hüft- bis schulterhohen Büschen, das Asterix und Obelix bei der Wildschweinjagd ärgerte, der französischen Resis tance während der Nazi-Besetzung als Versteck diente und in den 1980er-Jahren der korsischen Unabhängigkeitsbewegung auf der Flucht vor der Polizei zu Hilfe kam. "In Skandinavien kannst du überall hinwandern – auf Korsika musst du auf den Trails bleiben oder die Macchia kratzt dir die Haut vom Leib", warnen Reiseblogs im Internet. Zerschrabbelte Beine, dafür Einsamkeit. Mir gefällt die korsische Wildnis.


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Themen: AbenteuerFrankreichKorsika

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