Trainings für Frauen: Haltungssache

  • Iris Bieker
 • Publiziert vor 12 Jahren

Es ist ein Phänomen, das hauptsächlich an Frauen zu beobachten ist: das verriegelte Becken. Für Physiotherapeutin Iris Bieker ist es die Hauptursache für fahrtechnische Unsicherheiten.

Ich beobachte das schon eine ganze Weile und ich kann nur sagen: Es sieht furchtbar aus. Unsportlich, statisch und vor allem gefährlich – das verriegelte Becken. Als Physiotherapeutin ist es wohl eine Berufskrankheit, dass ich auf andere Biker und deren Motorik achte. Besonders im Bikepark, vom Lift aus. Von all den Bikern, die da unter mir die Trails hinunterzirkeln, erkenne ich die Frauen mit verriegeltem Becken schon von Weitem: Das Becken ist nach vorn gekippt, die Lendenwirbelsäule hat ein starkes Hohlkreuz und der Po ist leicht nach hinten gestreckt. Im Fachjargon nennen wir das ein „ventral gekipptes” oder eben auch „verriegeltes” Becken. Motorisch ist das eine sehr ungünstige Haltung, denn ein verriegeltes Becken schränkt die Dynamik deutlich ein.

Iris Bieker, Physiotherapeutin und leidenschaftliche Bikepark-Besucherin: „Mit einem verriegelten Becken nehmen Frauen dieselbe falsche Haltung ein wie auf High Heels. Mit der Fahrtechnik wird es da schwierig – und Rückenschmerzen nach der Tour sind vorprogrammiert.“

Komischerweise habe ich dieses Phänomen bisher nur bei Frauen beobachtet. Vor allem bei Anfängerinnen. Vielleicht ist es gerade zu Beginn die Unsicherheit beim Balancieren auf dem Bike, die diese Haltung des Beckens provoziert und später automatisiert. Frauen haben in der Regel eine schwächere Bauch- und Rumpfmuskulatur als Männer. Um diese Instabilität auszugleichen, kippen viele Frauen das Becken nach vorne. In etwa so wie beim Tragen von High Heels. Doch mit diesem Riegel im Bauch kann man im Gelände weder Hindernisse abfedern, noch besonders flüssig fahren.

Um eine fließende Verbindung in die oberen und unteren Extremitäten zu bekommen, braucht man eine dynamische Haltung: das Becken in Mittelstellung, Ellbogen und Knie nicht überstreckt, sondern leicht gebeugt. Das Hohlkreuz verschwindet, wenn Ihr den Bauch leicht anspannt und die Symphyse (Schamhügel) zum Nabel zieht.

Diesen Tipp habe ich schon vielen Frauen gegeben und sie waren mir sehr dankbar dafür, denn sie selbst hatten das Problem bis dahin gar nicht erkannt. Sie haben sich nur gewundert, warum sie bei der Fahrtechnik einfach keine Fortschritte machten.


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Themen: ErgonomieFahrtechnikFrauenSitzposition


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