Trainingstipps für Kids

  • Tomek
 • Publiziert vor 13 Jahren

Die Aktivlust ist groß, doch die Möglichkeiten bei und mit Kindern sind begrenzt. Nur wer nicht zuviel erwartet, wird auch nicht enttäuscht.

Der 15er Maulschlüssel liegt seit Jahren bereit: Auf kaum einen Moment warten Väter sehnlicher, als den, an dem die Stützräder in die Ramschkiste fliegen. Endlich kann der Nachwuchs mit auf Tour. Denkste! Bis die Ausfahrten auch nur annähernd Touren-Charakter haben, vergehen ab der Stützrad-Amputation meist noch Jahre. Der kindliche Organismus ist für Dauerbelastungen einfach nicht geschaffen. Zudem sind Spieltrieb und Hippeligkeit noch um ein Vielfaches stärker ausgeprägt als die Lust auf ödes Geradeaus-Gezuckel. Was nicht schlimm ist. Immer mehr Bikeparks zeigen sich familienfreundlich und erweitern ihr Streckenangebot für Kinder. Während sich die Eltern Wurzeln und Sprünge in die Hände massieren lassen, toben die Knirpse über den BMX-Parcours oder softe Singletrails. Sogar spezielle Fahrtechnik- Kurse für Kinder bieten Parks inzwischen an. Eine perfekte Urlaubs-Struktur ist in den Gegenden meist inklusive.


PARKS FÜR KIDS

• MTB Zone Bischofsmais: Kinderschule, BMX-Kurs;
www.bikepark.net
• Bikepark Winterberg: Übungs-Parcours;
www.bikepark-winterberg.de
• Dortmund EDG Arena: Singletrail mit wenig Gefälle, Bikercross;
www.edg-mountainbike-arena.de
• Bikewelt Willingen: Tourennetz (Familientouren), Freeride, Schwimmbad;
www.bike-willingen
• Bikepark Hindelang: Kids-Parcours, Touren;
www.bikepark-hindelang.de
• Bike Circus Saalbach-Hinterglemm: Indoor-Halle, Übungsgelände, Touren (auch sehr leichte);
www.bike-circus.at


„NIE IM ROTEN BEREICH"
Internist Dr. Karlheinz Zeilberger arbeitet als Sportmediziner in München und betreute 2006 das Olympiateam der Eisschnellläufer. Er warnt: Kinder sind für Dauerbelastung nicht geeignet.


Wann kann ein Kind mit auf Tour?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Entscheidend ist nicht das kalendarische Alter, sondern das biologische. Wie weit ist das Kind körperlich entwickelt? Und natürlich: Wie bewegungsfreudig ist das Kind generell? Diese beiden Faktoren sollten Eltern genau abschätzen. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass Kinder unter zwölf Jahren nicht für Dauer-, sondern eher für Intervallbelastungen ausgelegt sind.


Wie lässt sich das biologische Alter abschätzen?
Am besten, indem man sein Kind mit Gleichaltrigen vergleicht. Da sieht man schnell, ob es weiter entwickelt ist, oder vielleicht doch noch etwas zurück hängt.


Welche Gefahren bestehen, wenn ein Kind doch einmal überzieht?
Unmittelbare Auswirkung hat das zunächst auf die Motivation. Übersäuert ein Kind, verliert es die Lust. Körperlich ist die Folge drastischer. Da die Regenerationszeit bei Kindern länger ist, kann in extremen Fällen die körperliche Entwicklung beeinträchtigt werden. Sitzt ein Kind lange und monoton auf dem Rad, schadet das der Wirbelsäule – mit Abstand der empfindlichste Bereich im wachsenden Organismus.


Wie sollte man also vorgehen?
Sobald man mit einem Kind regelmäßig Sport treiben will, sollte man es erst einmal gründlich vom Arzt untersuchen lassen. Ist alles in Ordnung, kann man mit kurzen, lockeren Ausfahrten beginnen, wobei immer das Kind Strecken länge und Tempo angibt. Um zu erkennen, ob ein Kind noch im grünen Bereich fährt, taugt ein Blick auf die Herz frequenz übrigens wenig. Die ist im jungen Alter immer höher als bei Erwachsenen. Ich hatte Kinder auf dem Laufband, die hatten eine 230er Frequenz. Die Gesichtsrötung und der äußere Eindruck sagt wesentlich mehr aus. Zu rot ist zu doll. Auch die Thermoregulierung funktioniert bei Kindern nicht so gut. Also nicht zu warm anziehen. Bei Wachstumsschüben auch mal auf sportliche Belastung verzichten, da brauchen Kinder jedes bisschen Energie und jede Stunde Schlaf.


Also mit Kindern kein Sport im normalen Sinne?
Alles muss spielerisch bleiben, ohne Druck. Der Ausdauer-Aspekt sollte nur ein Drittel einnehmen, ein Drittel die Fahrtechnik-Übungen, ein Drittel allgemeine Bewegung.


TIPPS FÜR ERSTE TOUREN
Es gibt keinen Leitfaden für Kinderradsport. Aber ein paar grobe Faustregeln.


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