„Ich brauch ’ne zweite Chance!“ „Ich brauch ’ne zweite Chance!“ „Ich brauch ’ne zweite Chance!“

Hardcore-Freerider Kirill Benderoni

„Ich brauch ’ne zweite Chance!“

  • FREERIDE Magazin
 • Publiziert vor 8 Jahren

Durch seinen Stunts gilt Kirill Benderoni als Teufelskerl der Szene. Doch der vermurkste Rampage-Auftritt 2013 schleuderte ihn in ein Stimmungsloch. Jetzt meldet sich Benderoni zurück!

Lars Scharl Wie geht es jetzt weiter für Benderoni? Ob er eine zweite Chance kriegt bei der Red Bull Rampage?


Dein vermurkster Auftritt bei der letzten Rampage hat dich ziemlich runtergezogen. Hast du das Tief überwunden?
Ja, es sieht fast so aus. Ich war danach wirklich niedergeschlagen und brauchte Zeit, um über diese Schlappe hinwegzukommen. Doch jetzt fühl ich mich recht gut. Ich habe viel nachgedacht, war viel auf dem Bike und musste etwas Zeit vergehen lassen.


Es gab einige Gerüchte, nachdem du bei der Rampage gar nicht zu den Qualifikations-Runs gestartet warst. Was war da dran?
Ich versteh nicht, was du meinst.


Es wurde behauptet, du wärst disqualifiziert worden, weil du Beton für einen deiner Stunts verwendet hattest.
So ein Quatsch! Ich hatte Todd Barber damals gefragt und er meinte, es sei okay. Das hatte gar nichts damit zu tun. Ich hatte mich damals entschlossen, nicht zu starten. Und im Nachhinein gesehen, war das eine gute Entscheidung. Ich hatte mich auf dem Big Bike kaum eingefahren, weil der Dämpfer früh ausgefallen war. So kannst du bei einem Wettkampf dieser Kategorie nicht starten.


Dabei hattest du eine so große internationale Fan-Gemeinde. Wie haben die reagiert?
Oh, die haben ganz unterschiedlich reagiert. In Russland waren sie ziemlich verärgert und angepisst. Das hat mich ziemlich überrascht, doch die Typen meinten, ich hätte Russlands Flagge nicht hochgehalten. In anderen Ländern haben sie meine Entscheidung verstanden und es mir nicht übel genommen.


Hast du noch Kontakt zu Rampage-Organisator Todd Barber?
Witzig dass du fragst, ich habe ihm vor einer Woche gemailt. Doch noch keine Antwort erhalten.


Warum hast du ihm geschrieben?
Ich wollte wissen, ob ich noch einen Chance kriege und bei der kommenden Rampage starten darf.


Wie? Du hast noch nicht genug?!
Nein. Ich brauch ’ne zweite Chance! Jetzt habe ich ein Bike und habe Zeit zu trainieren. Ich würde diesmal auch viel früher anreisen. Einen Monat, um mich ideal vorzubereiten. Das hatte ich unterschätzt. Letztes Jahr hatte ich wirklich Pech.


Und wie stehen die Chancen?
Keine Ahnung. Das hängt ganz von Todd ab.


Hatte die Rampage-Schlappe Auswirkung auf deine Karriere?
Nicht wirklich. Ich habe damals nichts umsonst bekommen und kriege heute nichts umsonst. Es hat sich also nichts geändert.


Mit welchem Bike willst du bei der nächsten Rampage starten?
Mit dem Bergamont „Big Air“, das ich für die letzte Rampage bekommen hatte. Das wollte Bergamont bisher gottseidank nicht zurück haben.


Im großen FREERIDE-Interview sprachst du von einem Projekt, wo du von einem Hochhaus droppen wolltest. Was ist daraus geworden?
Red Bull Russland wollte dieses Projekt unterstützen. Ich hatte auch schon die ideale Location gefunden, doch ich wurde von Red Bull immer wieder vertröstet. Jetzt habe ich schon länger nichts mehr von ihnen gehört. Vielleicht habe ich sie durch meinen vermurksten Rampage-Auftritt verkrault; das kann schon sein.


Wie sieht dein Plan jetzt aus?
Ich weiß es nicht, um ehrlich zu sein. Ich würde gerne mehr reisen und mein Big Bike öfter fahren. Ich plane einen Trip nach Kirgisistan, doch weiß noch nicht, ob er zustande kommt.


Wie sieht’s mit einem Trip in die Ukraine aus?
Oh, das ist momentan keine gute Idee.


Wie siehst du die politische Situation?
Ich habe keine Ahnung, denn niemand weiß genau, was da unten passiert. Niemand weiß das wirklich. Schaust du dir das russische Fernsehen an, das ukrainische oder das europäische, dann kriegst du drei komplett unterschiedliche Sichtweisen gezeigt. Im russischen Fernsehen heißt es wörtlich, Putin schütze die Ukraine gegen die dortigen Nazis. Ich hatte schon Angst, dass es durch den Ukraine-Konflikt schwer würde zu reisen, doch bisher hatte ich keine Probleme.


Viel Glück, Kirill, wir hoffen, dich bei der kommenden Red Bull Rampage im September zu sehen.
Danke.

Lars Scharl Bammm – das liegt dem mutigen Freerider aus Moskau, fette Flipps über fette Canyons.

Lars Scharl Ja manchmal können die Flugnummern auch in einer Bruchlandung enden und Kirill muss humpeln. Hier in seiner Heimatstadt Moskau. Er wohnt im Turmzimmerchen gleich unter der hellblauen Kuppel.

Lars Scharl Kann gut stylen: Benderoni beim New-School-Tabletop.

Lars Scharl Russen sind für ihren Schneid bekannt, doch von diesem Felsenturm mit einem Hardtail droppen, das ist schon hardcore!

Themen: BenderoniFreerideKirillRampage


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