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Seite 2: Test: Flow-Trails für Freerider

Das können die Flow-Trails: Die Testergebnisse

  • Dimitri Lehner
 • Publiziert vor 4 Jahren

Diese vier Buchstaben gelten als Synonym für Glück. Nicht nur für uns Freerider – viele scheinen auf der Suche danach. Doch was steckt hinter dem Wort FLOW? Und warum macht er uns so happy?

In unserem Strecken-Check wollten wir wissen: Wie viel Flow steckt drin, wo Flow draufsteht? Dazu haben wir zwölf Strecken getestet und mit unserem virtuellen Flow-o-meter gemessen. Noch ist das unser subjektives Flow-Empfinden. Doch theoretisch müsste man Kurvenbeschleunigung, Bremseinsatz und geschmeidiges Rollen auch mit Sensoren messen und präzise auswerten können – wer weiß, vielleicht kommt so ein geeichter Real-Flow-Messer bei unseren nächsten Tests schon zum Einsatz.


Chur: Brambi Flow

Gebauter Trail im Bikepark Chur / Schweiz
Info: www.alpenbikepark.ch


Schwierigkeit: 2 von 6 Punkten

Der Bikepark Chur liegt direkt über der Stadt und wurde von einem MTB-Verein iniziiert. Die Hauptstrecken besitzen eine hohe Stunt-Dichte und sind anspruchsvoll zu fahren, will man nicht auf die Chickenlines ausweichen. Damit gefällt er vor allem Park-Experten. Brambi Flow will nun auch Biker mit weniger Skills ansprechen. Der Trail ist gespickt mit vielen Anliegerkurven. Sprünge sind eher selten. Uns fehlte etwas die Abwechslung, damit ein Achterbahngefühl entsteht. Der am Brambi Flow anschließende Chur Flow war uns zu ruppig und ähnelte eher einem Wanderweg.


Fazit: Brambi-Flow ist eher eine blaue Einsteiger-Strecke mit vielen Anliegerkurven. Für ein wirkliches Flow-Achterbahngefühl fehlt die Abwechslung.


FREERIDE-URTEIL:   4 von 10 Flow-Punkten

Chur: Brambi Flow



Finale Ligure: H-Trail

Präparierter Naturtrail in Finale Ligure / Italien
Info: www.finaleligure-bikeresort.com


Schwierigkeit:   4 von 6 Punkten

Die ganze Region in der Nähe von Genua am Mittelmeer ist eine Flow-Goldmine. Schon früh hat man dort das Potenzial erkannt und Naturtrails präpariert. Immer wieder kommen neue dazu. Der H-Trail gehört zu den Klassikern. Für die Finale-Trails wie H-Trail oder Rollercoaster setzen wir uns gerne 7 Stunden ins Auto. Wer Brechsand-Autobahnen zu künstlich findet, kommt hier voll auf die Kosten. Dafür kann es aber auch passagenweise etwas ruppiger werden, es schleudert einen aber von einen Turn so in den nächsten, dass das Flow-o-meter ordentlich ausschlägt.


Fazit: Die ganze Region hat sich dem Natur-Flow verschrieben und pimpt Trails für Biker auf. Unbedingt ausprobieren, wenn man naturbelassene Trails mag!


FREERIDE-URTEIL:   6 von 10 Flow-Punkten

Finale Ligure: H-Trail



Freiburg: The Canadian

Gebauter Trail vom Kybfelsen in Freiburg
Info: www.mountainbike-freiburg.com


Schwierigkeit:   3 von 6 Punkten

Der Freiburger Bike-Konstrukteur Peter Denk lud kanadische Trailbauer ein, um eine Single­trail-Abfahrt durch den Wald zu shapen. Das Ergebnis: verblüffend! Die Jungs erzeugten ein Vielfaches des Flow, den andere selbst mit EU-Förderung und Riesenaufwand nicht hinkriegen. The Canadian ist eine 3,6 Kilometer und 450 Höhenmeter lange Achterbahn mit Jumps, Rollern und vielen spannenden Turns. Die etwa 6 Kilometer lange Auffahrt muss man sich selbst erstrampeln. The Canadian
ist so beliebt, dass er unter der häufigen
Frequentierung leidet – dennoch: viel Flow!


Fazit: The Canadian ist ein Musterbeispiel dafür, was mit einfachen Mitteln und guter Streckenführung alles möglich ist. So einen Trail wünscht man sich in jeder Stadt.


FREERIDE-URTEIL:   5,5 von 10 Flow-Punkten

Freiburg: The Canadian



Geißkopf: Flow Country

Gebauter Einsteiger-Trail im Bikepark Geißkopf
Info: www.bikepark.net


Schwierigkeit:   1 von 6 Punkten

"Flow Country" nennt Trailbauer Diddie Schneider seine Idee von einfach zu fahrenden Kurven-Trails. Damit will er alle fürs Bikepark-Freeriden begeistern, selbst Kinder, Familien, Oldies. Und das ist ihm am Geißkopf hervorragend gelungen. Viele Besucher kommen, um genau diesen Trail zu fahren. Es ist eine abwechslungsreiche Abfahrt über einen schmalen, geschwungenen Trail mit Bodenwellen, Anliegern und kleinen Sprüngen. Das macht selbst Könnern Spaß, da sie die Wellen überspringen können. Der Flow Country ein idealer Einsteiger-Trail, wie er in jeden Bikepark gehört.


Fazit: Der Flow Country am Geißkopf erzeugt Achterbahn-Gefühle, lässt Anfänger Flow erleben und macht Laune auf Bikepark-Biken. Oft kopiert, nie erreicht.


FREERIDE-URTEIL:   9 von 10 Flow-Punkten

Geißkopf: Flow Country



Hafjell: Rollercoaster

Jump-Trail im Bikepark Hafjell / Norwegen
Info: www.bikepark-leogang.com


Schwierigkeit:   5 von 6 Punkten

Für den Rollercoaster reisen viele extra nach Norwegen. Dieser Trail ist die prominenteste Abfahrt im Park: ein 2,5 Meter breiter Jumptrail, bestückt mit 39 Sprüngen. Super – vorausgesetzt man besitzt Mut und Können. Die Distanzen erfordern Entschlossenheit. Wer es richtig laufen lässt, schafft es über alle Sprünge und holt sich die volle Packung Flow. Wer dagegen bremst, kriegt den nötigen Speed nicht mehr zusammen. Statt Tables gibt’s hier einen Mix aus Table und Double. Das heißt: Wer zu kurz springt, staucht in den Gegenhang, kann aber den Sturz abwenden.


Fazit: Einmalig in Europa! So eine Jumpline wollen wir hier auch. Der Rollercoaster kann ein echter Flow-Garant sein, vorausgesetzt man hat das Können dafür.


FREERIDE-URTEIL:   9 von 10 Flow-Punkten

Hafjell: Rollercoaster



Lac Blanc: La Fat

Jump-Trail im Bikepark Lac Blanc / Frankreich
Info: www.lacblanc-bikepark.com


Schwierigkeit:   4 von 6 Punkten

Der vielseitige Park in den elsässischen Vogesen räumte in unserem Parktest eine der höchsten Punktzahlen ab. Warum: Hier wurde viel richtig gemacht! Herzstück ist der Jumptrail La Fat. Er schlängelt sich auf Lehmboden über 300 Höhenmeter ins Tal, angereichert durch viele Sprünge (Tables und Doubles), Drops, Step-ups, Kurven-Kombinationen, Holzanlieger. Man kann ein Grinsen kaum unterdrücken und will gleich nochmal! Das ist der beste Beweis, dass es den Trailbauern gelungen ist, viel Flow in den Trail zu packen! Mehr solche Trails braucht das Land!


Fazit: Der Jumptrail La Fat erzeugt Flow und Fahrspaß, erfordert aber einige Skills, will man alle Features mitnehmen. La Fat zählt zu unseren Favoriten. Mehr davon!


FREERIDE-URTEIL:   7 von 10 Flow-Punkten

Lac Blanc: La Fat



Leogang: Hot Shots

Gebauter Trail im Bikepark Leogang / Österreich
Info: www.bikepark-leogang.com


Schwierigkeit:   2 von 6 Punkten

Hot Shots nennt sich der neue Flow-Trail von der Berg- zur Mittelstation. Er wurde angeblich durch die kanadischen Jumptrails inspiriert. Schön breit, 3,5 Kilometer lang, in idealem Gefälle – beste Voraussetzungen, sollte man meinen. Aber leider: Der Trail ist weder Fisch, noch Fleisch. Für einen Jumptrail gibt’s zu wenig Bespaßung und viele der Sprünge sind schlichtweg schlecht gebaut. Sie generieren wenig Sprung-Sensation. Für ein kurviges Achterbahn-Gefühl fehlt eine kreative Streckenführung. Die langen Geraden über groben Boden sind dröge und killen den Flow.


Fazit: Gut gedacht, schlecht gemacht. Schade, denn das Gelände des Hot Shot wäre ideal gewesen für einen richtig geilen Jumptrail. Leogang, bitte nachbessern!


FREERIDE-URTEIL:   3 von 10 Flow-Punkten

Leogang: Hot Shots



Petzen: Flow Country

Kurventrail auf der Petzen, Kärnten / Österreich
Info: www.klopeinersee.at


Schwierigkeit:   1 von 6 Punkten

Nach dem Erstlingswerk am Geißkopf baute Diddie Schneider hier die XXL-Variante seines "Flow Country". Sein Motto: nie steil, extrem oder gefährlich, damit sich Biker auf das Achterbahn-Gefühl konzentrieren können. Das ist gelungen und lässt selbst Einsteiger G-Kräfte risikoberuhigt erleben. Über 10 Kilometer und 1000 Höhenmeter kurvt diese riesige Murmelbahn ins Tal und schaukelt den Biker von einer Schräglage in die nächste. Der Untergrund ist feiner Brechsand – also maximal befreit von Geholper. Hier kann man auch gut mit Hardtails oder sogar BMX-Bikes fahren.


Fazit: Super flowig und super einfach. Dieser Trail ist der perfekte Einstieg ins Park-Biken. Experten wird die Kurvengleitfahrt auf Dauer nicht spannend genug sein.


FREERIDE-URTEIL:   9 von 10 Flow-Punkten

Petzen: Flow Country



Saalbach: Hacklberg-Trail

Natur-Trail in Saalbach-Hinterglemm / Österreich
Info: freeride.bike-circus.at


Schwierigkeit:   3 von 6 Punkten

Dieser natürliche Alpin-Trail in Traumpanorama zählt zu den Superabfahrten der Alpen. Über 10 Kilometer und 1000 Höhenmeter cruist der schmale Pfad die Bergflanken entlang und erfreut durch seine geschwungene Linie, einige Geländesprünge und Highspeed-Passagen. Der natürliche Streckenverlauf erzeugt den meisten Flow; es gibt nur wenige gebaute Features. Einige Höhenmeter verpuffen auch auf der Forststraße. Ob Big Bike oder Enduro, Einsteiger oder Experte – der Hacklberg-Trail macht Spaß. Experten fahren einfach schneller und schon wird’s spannend!


Fazit: Bingo! Ein Wanderweg, der mehr Flow hat und Spaß macht als manche künstliche Park-Abfahrt. Der Hacklberg gehört ins Abfahrtbuch jedes Freeriders.


FREERIDE-URTEIL:   5 von 10 Flow-Punkten

Saalbach: Hacklberg-Trail



Sölden: Teäre-Line

Gebauter Kurven-Trail in Sölden /Österreich
Info: bikerepublic.soelden.com

Schwierigkeit:   1 von 6 Punkten

Das Ziel der Teäre-Line war klar definiert: Sölden wollte eine Strecke mit viel Fahrfluss, die selbst komplette Mountainbike-Neulinge gefahrlos befahren können. Wir sagen: Auftrag erfüllt! Josha Forstreuter verpasste der Teäre-Line 130 Anlieger. Die maschinengebaute Abfahrt dauert schier ewig und windet sich auf zahmem Erdboden über 800 Höhenmeter ins Tal. Trotzdem besitzt die Strecke ein Manko: Die Kurvenfolgen sind auf Dauer zu monoton, da die Radien sehr ähnlich sind. Folge: Es kommt Langweile auf – zumindest bei Fortgeschrittenen und Könnern.


Fazit: Super für Einsteiger! Für Fortgeschrittene und Könner ist die Streckenführung allerdings zu monoton und wird rasch etwas langweilig.


FREERIDE-URTEIL:   8 von 10 Flow-Punkten

Sölden: Teäre-Line



Spicak: Black Friday

Jump-Trail im Bikepark Spicak / Tschechien
Info: www.spicak.cz

Schwierigkeit:   3 von 6 Punkten

Tom Pro, Whistlers Trailbau-Chef, hat die Tschechen beraten, als sie in Spicak ihren Bikepark planten – und diese Whistler-Handschrift ist deutlich zu erkennen. Auch bei Black Friday lautet das Prinzip: keine Stolperfallen, Sprünge mit passenden Landungen, gewiefte Streckenführung, angenehmer Untergrung, viel Flow. Natürlich hakt es an manchen Stellen noch, einige Jumps passen nicht ganz, dennoch macht dieser Black Friday mit seinen vielen Stunts so viel Spaß, dass er zu unseren Favoriten zählt – und der Bikepark Spicak dadurch in der FREERIDE-Gunst weit oben rangiert.


Fazit: Black Friday lässt sich mit Speed und Airtime fahren – da kommt Flow auf! Einige Passagen rumpeln, ab und an muss man in die Pedale treten – dennoch sehr spaßig!


FREERIDE-URTEIL:   6,5 von 10 Flow-Punkte

Spicak: Black Friday



Whistler: Dirt Merchant

Jump-Trail im Bikepark Whistler, B.C. / Kanada
Info: bike.whistlerblackcomb.com

Viel Geld, viel Land, ideales Gelände – das wird Whistler vorgehalten. Das stimmt natürlich, entschuldigt aber nicht alles, was anderswo falsch läuft. In Whistler hat man vor allem erkannt, dass Trails ständig verbessert werden müssen. So auch der Erfolgstrail Dirt Merchant. Diese Strecke gibt den Speed vor und hebelt den Biker wie von selbst über die Sprünge. Dirt Merchant ist gespickt mit Table-Sprüngen, Step-ups und Step-downs – also höchste Bespaßungsdichte. Alle Features besitzen breite Absprünge und Landungen. Das generiert maximalen Flow.


Fazit: Dirt Merchant ist der Idealtyp eines flowigen Jump-Trails. Mehr Flow und Fahrspaß geht kaum! Der Lohn: eine große weltweite Fan-Gemeinde.


FREERIDE-URTEIL:   10+ von 10 Flow-Punkte

Whistler: Dirt Merchant


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Themen: Black FridayDirt MerchantFinale LigureFlowFlow CountryFlow TrailGeißkopfHacklberg TrailHafjellHot ShotsH-TrailLac BlancLa FatLeognagPetzenRollercoasterSaalbachSöldenSpicakTeäre-LineTestThe CanadianWhistler


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