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MTB-Fahrtechnik-Moves für den Winter

5 Moves, die Sie selbst im Winter üben können

Laurin Lehner am 12.01.2015

Zugegeben, der Winter bietet nicht die beste Voraussetzung, um an der MTB-Fahrtechnik zu feilen. Wir zeigen fünf Manöver, die im Gelände, aber auch auf Asphalt Spaß machen.

Nie mehr absteigen – Es gibt etliche MTB-Moves, die sich fern von matschigen Trails lernen lassen. Sie machen im Gelände nicht nur Spaß, sondern sind auch äußerst nützlich. Zusammen mit Fahrtechnik-Coach Stefan Herrmann zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihr Hinterrad versetzen, Wheelie und Drop meistern, Stufen überwinden und bei stehendem Bike balancieren können. 

1. 180 Grad Hinterrad umsetzen

Fahrtechnik Hinterrad 180 Grad umsetzen

Fahrtechnik-Profi Stefan Herrmann dreht sein Bike zum Richtungswechsel ein. Die 180-Grad-Drehung verlangt Bike-Beherrschung. "Doch wer fleißig übt, macht schnell Fortschritte", sagt Stefan.

Die 180-Grad-Drehung ist nicht nur stylisch. Sie beweist auch Fahrkönnen und kann auf schmalen Trails hilfreich sein. Wir zeigen, wie die Drehung funktioniert.

Fotostrecke: Hinterrad versetzen: 180 Grad

Fahrtechnik Hinterrad 180 Grad umsetzen

1. Kurve anfahren

Fahre in einer leichten Kurvenbewegung an und suche Dir bereits einen Punkt aus, wo Du das Vorderrad zum Stillstand bringen willst.

Fahrtechnik Hinterrad 180 Grad umsetzen

2. Heck hoch

Jetzt die Vorderradbremse ziehen und die Beine leicht strecken. Sobald das Heck sich hebt, verlagerst Du Deinen Schwerpunkt nach außen. Die Hüfte führt – das Heck folgt.

Fahrtechnik Hinterrad 180 Grad umsetzen

3. Drehung

Deine Hüfte führt so lange, bis das Heck über der gewünschten Stelle schwebt. Die Vorderradbremse bleibt gezogen. Dieser Schritt ist der kniffligste und verlangt etwas Übung.

Fahrtechnik Hinterrad 180 Grad umsetzen

4. Weiter geht’s

Der Richtungswechsel ist geschafft. Nun kannst Du die Vorderradbremse lösen, um das Heck auf den Boden zu bringen. Danach schnell in die Pedale treten, um wieder Fahrt aufzunehmen.

2. Der Wheelie

Fahrtechnik Wheelie

Stefan bei einem Speed-Wheelie auf einer Abfahrt irgendwo in München. Beste Lernvoraussetzungen sind allerdings eher: leicht bergauf pedalieren, mittlere Sattelposition, gut dosierbare Hinterradbremse sowie ein geeigneter Gang. Stefan weiß: "Die meisten greifen zu kräftig in die Hinterradbremse, statt sie leicht schleifen zu lassen". Folge: Das Vorderrad schnappt auf den Boden.

Kaum ein anderer Move macht so viel Spaß wie der Ritt auf dem Hinterrad. Das Gute am Wheelie: Mit etwas Übung und den richtigen Tipps kann ihn jeder schnell lernen.

Fotostrecke: Ritt auf dem Hinterrad: Wheelie

Fahrtechnik Wheelie

1. Beugen:

Beuge Dich tief über den Lenker, um genug Spannung zu erzeugen.

Fahrtechnik Wheelie

2. Strecken:

Tritt kräftig in die Pedale und verlagere Deinen Schwerpunkt mit Hilfe einer dynamischen Armstreckung nach hinten. Ein Finger liegt immer einsatzbereit auf der Hinterradbremse!

Fahrtechnik Wheelie

3. Pedalieren:

Hast Du den "Sweetspot" erreicht, gilt es, die Balance durch sachtes Bremsen und Austarieren mit Knien und Schultern zu halten. Die Arme bleiben gestreckt!

3. Wheelie-Drop

Fahrtechnik Wheelie Drop

Bevor es losgeht: Wähle einen geeigneten Gang (nicht zu klein) und prüfe, ob die Kette satt auf dem Ritzel sitzt. Wer ins Leere tritt, riskiert einen Abflug über den Lenker. Übe am besten an einem höheren Bordstein.

Der Wheelie-Drop kommt von den Trial-Bikern. Doch auch Mountainbiker können von der Fahrtechnik profitieren. Denn so lassen sich Stufen ganz ohne Anlauf bewältigen. Dazu macht der Wheelie-Drop auch mächtig Spaß. Trial-Profis schaffen mit der Technik bis zu drei Meter Höhenunterschied.

Fotostrecke: Sprung auf's Hinterrad: Wheelie Drop

Fahrtechnik Wheelie Drop

1. Kräftig reintreten

Rolle langsam an den Rand und bringe das Vorderrad so nahe an die Kante wie möglich. Die Pedalstellung ist in dem Moment senkrecht, der stärkere Fuß steht vorn. Dann gibst Du den Impuls, indem Du kraftvoll in die Pedale trittst. Folge: Das Rad bäumt sich auf.

Fahrtechnik Wheelie Drop

2. Droppen

Beim Wheelie-Drop sollte das Vorderrad deutlich höher sein als das Hinterrad. Das gibt Sicherheit. Mit Hilfe Deiner Arme kannst Du variieren, wie steil sich Dein Bike aufbäumen soll. Grundsätzlich gilt: steiler ist sicherer – gerade bei höheren Drops. Ein Finger sollte bereits auf der Hinterradbremse liegen.

Fahrtechnik Wheelie Drop

3. Landen

Im Idealfall landest Du erst mit dem Hinterrad. So kannst Du die Wucht der Landung gut mit den Beinen abpuffern. Beim Aufkommen solltest Du dosiert bremsen, um das Vorderrad sachte auf den Boden zu bringen.

4. Parkbank oder Stufe rauf und runter

Auf eine Parkbank zu springen und wieder runter, ist spaßig und beweist Bike-Beherrschung. Die Herangehensweise lässt sich auch auf Trails anwenden. Wer es auf die Parkbank rauf und wieder runter schafft, kann das nämlich auch bei Stufen im Gelände.

Fotostrecke: Stufen überwinden: Parkbank rauf und runter

Fahrtechnik Stufe hoch und runter

1. Hoch damit

Um Dein Vorderrad auf eine Parkbank zu wuchten, verlagerst Du Deinen Schwerpunkt nach hinten. Folge: Die Front wird leicht. Stichpunkt: Manual-Technik. Fahre mit etwas Schwung an und hieve Dein Vorderrad auf die Parkbank.

Fahrtechnik Stufe hoch und runter

2. Heck nachziehen

Beim zweiten Schritt muss das Timing stimmen: Sobald das Vorderrad auf der Parkbank aufsetzt, musst Du Dein Heck nachziehen. Dazu entlastest Du das Hinterrad. Das klappt mit Hilfe vom Hüftschwung zum Vorbau. Stimmt das Timing nicht, knallt Dein Kettenblatt gegen die Parkbankkante.

Fahrtechnik Stufe hoch und runter

3. Optionen wählen

Durch das Nachziehen des Hecks verlieren viele an Geschwindigkeit. Deshalb ist der Wheelie-Drop (siehe S. 84) eine bewährte Option, um sicher von der Bank runter zu kommen. Hast Du noch genug Geschwindigkeit, kannst Du die normale Drop-Technik anwenden (siehe nächster Schritt).

Fahrtechnik Stufe hoch und runter

4. Sicher runter

Stefan hat noch genug Schwung, um die Drop-Technik anzuwenden. Dazu streckt er Beine und Arme dynamisch, sobald sein Vorderrad im Begriff ist, die Parkbank zu verlassen. Folge: Sein Schwerpunkt verlagert sich nach hinten – er landet mit beiden Rädern gleichzeitig.

5. Ampel-Stop

Rote Ampeln sind eine super Gelegenheit, um die Balance zu trainieren. Natürlich klappt das Manöver auch ohne Ampel. Wir zeigen zwei Möglichkeiten. "Auf der Stelle zu stehen, ohne die Füße abzusetzen, macht dich zu einem besseren Biker", sagt Stefan. Er meint dabei allerdings eher die klassische Balancier-Variante.

Fotostrecke: Balancieren: Apel-Stop

Fahrtechnik Ampel-Stop

1. Die klassische Variante

Bei der Anfahrt zur roten Ampel kannst Du Deine Teleskopstütze bereits auf mittlere Position absenken – vielen fällt das so einfacher. Jetzt gilt es, cool zu bleiben. Fixiere mit Deinem Blick einen Punkt und reagiere auf Kipptendenzen nur mit sachten und langsamen Ausgleichsbewegungen. Das klappt am besten mit Einsatz der Knie oder mit Lenkbewegungen. Die Bremsen sind dabei gezogen, können aber leicht gelöst werden.

Fahrtechnik Ampel-Stop

2. Die Show-Variante

Auch so klappt es, auf einer Stelle zu stehen, ohne dabei die Füße abzusetzen. Allerdings ist diese Variante schwerer. Eine mittlere Sattelposition ist ideal. Dann Bremse ziehen, Lenker um 90 Grad verdrehen und gleichzeitig die Füße auf den Reifen stellen. Ausgleich-Impulse (sachte) gibst Du nur durch die Füße. Tipp: Lehne Dich anfangs an die Ampel, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

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Laurin Lehner am 12.01.2015