Keine Angst mehr: So springst Du Drops richtig Keine Angst mehr: So springst Du Drops richtig Keine Angst mehr: So springst Du Drops richtig

MTB Fahrtechnik: Drop springen lernen

Keine Angst mehr: So springst Du Drops richtig

  • Laurin Lehner
 • Publiziert vor 4 Jahren

Droppen ist die adrenalingeladenste Form des Mountainbikens. Blöd nur, dass ein MTB-Drop dem Urinstinkt des Menschen widerspricht. Um die Angst am freien Fall zu verlieren, hilft die richtige Technik.

Hier erfahren Sie alles, was Sie über das angstfreie Droppen mit dem Mountainbike wissen müssen:

Lars Scharl Wissen, was dich erwartet: Das A und O zu Beginn: Suche Dir einen guten Drop zum Lernen. Heißt: maximal 0,5 Meter mit einer langen, breiten Landung mit etwas Neigung. Die Anfahrt sollte lang und frei von Hindernissen sein, sodass Du Dich alleine auf den Drop konzentrieren kannst. Bevor Du anfährst, gehe zur Kante und schaue Dir Absprung und Landung genau an. Das gibt Selbstvertrauen. Der Sattel ist ganz abgesenkt.

Lars Scharl Anfahrt: Die Erfahrung zeigt: Viele Drop-Novizen fahren zu langsam an. Also: mit Schwung! Kurz vor der Kante ist die Kurbelstellung horizontal – das bringt Ruhe in die Anfahrt. Beine und Arme sind leicht gebeugt. Der Blick visiert die Kante an. | Falsch:  Wer Angst hat, fährt zögerlich an. Wahrscheinlich der gefährlichste und häufigste Fehler beim Droppen. | Falsch: Verkrampfen – Folge: Kontrollverlust

Lars Scharl Droppin In! Sobald das Vorderrad über die Kante rollt, streckst Du die Beine und Arme dynamisch. Gleichzeitig wandert der Körperschwerpunkt nach hinten, oben. Folge: Das Vorderrad wird leicht. Je entschlossener die Streckung, umso mehr verhinderst Du eine Nasenlandung. Nicht erschrecken: Jetzt geht’s runter! | Falsch:  Zu schwache Bein- und Armstreckung 

Lars Scharl Airtime: Was jetzt folgt, ist der freie Fall. War Dein Streckimpuls ausgewogen, segelst Du mit beiden Rädern nahezu auf einer Höhe. Wichtig: eine zentrale Position auf dem Bike. Der Blick visiert bereits die Landung an. Tipp: Die Beine und Arme gehen wieder leicht in die Beugung. Das verhindert, dass Du in der Luft versteifst. | Falsch: Versteifen. Folge: Schräglage

Lars Scharl Landung: Für die Landung fährst Du Beine und Arme wie ein Flugzeugfahrwerk aus. So kannst Du die Aufprallenergie ideal abpuffern, indem die Glieder beim Aufkommen in die Beugung gehen. Im Idealfall landest Du nahezu mit beiden Rädern gleichzeitig. Hecklastige oder besonders frontlastige Landungen können vor allem bei höheren Drops zu Problemen führen.  

Lars Scharl 1 Der Ameisen-Drop:  Auch wenn die Technik beim Drop einfach ist, sie muss dennoch sitzen. Deswegen lohnt es sich, die Bewegung der Bein- und Armstreckung an kleinen Kanten zu üben. Das Ziel: Finde den idealen Streckimpuls. Ein gutes Barometer: Je eher sich beide Räder beim Drop auf einer Höhe befinden, desto ausgewogener war der Absprung und desto besser das Timing. Ganz wichtig: Der Sattel ist ganz abgesenkt!

Lars Scharl 2 So bitte nicht! Wichtig: Der Streckimpuls muss mit der Anfahrtsgeschwindigkeit harmonieren. Fährt man langsamer an, muss die Bein- und Armstreckung impulsiver ausfallen. Fährt man dagegen schneller an, darf der Impuls geringer ausfallen. 

Lars Scharl Hast Du den Absprung vermasselt, sackst Du per Nasenlandung oder hecklastig in die Tiefe. Beides gilt es zu verhindern, denn es führt bei hohen Drops oft zum Sturz.

Lars Scharl 3 Entschlossenheit ist alles! Genau so wichtig wie die Technik ist die Willenskraft beim Drop. Wer zögert, verliert. Schau’ Dir die Landung genau an. Das hilft bei der Anfahrt, denn da sieht man häufig die Landung erst im letzten Moment. Zudem weißt Du, was Dich erwartet. Räume Äste und Hindernisse aus der Landung und checke den Auslauf. Bevor Du loslegst, solltest Du entschlossen sein. Tipp: Sprich Dir gut zu, das hilft wirklich! Denn es kann Angst vermeiden. Und Angst wirkt sich nachweislich negativ auf die Bewegungskoordination aus. 


Stefan Herrmann: „Das Gute beim Drop: Die Technik ist super einfach. Das Schlechte: Sie muss sitzen und im richtigen Moment angewandt werden – sonst tut’s weh. Egal, ob 1-Meter-Drop oder 5-Meter-Drop, die Technik bleibt die gleiche.“

Lars Scharl Fahrtechnik-Experte Stefan Herrmann


Interview mit Stefan Herrmann Fahrtechnik-Experte: „Mich fasziniert, wie man mit der richtigen Technik und mit mentaler Kraft selbst hohe Drops bewältigt.“


Warum lohnt es sich, den MTB-Drop zu lernen?
Viele Drops tauchen auf Trails auf. Daher ist der Move kein reines Mut-Manöver, sondern eine wichtige Trail-Fahrtechnik. Dank Drop-Technik muss man bei Stufen nicht absteigen, sondern bewahrt den Fahrfluss.


Worauf kommt es beim Drop an?
Auf zwei Dinge: Entschlossenheit und Technik. Die Technik ist easy. Die meisten tun sich bei der Entschlossenheit schwer.


Klingt einfach. Warum trauen sich dennoch so wenige an das Manöver?
Weil die Leute Angst haben. Zu Recht! Die Konsequenzen können sehr schmerzhaft sein. Die Angst verlierst Du nur durch Selbstvertrauen. Und das entsteht nur, wenn die Technik sitzt. Eigentlich ganz einfach.


Heißt?
Üben, üben, üben. Trainiere an jeder Bordsteinkante die Drop-Technik. Wenn das Timing passt und die Bewegung dynamisch ist, kannst Du Dich an höhere Stufen trauen. Wichtig: Steigere Dich nur langsam. Also etwa in 20-cm-Schritten. Viele wollen zu viel, zu schnell. Das ist keine gute Idee. Größenwahn wird mit Schmerzen bestraft.


Welche Mental-Tricks empfiehlst Du?
Verinnerliche das Bewegungsbild. Gehe den Ablauf immer wieder durch. Auch gut: Laufe den Absprung zu Fuß mehrmals an. Gut zusprechen hilft auch. Wenn die Technik sitzt: Sei von Dir überzeugt!



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