Leserfrage: Runder Tritt

  • Tomek
 • Publiziert vor 15 Jahren

Was ist eigentlich genau der runde Tritt? Ich finde, das Thema ist sehr schwer zu fassen. Bringt ein runder Tritt nur einem Profi einen Vorteil? Und habt ihr ein paar Tipps, wie man sich diese Technik aneignen kann? (Michael Hoffmann per e-Mail)


Ob der runde Tritt messbare Vorteile bringt, wird gerade wissenschaftlich untersucht. An seinem Tritt zu arbeiten, lohnt sich aber auf jeden Fall. Hier lesen Sie, warum.

Gründe für einen optimierten Tritt
Beim Biken im Gelände lässt sich ein runder Tritt schwerer realisieren als auf der Straße. Dennoch: Wer intensiv an seinem Tritt arbeitet, wird automatisch schneller:

Besonders auf losem Untergrund hilft ein flüssiger Tritt, seine Kraft überhaupt auf den Boden zu bringen. Fahrer mit guter Technik fahren in losem Schotter bergauf, wo andere stecken bleiben. Die Kraft sollte gleichmäßig auf das Pedal gebracht werden, denn jede Lastspitze bedeutet Traktionsverlust.

Nicht nur auf der Straße, sondern auch beim Biken sollte man hohe Trittfrequenzen (100-110 U/min) fahren können. Denn die Fähigkeit, mit einer großen Trittfrequenz-Bandbreite fahren zu können, ermöglicht spontane Reaktion auf Tempowechsel (im Rennen) oder wenn man sich verschaltet hat. Um eine hohe Trittfrequenz richtig umsetzen zu können, muss der Tritt geschmeidig (rund) sein, sonst hoppelt man im Sattel auf und ab.

Ein flüssiger Tritt ist auch eine Sache des Stils. Das kann man bei Radrofis gut beobachten: Sie sitzen in jeder Situation ruhig im Sattel, die Beine wirbeln flüssig. Schlechte Stilisten stampfen die Pedale Richtung Boden, arbeiten mit dem Oberkörper und den Armen. Das kostet Kraft.


Wege zu einem flüssigeren und schöneren Tritt
Besonders auf Rolle oder Ergometer (Klickpedale und korrekte Sitzposition!), sind diese Methoden effektiv:

Das Gespür für den runden Tritt entwickelt man am schnellsten beim Kraftausdauertraining mit niedrigen Umdrehungen (40-60 U/min). Dabei muss man Oberkörper und Arme ruhig halten und sich nur auf den Tritt konzentrieren: Um effektiv über den Totpunkt der Zwölf-Uhr-Stellung zu kommen, stellen Sie sich vor, auf einem Fass zu stehen und dieses mit den Füßen nach vorne zu rollen.
Über die Sechs-Uhr-Position treten Sie hinaus, als wollten Sie sich Schmutz von Ihrer Schuhsohle abstreifen.

Wenn man das Gefühl für den motorischen Ablauf des runden Trittes gefunden hat, steigert man die Trittfrequenz. Dabei ruhig im Sattel bleiben, nicht hoppeln oder wippen. Das geht auch draußen: bergab den kleinen Gang beibehalten und dafür die Frequenz steigern.
Auch abwechselnd nur mit einem Bein zu treten, schult die Motorik.

Ein starrer Gang (ohne Freilauf, z.B. am Spinningbike) erleichtert zwar das Gefühl für hohe Trittfrequenzen, optimiert aber nur vermeintlich den Tritt. Denn dabei wird man nicht gezwungen, aktiv die Ferse zu heben.

Für eine effizientere, aktivere Hub- und Zugphase bietet sich das Training mit den Smart Cranks an. Diese sind durch ein Freilauflager voneinander getrennt, jedes Bein muss für sich alleine rund treten und wird nicht vom anderen automatisch mitgenommen.
Dadurch erhält man sofort eine Rückmeldung, wie effektiv der Tritt ist. Die Kurbeln eignen sich aber nur für den Indoor-Einsatz an Ergometer oder Ihrem Rollenrad!
Preis ab 595 Euro unter www.smartcranks.com

(Foto: Daniel Simon)


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