Slopestyler fährt das B.C. Bike Race Slopestyler fährt das B.C. Bike Race Slopestyler fährt das B.C. Bike Race

Ewiger Singletrail

Slopestyler fährt das B.C. Bike Race

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 6 Jahren

Profi-Freerider und Rampage-Teilnehmer Geoff Gulevich schlüpfte ins enge Cross-Country-Outfit und bestritt das legendäre B.C. Bike Race – ein 7-Tage-Rennen durch British Columbia.

Laurin Lehner Geht fremd: Profi-Freerider Gulevich fährt CC-Race.


Gully, Gratulation, du hast das B.C. Bike Race geschafft.

Danke!


Wie war’s?

Es war großartig. Ich habe so viel Kameradschaft erlebt, tolle Leute getroffen und bin irre gute Trails gefahren. Kurzum: ein richtiges cooles Abenteuer.


Wie kommt ein Profi-Freerider auf die Idee an so einem Rennen teil zu nehmen?

Das war für mich eine persönliche Herausforderung. Ich liebe jede Form des Bikens und habe auch keine Probleme mit Pedalieren – auch wenn uns Freeridern das immer nachgesagt wird. Olympia-Teilnehmer Andreas „ Dre“ Hestler hatte mal eine Einladung ausgesprochen – und ich habe ihn dann darauf festgenagelt. Zuerst hat er mir gar nicht geglaubt, dass ich mich eingeschrieben habe.


Hast du dich vorbereitet?

Ja, ich habe schon trainiert und fühlte mich bereit. Die letzten Cross Country-Rennen bin ich allerdings in der Highschool gefahren. Das waren meist recht kurze Dinger – nicht vergleichbar mit einer ganzen Woche wie beim B.C. Bike-Race.


Wie hast du genau trainiert? Auf dem Rennrad?

Um ehrlich zu sein, ich bin noch nie auf einem Rennrad gefahren. Nein, ich habe einfach mein Enduro-Bike genommen und bin damit durchs Gelände gefahren, doch nie länger als 2 Stunde am Stück.


War’s hart?

Ich würde lügen, würde ich sagen, es sei leicht gewesen. Doch ich war auch nie an dem Punkt, aufzugeben. Ich wusste von Anfang an, dass ich es durchziehen würde und genoß die Zeit. Nur leiden ist ja auch blöd.

Christoph Listmann Ungewohntes Outfit: Gully in engen Klamotten und mit viel Kritzlereien auf der Haut. Ob die Knarre auf dem Oberschenkel im Notfall Bären und Räuber abschreckt?


Was war die größte Herausforderung für dich?

Meinen Speed zu zügeln. Du lässt dich leicht anstecken, gleich Vollgas zu geben, doch ich musste meine Kräfte einteilen. Viele richtig fitte Fahrer waren dabei, dich mich natürlich abgehängt haben – dann wenn wieder nach unten ging, stießen viele allerdings an Grenzen und ich war derjenige, der überholte.


Bist du auch mal im Stau gestanden?

Ja, das kam vor. Oft haben mich die Leute auch vorbei gelassen. Denn sie wussten, dass für mich irgendwelche technischen Passagen nicht stoppen konnten.


Was hat dir am meisten Spaß gemacht?

Die vielen coolen Abfahrten über atemberaubenden Singletrail. Aber ich habe es auch genossen all die wunderbaren Menschen zu treffen. Ich liebe es, mit Leuten zu sprechen und mich auszutauschen.


Haben dich die Leute erkannt?

Manche ja, doch das spielte eigentlich gar keine Rolle. Das war eine verschworene Gemeinschaft aus allen Erdenwinkeln: Australien, USA, Österreich usw. Da zählte nur die gemeinsame Leidenschaft fürs Fahrtradfahren.


Hast du als Slopestyle-Profi ab und an einen Trick gezogen?

Ich wollte Tricks machen. Ich will immer Tricks machen. Leider ging’s nicth, denn das Gelände war oft verblockt und eng. Doch ich fahre natürlich recht verspielt und schaue immer, dass ich hier und da einen kleinen Move einbauen kann.


Gab es einen dunkeln Moment für dich?

Ja, am ersten Tag bin ich viel zu schnell gestartet. Beim ersten Anstieg überholte ich sogar eine Cross-Country-Fahrerin vom Rocky Mountain Team. Doch dann oh Boy, beim zweiten Anstieg ging es mir dreckig. Die Sonne brutzelte auf den Schädel, ich war komplett dehydriert, bekam Schüttelfrost und konnte nicht mehr scharf sehen. Das waren Anzeichen für einen Hitzeschlag. Da musste ich erst Mal Pause machen und wieder zu mir kommen. Der erste Tag war der große Test für mich, danach ging’s.


Hattest du Angst einem Bären zu begegnen?

Nein, die meisten Bären hier sind an Biker gewöhnt. Leben und leben lassen. Wir gehen uns aus dem Weg. Das meiste sind Schwarzbären – keine Grizzeys.


Paar schicken Mädels getroffen?

Aber hallo, ich hab so einige Hotties gesehen – allerdings habe ich gerade ne süße Freundin. Naja, in Kanada sagen wir: If you are tight to a tree does not mean you can not bark to the cars.


Hat das B.C. Bike Race überhaupt was mit Freeriden zu tun?

Einige Abfahrten sind wirklich gute Freeride Lines. Zudem kommt es immer auf dich an, was du aus dem Gelände machst. Mit etwas Kreativität ist da schon ein dicker Batzen Freeriden drin.


Was glaubst du, werden wir paar von deinen Freeride-Kollegen beim nächsten Rennen treffen?

Die hätten das schon drauf, wenn sie es wollten. Doch ich bezweifle, dass sie hier mitmachen werden.


Wirst du wieder mitmachen?

Oh, frag mich das besser erst in ein paar Tagen, dann habe ich das ganze Erlebnis verklärt und erinnere mich nur noch an die guten Dinge. Nicht mehr daran, dass ich auch richtig fies gelitten habe.

Themen: BC Bike RaceFreerideGulevichRennenSingletrail


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