Zugegeben, richtig biken lernt man nicht an einem Tag. Doch diese fünf Moves können selbst Anfänger in kürzester Zeit lernen. Stefan Herrmann verrät alle Tricks für den schnellen Lernerfolg.

  • Wofür?: Nur so kannst Du Dein Bike um enge Kurve zirkeln. Achtung: So schräg, wie ich mein Bike hier in die Kurve lege, klappt das nur auf griffigem Untergrund. Zum Beispiel auf Teer oder Waldboden. Dafür sollten die Reifen in gutem Zustand sein. Wie funktioniert’s?: Fahre mit etwas Zug an und lege Dein Rad in die Kurve, indem Du Deinen kurveninneren Arm streckst (siehe Bild). Du selbst bleibst aufrecht. Dein Schwerpunkt ist leicht vorne, so übst Du genug Druck aufs Vorderrad aus und verhinderst, dass die Reifen wegschmieren. Wichtig: Gib viel Druck auf das kurvenäußere Pedal für maximale Traktion. TIPP: Finde Deine Schokoladenseite. Übe auf einem Parkplatz ohne Hindernisse und taste Dich langsam ran. Etwas Gefälle ist hilfreich, um Geschwindigkeit aufzubauen.
  • Anfahrt Die Kurbelstellung ist vor der Treppenabfahrt waagerecht – das verleiht Stabilität. Sobald das Vorderrad über die Treppenkante abtaucht, verlagert man sein Körpergewicht leicht nach hinten. Wichtig: Die Zeigefinger liegen immer an den Bremsen und greifen, wenn nötig, dosiert zu. 
  • Action Dein Po schwebt nun hinter dem Sattel (siehe Bild). Die Beine und Arme bleiben jedoch leicht gebeugt. Das ist wichtig, denn nur so kannst Du die Schläge abfedern und behältst die Kontrolle über Dein Bike. Wichtig: Lenker gerade halten.
  • TIPP: 70 Prozent ist Kopfsache. Übe erst mal auf kurzen Treppenpassagen. Häufige Fehler: undosiertes Bremsen und Körpergewicht zu weit hinten. Folge: Kontrollverlust.
  • 1. Anfahrt Fahre mit genügend Schwung an und beuge Beine und Arme. Der Sattel ist mindestens zur Hälfte abgesenkt.  
  • 2. Strecken Jetzt ist das richtige Timing gefragt. Strecke kurz vor dem Hindernis Beine und Arme dynamisch nach hinten oben (Manual-Impuls). Folge: Dein Schwerpunkt wandert nach hinten, das Vorderrad wird leicht.
  • 3. Hoch damit Im Idealfall landet das Vorderrad direkt auf der Stufe, beziehungsweise auf dem Hindernis.   
  • Nun musst Du blitzschnell umschalten und das Heck über die Stufe wuchten. Dafür schwingst Du Deine Hüfte dynamisch Richtung Vorbau. Folge: Der Schwerpunkt wandert nach vorne. Das Hinterrad wird leicht und folgt Dir über die Stufe.
  • 4. Weiter geht’s Durch das Manöver hast Du an Geschwindigkeit verloren, die Du nun wieder aufnehmen musst. Also in die Pedale treten und weiter. TIPP: Für dieses Manöver solltest Du Dein Vorderrad bereits anheben können. Probiere am besten an höheren Bordsteinen und feile am richtigen Timing. 
  • Wozu? Den Blitz-Drop wendest Du nur im Notfall an. Und zwar bei plötzlich auftauchenden Geländekanten und Stufen. Dann gilt es nämlich, schnell zu reagieren, damit das Vorderrad nicht in die Tiefe sackt. Gut: Die Technik klappt sogar bei sehr geringer Geschwindigkeit. Der Unterschied Hauptsächlich unterscheidet sich die Blitz-Drop-Technik von der normalen Drop-Technik darin, dass Du die Bewegung notgedrungen schneller, intensiver und verstärkt mit den Armen ausführst.  
  • So geht’s Die Kante tut sich plötzlich vor Dir auf. Zeit bleibt keine, um sich vorzubereiten. Strecke die Arme blitzartig und verlagere den Körperschwerpunkt komplett nach hinten. Alles, was geht! Dadurch wird das Vorderrad entlastet. 
  • Hat der Notfallplan funktioniert, schweben für einen Bruchteil von Sekunden Vorder- und Hinterrad auf einer Höhe und Du landest mit beiden Rädern gleichzeitig. TIPP: Übe an Mini-Kanten und verringere Deine Geschwindigkeit von Mal zu Mal. So automatisierst Du den Blitz-Drop und kannst ihn auch im Notfall anwenden.
  • Anfahrt Bevor Du Dich an die Steilabfahrt im Gelände traust, solltest Du Dir besonders haarige Stellen (Stufen, Absätze) genau anschauen. 
  • Die elegantere Variante: Statt abzusteigen, kurz vor der Abfahrt das Bike auf der Stelle balancieren und währenddessen die beste Linie sowie einen Auslauf ausgucken.
  • Und ab! Bei sehr steiler Abfahrt kann man langsam anfahren, weil man durch die Hangneigung sowieso schnell Geschwindigkeit aufbaut, die Stabilität verleiht. Suche möglichst eine Linie ohne hohe Absätze oder große, quer liegende Wurzeln. Jetzt löst Du die Bremsen etwas, verlagerst Deinen Schwerpunkt leicht hinter den Sattel und fährst in einem Strich auf den von Dir ausgeguckten Auslauf zu. Mindestens ein Finger liegt immer an der Bremse und greift, wenn nötig, dosiert zu. Tipp: Sei überzeugt von Dir und versuche anfangs weniger ruppige Steilabfahrten.