Rücknagel und Klausmann Deutsche Meister im Downhill 2013

  • FREERIDE Magazin
 • Publiziert vor 7 Jahren

23/07/2013 Spannend war’s in Bad Wildbad. Viele Plattfüße und einige Stürze zollten der wohl schwierigsten Downhill-Strecke Deutschlands ihren Tribut.

Rücknagel und Klausmann Deutsche Meister im Downhill 2013

Am Ende sicherten sich Harriet Rücknagel und Marcus Klausmann mit denkbar knappem Vorsprung die obersten Podestplätze und gewannen die Deutschen Meisterschaften im Downhill 2013.

Etwa 450 Teilnehmer aus 13 Nationen starteten beim Rennen im Rahmen des iXS German Downhill Cups, bei dem 2013 auch um die Titel der Deutschen Meister gekämpft wurde. Bereits zum sechsten Mal fanden die nationalen Meisterschaften in Bad Wildbad statt. Die Strecke gilt als die wohl schwerste Downhill-Strecke Deutschlands: sehr steinig, mit Wurzel- und Highspeed-Passagen gespickt und in diesem Jahr dank feinstem Sommerwetter verschärft durch eine feine Staubschicht, die das Grip-Niveau auf den Felsen nochmals herabsetzte.

Johannes Fischbach und Harriet Rücknagel im Training die Schnellsten

Nicht verwunderlich: Mit 3:15.268 Minuten markierte der amtierende Deutsche Meister Johannes Fischbach auf der 2,1 Kilometer langen Strecke mit 250 Höhenmetern die Trainings-Bestzeit. Acht Zehntel hinter ihm lag Benny Strasser, auf derselben Strecke Deutscher Meister 2011.

Johannes Fischbach gibt im Training Gas. Er galt als der Top-Favorit für den Titel.

Dritt-Schnellster im Training: Marcus Klausmann, der bereits 14 Mal den nationalen Titel nach Hause holte. Doch die 2,5 Sekunden Rückstand nagten an ihm, kennt er die Strecke vielleicht wie kein anderer. Bis in den Abend hinein lief er den Kurs immer wieder ab. Seine ganze Saisonvorbereitung hatte er auf dieses Rennen ausgerichtet. Es musste einfach noch schneller gehen.

Marcus Klausmann im Training.

Bei den Damen bewies die amtierende Deutsche Meisterin Harriet Rücknagel mit einer Zeit von 4:11:821 Minuten Topform. Ihr folgten Nicole Beege (+2,865 Sekunden) und Kim Schwemmer (+5,239 Sekunden).

Super Stimmung und Spannung pur beim Finale

Auch am Finaltag brannte die Sonne vom Himmel und die Stimmung an der Strecke brodelte ausgelassen. Der erste Titel des Tages ging in der Masters-Klasse an Markus Höhns, der den mit Plattfuß ausgeschiedenen Titelverteidiger Fabian Arzberger beerbt. Nur der Kroate Nino Antic war noch schneller, fuhr aber nicht um die Deutsche Meisterschaft mit. Deutscher Meister in der separat gewerteten U-19-Klasse wurde Lokalmatador Joshua Barth. In der U17 geht der Titel an Silas Grandy, der zwar inzwischen in Portugal lebt, aber unter Deutscher Flagge fährt.

Harriet Rücknagel in Topform

Bei den Damen musste sich erst noch zeigen, ob Harriet Rücknagel trotz bester Trainingszeit gut war für einen Sieg. Schließlich war es für sie das erste Rennen der Saison. Kim Schwemmer, im Training noch Dritte, legte im Finale ein Zeit vor, die bereits über zwei Sekunden schneller war als Rücknagels Trainingslauf. Nicole Beege schied aus, und alle warteten auf die Zeit der Titelverteidigerin. Die Uhr zeigte 4:08.603 Minuten an, als sie über die Ziellinie schoss – Tagesbestzeit mit acht Zehnteln Vorsprung auf Schwemmer. Die neue und alte Deutsche Downhill-Meisterin heißt also Harriet Rücknagel. Dritte wurde Sandra Rübesam.

Harriet Rücknagel konnte sich im Finale nochmals steigern und gewann 2013 ihre dritte Deutsche Meisterschaft.

Herzschlagfinale: Klausmann gegen Fischbach

Auch bei den Elite-Herren blieb es spannend bis zum Schluss. Christian Textor hatte mit 3:20.785 Minuten die erste Bestmarke gesetzt, die sich lange als die schnellste halten konnte. Viele Favoriten schieden aus dem Titelkampf aus. Guido Tschugg, noch Sechster im Seeding Run, landete auf Rang 103, der Viertschnellste des Vorlaufs, Andreas Sieber, wegen eines Platten abgeschlagen auf Platz 75. Dann wollte es Rekordmeister Marcus Klausmann wissen. Und es ging schneller als im Training. Mit 3:15.275 Minuten legte er eine extrem schnelle Zeit vor, nur sieben Tausendstel (!) Sekunden langsamer als Johannes Fischbachs Seeding Run. Sieben Tausendstel – in dieser Zeitspanne schafft eine Fliege gerade zwei Flügelschläge.

Als Benny Strasser stürzte und aus der Endausscheidung flog, war die Spannung auf dem Höhepunkt. Nur noch Fischbach, der nach dem Sturz Strassers eine gefühlte Ewigkeit in der Startbox warten musste, konnte Klausmanns Triumph gefährden. Auch er war schnell, sehr schnell unterwegs. Als er über die Ziellinie flog, stockte allen der Atem: die Zeit 3:15.585 Minuten, 0.31 Sekunden langsamer als Klausmann.

Klausmanns akribische Vorbereitung wurde mit dem 15. Deutschen Meistertitel belohnt.

Er hat es also geschafft. Marcus Klausmann ist und bleibt Deutschlands erfolgreichster Mountainbiker und wird bereits zum 15. Mal Deutscher Downhill-Meister.

Alle Ergebnisse sowie weitere Informationen finden Sie wie üblich auf ixsdownhillcup.com

Themen: Downhill 2013Event


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