Etappenrennen

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 12 Jahren

Etappen-Rennen liegen voll im Trend – sie sind die größte Herausforderung für alle Marathon-Racer. Doch kein Rennen gleicht dem anderen. Am Beispiel von CRAFT BIKE Trans Germany und JEANTEX BIKE Transalp zeigen wir, worauf es ankommt.

Auf dem Papier wirkte die erste Etappe der CRAFT BIKE Trans Germany 2007 wie ein zittriger Strich. Doch wenn sich Profi-Biker Stefan Sahm heute an die Etappe erinnert, schaudert er immer noch ein wenig: “Ich hab die letzten Kilometer nur noch schwarz-weiß gesehen.” Nach 123 Kilometern war sein Akku leer, das letzte Quäntchen Energie in den Beinen verpufft. So wie Sahm fühlten sich viele Biker im Ziel – auch gestandene Transalp-Finisher. Immer Druck auf dem Pedal, immer Tempo, kaum Erholungs phasen – im Laufe der Woche entpuppte sich die CRAFT BIKE Trans Germany als echte Härteprüfung.

Trans Germany: In acht Etappen einmal quer durch Deutschland, 800 Kilometer, 18 000 Höhenmeter. Wer sich die Streckenlänge und Höhenmeter anschaut, merkt kaum einen Unterschied zu den Eckdaten der Transalp. Und doch sind beide Rennen vollkommen verschieden. Im Etappenverlauf, der Intensität der Belastung und dementsprechend in der Renntaktik liegen klare Unterschiede. “Die Charakteristik der Trans Germany ist eine vollkommen andere. Anstiege von mehr als 300 Höhenmeter sind selten”, weiß Profi-Trainer und Trans-Germany-Finisher Erik Becker, Wie ein Sägeblatt verläuft das Profil dieser Deutschland-Rundfahrt. Das bedeutet einen permanenten Rhythmuswechsel. Für Becker steht fest: “Die Höhenprofile sehen im Vergleich zur Transalp leicht, nahezu flach aus. Doch das ist ein großer Irrtum. Der Rhythmuswechsel zermürbt.”

Im Rennen muss man daher die Intensität, mit der gefahren wird, noch vorsichtiger steuern als bei einer Transalp, muss die Kräfte noch vorausschauender einteilen. Besonders an den kleinen, knackigen Steigungen ist Disziplin gefragt - wie bei jedem Marathon im Mittelgebirge. Wer hier zu schnell fährt, übersäuert und wird früher oder später abgehängt. Halten Sie sich an den Steigungen etwas zurück – dafür wird dann in der Ebene das Tempo hochgehalten. Hilfreich ist es, wenn Sie, wie bei einem Straßenrennen, im Windschatten fahren können. Die Trans Germany bietet viele Gelegenheiten dafür. “Wer im Windschatten fährt, spart bis zu 30 Prozent seiner Kraft. Üben Sie das Windschattenfahren unbedingt vor der Etappenfahrt”, rät Erik Becker.

Einen weiteren Unterschied zur Transalp stellt die Energieversorgung bei der Trans Germany dar. Der ständige Rhythmuswechsel saugt die Muskeln leer. “Die Trans Germany bietet kaum Erholungszeit – hier gibt es keinen langen Downhill, bei dem man sich ausruhen kann”, sagt Becker. Wegen der Belastungsdynamik kommt der Hungerast hier viel schneller als bei der Transalp. Ist die Trans Germany also eine verschärfte Transalp? Sicher nicht. Bei beiden Rennen sind die Belastungen extrem. “Die Trans Germany hat ein anderes Belastungsprofil”, sagt Becker, “und das muss man auch bei Training und Ernährung beachten.” Auf den folgenden Seiten werden wir Ihnen zeigen, auf was Sie in Ihrer Vorbereitung und während des Rennens achten müssen.


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Text: Björn Scheele, Christoph Listmann

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