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Blog Mission Crocodile Trophy #9

#MissionCrocodile: Blick in die Werkstatt, dritter Teil

Stefan Schmeckenbecher am 02.08.2018

#MissionCrocodile-Kandidat Stefan ist froh, dass er von zahlreichen Fachkräften professionell umsorgt wird. Wie käme er sonst zum Radfahren?

Vielleicht erinnert ihr euch an meine geradezu euphorischen Werkstatt-Erlebnisse aus vergangenen Berichten über den Super-Monteur mitten in der Nacht oder meinen ersten Schlauchlos-Erfolg. Heute folgt ein eher ernüchterter Part übers Radschrauben.

Wenn ich etwas an meinem Superbike auszusetzen haben müsste (!), dann wäre das wohl die für meine Gewichtsklasse recht zarte Bereifung (nach der vierten Panne hatte ich nachgerüstet) sowie die Schaltgruppe, wobei sich dort der wahrgenommene Mangel auf den GX-Schalthebel beschränkt. Erstens wundere ich mich über den großen Abstand der beiden Hebel für ein und denselben Daumen, zweitens vermisse ich die bei Shimano übliche Möglichkeit der Trigger-Funktion, also des Hochschaltens wahlweise mit Daumen oder Zeigefinger.

Nun gut, ich dachte mir, wenigstens den Abstand der beiden Hebel kann ich ja justieren und nun endlich, beim vorfreudigen Autopacken für den Urlaub, hab ich mich daran gemacht. Also, Schaltgriff von unten betrachtet...ganz klar, eine einzige Schraube - in der muss wohl mein Heil liegen. Doch Obacht: Abgeschraubt und PLING, eine lustige Spiralfeder erinnerte mich an den Teufel aus der Torte und schoss ein kleines Kugellager, ein Plastikröhrchen und ein asymmetrisches Etwas aus Metall quer durch meinen Carport.

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Zentral an der unteren Fläche des Schalthebels gelegen und doch extrem heimtückisch: Die Schraube des Todes (zumindest des Schalthebel-Todes). Meine Empfehlung an Sram: bitte rot und mit Totenkopf markieren!

Meine weit über 30-jährige Schraubererfahrung (nicht mit Schrauberkompetenz zu verwechseln!) sagte mir innerhalb eines Sekundenbruchteils, erstens: Das war nicht die Schraube für die Griffweitenregulierung. Und zweitens: Das mit dem Fertigpacken wird sich wesentlich verzögern. Die darauf folgende Stunde verbrachte ich mit viel Fingerspitzenfummelei, leisem Vor-mich-hin-Fluchen, dem Konsum etlicher YouTube-Videos sowie der finalen Erkenntnis: kaputt repariert! Der Schwabe spricht (schwätzt) in dem Fall nicht vom Mechaniker sondern vom "Mach-heniger", und meint damit: "Noch-mehr-Kaputtmacher".

Mit den Einzelteilen in den Urlaub

Auch das noch, wir waren ja schon so gut wie auf dem Weg ins Zillertal … Meine Familie ist übrigens großartig: Nicht nur, dass sie meine Radlerei mitträgt, wir urlauben auch noch gemeinsam da, wo Selbiges besonders reizvoll ist. Nach dem Tegernsee an Ostern, sind jetzt also die österreichischen Alpen dran. Wo war ich? Ach ja: auf dem Weg in den Urlaub… Ich steckte die vollzähligen und im Einzelnen durchaus heilen Kleinstteile zusammen und lud neben meinem MTB auch das Gravelbike ins Auto. Da dort eine Wattkurbel verbaut und der Trainingsplan mit einigen Intervalltrainings gespickt ist, machte das ohnehin Sinn. Und im Zillertal wird’s schon einen gewieften Schrauber geben, der mein Malheur wieder ausbügelt.

Tatsächlich: Im Zillertal gibt’s ein Örtchen namens Hippach, in dem sich der "Bike Zoo" befindet, ein "Specialized Elite Shop"! Schon am Abend des Abgabetages kam der Rückruf: Schaltwerk nicht zu retten, neues montiert. Und das lag nicht am lädierten Schlüsselbein des Monteurs (gute Besserung, Andi!).

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Und erneut war es der Monteur, der mir aus der Patsche half. Zum einen, weil er mir einen wieder wunderbar funktionierenden Schalthebel anbrachte, zum anderen, weil er mich dadurch tröstete, dass selbst er der vielen Kleinteile nicht Herr wurde: Andi vom #bikezoozillertal - Nochmals vielen Dank und gute Besserung!

Nun stellt euch vor: Da ich ja eh der #MissionCrocodile-Trophy- und auch sonst ein Glückspilz bin, wird selbst in Hippach die BIKE gelesen, gar abonniert, und die Sportskameraden des Bike Zoo zeigten sich unkompliziert, großzügig und wahrscheinlich auch mitleidig ob meiner zahlreichen linken Hände. Und ich habe schon wieder etwas gelernt: Nicht an jedem GX-Schalthebel lässt sich die Griffweite anpassen – an meinem jedenfalls nicht!

Stefan Schmeckenbecher Crocodile Trophy Kandidat

Stefan Schmeckenbecher (37) ist ehemaliger Beachvolleyballer, stand noch nie an einer Marathon-Startlinie und hat sich bei unserer BIKE Mission Crocodile Trophy gegen 150 Kandidaten durchgesetzt. Sein Ziel: die Crocodile Trophy in Australien im Oktober 2018.

Stefan Schmeckenbecher am 02.08.2018