Ergonomie beim Biken

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 13 Jahren

Schmerzzonen: Der Rücken zwickt, der Hintern zwackt und Hände und Füße schlafen ein – da ist guter Rat teuer. Denn nicht immer helfen ein neuer Sattel oder ein paar Liegestützen. Wir zeigen Ihnen, was Sie gegen falsche Sitzposition und müde Knochen tun können.

Geht es um Schmerzen beim Biken, fällt fast immer das Zauberwort „Ergonomie“. Fast jeder Hersteller bietet inzwischen angeblich ergonomisch optimierte Komponenten an, in der Hoffnung, mit den Schmerzen der Biker ein paar schnelle Euro zu verdienen. Nur wenige wissen dabei, was Ergonomie bedeutet. Ein Ausflug zu den Griechen: Ergonomie setzt sich aus den Worten ergon (Arbeit/Werk) und nomos (Gesetz/Regel) zusammen. Es geht es also um die Optimierung der Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine. Beim Biker sind das die Kontaktpunkte zwischen Bike und Biker: Hände, Füße, Po.


ANPASSUNG DURCH DIE PROFIS

Wie schon erwähnt, gibt es nicht viele Profis, die sich intensiv mit den ergonomischen Problemen des Bikers befassen. In Deutschland sind es gerade einmal drei: SQ-Lab, Specialized und Ergon. Specializeds Ergonomie-Experte Dr. Andrew Pruitt beschäftigt sich schon seit über 30 Jahren mit der Anpassung des Bikes an den Biker: „Bike-Anpassung ist wie eine Hochzeit zwischen dem Bike und seinem Fahrer. Wenn die beiden nicht zusammenpassen, wird die Ehe scheitern.“

Klar, wenn es beim Biken in Füßen und Händen zwickt, vergeht die Lust auf lange Touren. Deshalb ist eine exakte Anpassung des Bikes an den Fahrer so wichtig. Pruitt: „Das Bike muss dem Körper angepasst werden und nicht umgekehrt. Ein Bike zu modifizieren, ist einfach. Aber es ist schwierig bis unmöglich, den Körper in eine ideale Haltung zu bringen. In jedem Fall sollten Sie vollkommen vergessen, wie Ihr Lieblings-Profi auf seinem Bike sitzt. Ihr Bike muss zu Ihnen passen – nicht zu Ihrem Helden.“


TRAINING NEBEN DEM SATTEL

Dabei kommt es aber nicht nur auf ergonomisch perfekt abgestimmte Komponenten wie Vorbauten, Sättel und Einlegesohlen an. Physiotherapeut Olaf Jenewein rät: „Was zählt, ist die langfristige und regelmäßige Vorbereitung abseits des Sattels. Das Training und Dehnen der beanspruchten Muskelpartien beugt Schmerzen vor.“ Wenn das Bike exakt eingestellt ist und auch das Training die Schmerzen nicht vertreibt, dann kann man über die Optimierung der entsprechenden Komponenten nachdenken.

In unserem Ergonomie-Special stellen wir Ihnen die Schnittstellen zwischen Biker und Bike genauer vor: Wir geben Ihnen Tipps zur richtigen Einstellung, bringen Sie mit den richtigen Übungen auf Trab und stellen Ihnen die wichtigsten, echten ergonomischen Produkte vor.

Ergonomie beim Biken

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Themen: Ergonomie


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