Ihr würdet die MTB-Moves ja so gerne können, traut Euch aber nicht? Auf geht’s! Diese fünf Fahrtechniken für Mountainbiker solltet Ihr diese Saison endlich angehen. Unser Experte Stefan Herrmann zeigt, wie diese Manöver ruckzuck sitzen. 

  • Anfahrt Fahre in Grundstellung und mit ausreichend Geschwindigkeit an. Beuge Beine und Arme vor dem Absprung
  • Absprung Kurz bevor das Vorderrad die Kante verlässt, gehst Du dynamisch, impulsiv und gleichmäßig in die Streckung (nach oben). Folge: Du hebst samt Bike ab. 
  • Airtime Gleich nach der Streckung ist es wichtig, Beine und Arme für mehr Flugstabilität wieder leicht zu beugen. Auch wichtig: Achte auf eine zentrale Position auf dem Bike. 
  • Landung Gerade bei Sprüngen ins Flache ist es wichtig, Beine und Arme kurz vor der Landung auszufahren. Nur so kannst Du die Aufprallenergie effizient abpuffern. Erfolgsrezept Die Absprungbewegung entscheidet darüber, wie sicher und wie intensiv Du abhebst. Drücke Dich gleichmäßig ab und achte darauf lockerzubleiben, statt zu verkrampfen. Tipp: Lande einen Ticken früher mit dem Hinterrad.  TIPP! Der Absprung-Kicker ist das A und O. Achte darauf, dass er eher flach ist und mindestens eine Radlänge besitzt. Ist er kürzer, neigt er dazu zu kicken. 
  • TIPP! Der Wheelie erfordert viel Übung. Versuche von nun an überall den Wheelie. Wichtigste Voraussetzungen: gut dosierbare Bremse, eher kurzer Vorbau (40–80 mm), Flat-Pedals.
  • 1 Anfahrt Wähle eine leichte Steigung und einen passenden Gang. Der Sattel ist auf einer ¾-Stellung.
  • 2 Beugen Beuge Dich tief über den Lenker – so erzeugst Du Spannung, die Du für den nächsten Impuls gleich brauchen wirst.
  • 3 Hoch damit Jetzt gilt es, die Spannung zu entladen. Lehne Dich dynamisch und schwungvoll mithilfe der Armstreckung nach hinten, oben – gleichzeitig trittst Du kraftvoll in die Pedale. Folge: Die Front wird leicht, das Bike steigt. Wichtig: Ein Finger liegt immer auf dem Hinterradbremshebel und greift dosiert zu, sobald das Bike nach hinten zu kippen droht.  
  • 4 Weiter geht’s Im "Sweetspot" (liegt meist weiter hinten als viele denken) trittst Du gleichmäßig weiter in die Pedale. Das Gleichgewicht hältst Du durch sachtes Bremsen (Balance: vorne, hinten) und Austarieren über die Knie (Balance: seitlich). Ganz wichtig: Arme bleiben gestreckt! 
  • Anfahrt Im Vorfeld gilt es, die Kurve richtig einzuschätzen. Das heißt: Wie sind Untergrund, Radius und Auslauf? Plane Deine Linie und passe die Geschwindigkeit frühzeitig an. Racer bremsen vor der Kurve und lösen sie spätestens im Kurveneingang. Wer mit Schmackes durch die Kurve schießen will, sollte sich daran zumindest orientieren. Schräglage Senke den Sattel mindestens auf Halbmast. Die Kurbelstellung ist senkrecht, das kurveninnere Pedal ist oben. Lehne das Bike dann in die Schräge. Das funktioniert, indem Du den kurveninneren Arm streckst und den kurvenäußeren beugst. Selbstkontrolle: Wenn der Sattel an Deiner Oberschenkelinnenseite drückt, machst Du es richtig. Wichtig: Der Körper bleibt aufrecht, nur das Rad liegt schräg. Achte darauf, dass Du genug Druck auf’s Vorderrad ausübst – die Augen blicken bereits zum Kurvenausgang. Der kurvenäußere Fuß gibt viel Druck auf’s Pedal für mehr Traktion. Sobald der Kurvenausgang naht, richtest Du das Bike wieder langsam auf. TIPP! Gefühl ist alles! Je näher Du Dich an die Traktionsgrenze wagst, mit umso mehr Schwung kommst Du durch die Kurve. Übe mit geringerem Speed auf griffigem Untergrund. 
  • Anfahrt Scanne die Geländekante bereits bei der Anfahrt ab. Wie hoch? Beschaffenheit der Landung (Untergrund)? Wo und wie ist mein Auslauf, um meine Geschwindigkeit wieder abzubauen? Bis Du Dir darüber im Klaren, senke den Sattel ab und fahre in Grundposition auf die Geländekante zu – Beine und Arme sind leicht gebeugt. Passe die Geschwindigkeit der Höhe an. Grundsätzlich gilt: je höher der Drop, umso schneller sollte die Anfahrt ausfallen.
  • Drop it! Sobald das Vorderrad im Begriff ist, die Kante zu verlassen, verlagerst Du den Körperschwerpunkt dynamisch nach hinten, indem Du Beine und Arme streckst und Dich nach hinten lehnst. Folge: Die Front wird leicht. Merke: Je langsamer die Anfahrt ausfällt, umso impulsiver musst Du die Streckbewegung ausführen.
  • Luftstand und Landung Während des Luftstands gilt es, den Körperschwerpunkt wieder leicht in die Zentrale zu verlagern. Der Blick visiert bereits den Landepunkt an. Fahre die Beine und Arme kurz vor der Landung aus, um die Aufprallenergie wegzuschlucken.  TIPP! Entschlossenheit ist alles! Gerade beim Drop. Sammle bei kleinen Kanten Selbstbewusstsein und taste Dich langsam an höhere Absätze.
  • Bunny-Hop 2.0. Beim Sprung über den Baumstamm muss das Timing besonders stimmen.
  • Anfahrt Der Bunny-Hop über quer liegende Baumstämme ist kniffelig – das Timing ist hier entscheidend. Fahre im Zweifel langsamer an und übe die Bunny-Hop-Bewegung intensiver aus. Beuge Beine und Arme dafür und gehe tief über den Lenker, um Spannung aufzubauen. 
  • Hop it! Nun gilt es, rechtzeitig abzuheben, um nicht mit dem Vorderrad am Baumstamm hängen zu bleiben. Gehe von der Beugung impulsiv in die Bunny-Hop-Bewegung. Diese setzt sich aus zwei ineinander fließende Bewegung zusammen. Erstens: vorne hoch (Manual-Impuls). Strecke dafür Beine und Arme und lehne Dich dabei nach hinten oben. Folge: Das Vorderrad hebt ab. 
  • Zweitens: Noch bevor die erste Bewegung ausgeführt ist, musst Du die zweite einleiten. Nun muss das Heck folgen. Das funktioniert per Hüftschwung Richtung Vorbau. Folge: Das Heck hebt ab, während der Vorderreifen noch in der Luft ist. Tipp: Um das Heck folgen zu lassen, musst Du Deinen Körper im Rad verkeilen – das funktioniert, indem Du die Füße auf den Pedalen leicht anstellst und viel Spannung in den Oberschenkeln erzeugst.  TIPP! Bevor Du Dich an den quer liegenden Baumstamm traust, solltest Du den Bunny-Hop über kleinere und im 90°-Winkel daliegende Hindernisse beherrschen.