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Blog Mission Crocodile Trophy #3

#MissionCrocodile: Abenteuer ganz ohne Krokodil

Stefan Schmeckenbecher am 24.04.2018

Für Mission-Crocodile-Kandidat Stefan standen 2,5 Stunden mit Intervallen auf dem Trainingsplan. Doch ein Platten machte aus der Ausfahrt ein nächtliches Abenteuer mit Shop-Besuch um 21:30 Uhr.

Ich war bereits einigermaßen genervt davon, dass an meinem nagelneuen #MissionCrocodile-Superbike permanent über Nacht einiges an Luft aus meinem schlauchlosen Hinterreifen entwich. Hinweise von Menschen, die's besser wissen, gingen in die Richtung „das ist manchmal am Anfang so, das legt sich mit der Zeit“. Es war ohnehin meine erste Tubeless-Erfahrung und meine immer schon dagewesene Skepsis wurde quasi bei jedem Wiederaufpumpen vor dem Training aufs Neue bestätigt. Nun ergab sich's, dass mein Trainingspartner Frank und ich nach erfolgreich absolviertem Kindergeburtstag am Samstagabend um 19:30 Uhr aufbrachen – zugegebenermaßen Tageslicht-technisch knapp kalkuliert, da 2,5 Stunden auf dem Trainingsplan standen, samt Intervallen. Mit ein paar Blinklichtern am Sattelrohr und der Gewissheit vorwiegend auf Waldautobahnen unterwegs zu sein, radelten wir los.

Nach rund 25 Kilometern und kurz vor dem zweiten Intervall ging meinem Hinterreifen sehr plötzlich die Luft aus. Kein Problem, wir hatten uns abgestimmt, hatten Pumpe, Schlauch, sogar ein Pannenspray dabei. Erste wegweisende Erkenntnis: Die Pumpe, die Frank seit sicherlich 30 Touren im Trikot dabei hat, war leider kaputt. Also musste das Pannenspray ran – üblicherweise bringen diese lustigen Bike-Deos rund zwei Bar Druck in die Reifen. Nun ja, dieses nicht… Erst schäumte es am Ventil vorbei, dann quoll tatsächlich die Pampe aus einem kleinen Riss an der Reifenwand, der bis dahin unentdeckt geblieben war. Ok, wir hatten ja noch den Schlauch. Wir störten eine kleine Gartenparty ganz in der Nähe und wurden tatsächlich mit einer Standpumpe beglückt. Rad ausbauen, Reifen abziehen und dann kam die Überraschung direkt aus dem Mantel: Ein Schlauch! Die Info, dass ich schlauchlos unterwegs sei, beschränkte sich wohl also auf den zweiten, auf Leichtbau getrimmten Laufradsatz, den ich von Specialized bekommen habe.

Ohne Geld zum Schlauchomat


Alles klar: Platten geflickt, zweites zehnminütigen Intervall direkt angegangen, Dämmerung. Keine 20 Minuten und kaum zehn Kilometer weiter: Pfffffff. Gleicher Reifen. Inzwischen standen wir mitten in der Pampa, keine Gartenparty, keine Pumpe, keine Lust mehr. Wir hatten etwa vier Kilometer bis Hirrlingen und nutzten die Zeit des Schiebens, um zu überlegen, wen wir dort kannten und wie Bike-affin diese Bekannten wohl sein mögen. Hey, Frank erinnerte sich an den Schlauchomat in eben jenem Ort – wir freuten uns rund fünf Sekunden, bevor wir uns erinnerten, dass wir keine Pumpe mehr und leider auch kein Geld dabei hatten.

Doch dann kam die Kombination aus glücklichen Umständen, die uns hat hoffen lassen: Meine ehemalige Mitarbeiterin war tatsächlich zuhause zu erreichen, hatte zwar keinen Schlauch, jedoch eine Pumpe, Geld und ein Auto, mit dem sie mich einzusammeln und zum Schlauchomat zu bringen bereit war. Frank fuhr derweil sein und schob mein Rad. Und dann kam endlich die lang ersehnte Erkenntnis über den Grund unserer kleinen Odyssee: Beim Schlauchomat vor Michas Radladen angekommen, sahen wir Micha um sage und schraube (!) 21:30 Uhr in seiner Werkstatt am Arbeiten! Gerettet!

Du findest deinen Händler spitze? Dann hör dir das an: Nicht nur, dass Micha uns im nächtlichen Einsatz einen neuen Ersatzschlauch samt einem Bierchen angeboten hat (übrigens mein erstes seit der Mission Crocodile Trophy-Nominierung Mitte Februar), er hat uns auch gleich gezeigt, wie man den neuen Reifen tubeless aufbaut (diesmal wirklich!) und zwar auf Anhieb und ohne die kleinste Kleckerei. Zu guter Letzt kam Frank auch noch zu einer neuen Pumpe – zahlen dürfen wir beim nächsten Besuch.

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„Wenn wir jetzt schon anfangen, dann machen wir schlauchlos!“ Shop-Besitzer Micha ganz pragmatisch und außerordentlich fix, auch lange nach Ladenschluss.

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Leider ohne Specialized, dafür mit Special-Service: www.michas-radladen.de

Geradezu beseelt und um 22:30 Uhr entschieden wir, unsere geplante Tour vollends durchzuziehen. Nach insgesamt 69 Kilometern und alles in allem knapp fünf Stunden kamen wir k.o. und glücklich, etwas verspuhlt vom Blinklichtgewitter zuhause an. Ein weiterer kleiner Feierabenddrink war da obligatorisch. Jetzt wird's wieder enthaltsam: Nur noch sechs Wochen bis zur Alpentour-Trophy, dort wird tubeless geschlaucht!

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Anstoßen nach einem kleinen nächtlichen Abenteuer.

Stefan Schmeckenbecher Crocodile Trophy Kandidat

Stefan Schmeckenbecher (37) ist ehemaliger Beachvolleyballer, stand noch nie an einer Marathon-Startlinie und hat sich bei unserer BIKE Mission Crocodile Trophy gegen 150 Kandidaten durchgesetzt. Sein Ziel: die Crocodile Trophy in Australien im Oktober 2018.

Stefan Schmeckenbecher am 24.04.2018