„Ich sage: weniger ist mehr!“ „Ich sage: weniger ist mehr!“ „Ich sage: weniger ist mehr!“

Fahrtechnik mit FREERIDE

„Ich sage: weniger ist mehr!“

  • FREERIDE Magazin
 • Publiziert vor 4 Jahren

Freeride-Profi Holger Meyer vermittelt sein Wissen im FREERIDE-Camp. Wir sprachen mit dem Fahrtechnik-Guru über Berührungsängste, das Geheimnis der Airtime, Tuning-Problemen und die Faszination „Drop“.

Christian Waldegger Freeride-Veteran Holger Meyer: Der studierte Sportwissenschaftler gibt seit seiner Karriere als Downhill-Worldcupper sein Wissen in Fahrtechnikkursen weiter. Seine Fahrtechnik-Schule nennt sich „Die Rasenmaeher“. http://www.dierasenmaeher.de


Holger, was  wollen die Leute lernen, wenn sie zu dir ins FREERIDE-Camp kommen?

Die Teilnehmer des FREERIDE-Camps wollen vor allem sicherer werden. Sicherer beim Springen, Droppen, Kurven-fahren. Sie wollen sich trauen lernen, einen Table komplett zu springen oder wirklich kontrolliert über die Drop-Batterie zu rollen. Und genau diese Freeride-Fahrtechniken behandeln wir im Camp.


Bikeparks laut unserer Umfragen immer beliebter – hilft so ein Kurs Berührungsängste abzubauen?

Absolut, denn viele Teilnehmer haben noch gar nicht so viel Bikepark-Erfahrung. Sie fahren meist zuhause auf ihren natürlichen Trails mit dem Enduro-Bike.


Ihr ward dieses Jahr im Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis. War das die richtige Wahl?

Ich finde schon, denn der Bikepark ist sehr vielseitig und bietet gute Trainingsmöglichkeiten. Gleichzeitig gibt es auch ein Angebot an natürlichen Trails, die man leicht mit der Gondel erreicht. Auch da waren wir unterwegs.


Was wollen die Teilnehmer lernen?

Droppen steht auf der Prioritäten-Liste weit oben. Dazu nutzten wir die frei stehende Drop-Batterie unten an der Talstation. Das war ideal, denn die Teilnehmer konnten sofort wieder hoch schieben für schnelles Lernen. Aber auch normales Springen stand hoch im Kurs. Das funktionierte auch gut in Serfaus. Hier wäre eine zweite, gleichmäßigere Jumpline wünschenswert.

Christian Waldegger Welche Skills braucht man im Bikepark? Im FREERIDE-Camp lernen die Teilnehmer durch Holzanlieger zu fahren, Drops zu springen, Table-Sprünge zu überfliegen – eben alles was stoked!


Gibt es viele Freeride-Fahrkurse auf dem Markt?

Die meisten Kurse beschränken sich auf Trail-Techniken. Mir fällt da eigentlich kaum was ein, das sich speziell um Freeriding kümmert. Es gibt zwar Angebote in den Parks selbst, wo man mit Locals trainieren kann. Doch gemeinsam anzureisen und in Camp-Atmosphäre zu üben, das ist im FREERIDE-Camp ziemlich einzigartig.

Christian Waldegger Hier springt der Meister (und Meyer) persönlich: Holger Meyer in der Holzwelle im Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis. „Ideale Trainingsbedingungen!“, sagt Holger Meyer.


Jeder will Airtime. Woran hakt es?

Table-Sprünge sind die beste Übungsvoraussetzung, denn sobald es eine optische Barriere gibt wie bei Gap-Jumps, tun sich die Leute schwer. Zum Üben sollten die Sprünge als Table gebaut sein, dass man auch mal zu kurz springen kann – ohne Konsequenzen. Das funktioniert in Serfaus sehr gut.


Und woran scheitert es bei den Leuten?

Die Grundlagen fehlen. Wer z.B. den klassischen Bunnyhop nicht beherrscht, tut sich auch beim Springen schwer. Denn die Bewegung ist die Gleiche. Da merkt man, dass sich die meisten Menschen Radfahren selbst beibringen, dann aufs Mountainbike umsteigen und nie wirklich die Basiscs verinnerlichen wie eine zentrale Position auf dem Rad oder das kontrollierte Anheben des Vorderrads.


Hast du Tipps?

Die meisten fahren viel zu schnell auf den Sprung zu und versuchen sich irgendwie drüber zu mogeln. Dadurch haben sie auch weniger Zeit für die einzelnen Aktionen. Sie spüren den Absprung gar nicht, sondern schanzen da irgendwie drüber statt aktiv abzuspringen. Ich sage: weniger ist mehr! Besser den Absprung wirklich nutzen und aktiv abspringen.

Christian Waldegger Die richtige Flugposition: Bei dem Instruktor (li + re) sieht man die aufrechte, nach vorne orientierte Körperposition. Der Teilnehmer (Mitte) fliegt noch in der berüchtigsten Crouch-Position durch die Luft. Im Camp lernen die Schüler ihre Fluglage zu korrigieren, Voraussetzung für sorgenfreies Fliegen und Tricks.


Schaut man sich die Fotos des FREERIDE-Camps an, erkennt man die Instruktoren an ihrer Fahrposition. Sie stehen in der Luft sehr aufrecht und zentral auf den Pedalen, während die Schüler oft den berüchtigten Crouchy-Style einnehmen. Wie komme ich weg vom Crouchen?

Ja, die Schüler verpassen oft den Abprung, sie hängen weit hinten und kauern über dem Bike. Das liegt natürlich am Respekt vor der Airtime. So ein Sprung schüchtert auch ein. Es erfordert Mut sich in der Luft aktiv aufzurichten und den Körper nach vorne zu schieben, dass das Kinn über dem Vorbau schwebt. Das Gegenmittel: Bunnyhop üben, viel Springen und aktiv an dieser zentralen, aufrechten Position arbeiten. Die ist auch für Tricks sehr wichtig, denn wer hinten hängt und croucht, blockiert sich selbst. Das ist wie Fahren mit angezogener Handbremse.


Wir das nächste FREERIDE-Camp wieder im Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis stattfinden?

Ja, die Betreiber sind voll motiviert, das Gelände und die Trails ideal. Grund für uns wiederzukommen. Die Termine für 2018 gibt es schon: Das Freeride-Camp in Serfaus Fiss-Ladis findet am 26.- 29. Juli statt. Das Enduro-Camp am 05. - 08.Juli in der Dreiländerregion am Reschenpass.

Christian Waldegger Zusammen macht’s doppelt so viel Spaß: Kurse für Freerider wie das FREERIDE-Camp gibt es kaum auf dem Markt.


Welches Bike ist ideal für so ein FREERIDE-Camp?

Mindestens ein Enduro. Noch besser: Ein Big Bike, denn es bietet noch mehr Reserven.

Themen: Bikepark Serfaus-Fiss-LadisFahrtechnikFREERIDE-CampHolger MEyerNL_4_17Serfaus-Fiss-Ladis


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