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Rückenprotektoren im Test

Überroll-Bügel

  • FREERIDE Magazin
 • Publiziert vor 6 Jahren

Rückenverletzungen sind die Horrorvision eines jeden Bikers. Felskanten, Steine, Baumstümpfe – die Gefahren lauern überall. Rückenprotektoren können schützen. Wir sprechen mit Frau Recktet vom TÜV.

Großes Aua: Rückenprotektoren können helfen – doch nur in den wenigsten Situationen. Mehr dazu in der neuen FREERIDE.

Christiane Reckter, Prüfingenieurin TÜV Rheinland


Wogegen können Rückenprotektoren schützen?

Sie sollen gegen Weichteil-Verletzungen schützen – Knochenbrüche können sie nicht wirklich verhindern. Dennoch bietet der Protektor einen gewissen Schutz gegen Frakturen, da er den Aufprall abmildert. Wogegen er nicht helfen kann, sind Stauchungen und Torsionen. Dafür ist er nicht konstruiert. Das muss man wissen!


Was bedeutet das konkret?

Wenn du dich beim Sturz über den Rücken abrollst, verhindert der Protektor z. B. Penetrationen durch Steine. Kurzum: Er bietet einen gewissen Schutz gegen Rückenverletzungen, doch im Verhältnis zur Aufprall-energie und der Masse, die in Bewegung gerät, ist das ein Tropfen auf den heißen Stein.
Was ist besser: Rucksack oder Weste? Das kommt auf den Einzelfall an. Die Weste fixiert den Protektor zwar besser an den Körper, doch der Rucksack erreicht oftmals besser Dämpfungswerte und schützt zusätzlich gegen Verletzungen durch den Rucksack-Inhalt. Die Protektorenplatte verhindert, dass sich Pumpe, Brotdose oder Metallflasche in den Rücken bohren.


Warum schneiden Hartplastik-Protektoren so schlecht ab?

Das kann man so nicht sagen. Hartplastik mit hochwertigem Schaum kombiniert, kann sehr gute Testwerte erzielen. Doch Hartplastik alleine dämpft nicht.
Warum verwendet man dann Hartplastik? Im Motocross als Schutz gegen Steinschlag. Im Inline-Skating, um auf Beton abzugleiten – doch beim Biken trägt man den Protektor unter der Kleidung, daher trifft das nicht zu. Mir fällt da nur die bessere Haltbarkeit ein. Hartplastik ist robuster im Gebrauch als etwa die komischen Styropor-Platten, die früher verwendet wurden.


Doch das "komische Styropor" erreicht im Test gute Dämpfungswerte.

Styropor ist veraltet, denn es ist zu anfällig gegen Beschädigung. Da setzt du dich zufällig mal drauf und schon bricht die dünne Platte. Styropor-Protektoren sind nicht mehr Stand der Technik.


Zudem müssen sie nach Sturz ausgetauscht werden.

Jeder Protektor muss nach Sturz ausgetauscht werden – so sichern sich alle Hersteller juristisch ab. Das steht auch in der Gebrauchsanweisung, denn niemand kann sagen, ob der Protektor nicht doch geschädigt wurde. Auch wenn der Schaum theoretisch viele Stürze verkraften kann.



Mehr zu Rückenprotektoren und Rucksäcken mit integriertem Rückenschutz und den gesamten Test gibt es in der neuen FREERIDE. Mit dem TÜV haben wir 15 Systeme getestet.

Themen: AusrüstungBikeparkFreerideRückenprotektorRucksackSchutzTestTüvWeste


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