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Mountainbike-Fahrtechnik: Rutschige Geländerunde Mountainbike-Fahrtechnik: Rutschige Geländerunde

Mountainbike-Fahrtechnik: Rutschige Geländerunde

Mit dem Bike sicher über nasse Wege und feuchte Wurzeln

Laurin Lehner am 13.05.2017

Der Regen raubt dir die Bike-Motivation? Fahrtechnikexperte Stefan Herrmann sagt: Raus auf den Trail – ein besseres Training als eine rutschige Runde im Gelände bekommt man so schnell nicht wieder.

WURZELTEPPICH

Für nasse Wurzelfelder braucht es eine entschlossene Herangehensweise. Die Grundregel: zentrale Position auf dem Bike, Arme und Beine sind locker und leicht gebeugt. Eine gerade Linie ist Trumpf, so wenig wie möglich lenken. Markante Wurzeln werden im Idealfall im 90°-Winkel überfahren. Achtet darauf, dass Ihr genügend Schwung habt, um locker über das Hindernis zu rollen. Beginnt mit kurzen Passagen, die Ihr, ohne zu bremsen, überwinden könnt.
Übungs-Tipp: Sucht bewusst eine isolierte Wurzel, überfahrt sie langsam im spitzen Winkel und provoziert ein Rutschen – das gibt Gefühl.

Lerneffekt: Nasse Wurzeln sind der Alptraum vieler Biker. Werdet Euch bewusst: Wer sich dem rutschigen Monster stellt, steigert sein Bike-Gefühl immens und sammelt Sicherheit. Der nächste trockene Wurzel-Trail wird Euch kaum mehr schrecken können.

Mountainbike-Fahrtechnik: Rutschige Geländerunde

Trockenübung: Fahrt langsam im spitzen Winkel an eine kleine Bordsteinkante und achtet darauf, den Lenker locker in der Hand zu halten, auch die Arme sind entspannt. Knackpunkt: wenig Muskelspannung! Das Vorderrad sucht sich seinen Weg, und Ihr rollt weiter – so geht’s auch in Wurzelpassagen.

Mountainbike-Fahrtechnik: Rutschige Geländerunde

So nicht: zu hohe Muskelspannung! So verliert Ihr Eure Balance.

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Im Gelände:  Auf dem Trail erleben wir das gleiche Phänomen in Spurrillen. Auch hier ist es wichtig, den Lenker locker zu halten, damit sich das Vorderrad selbst seinen Weg suchen kann.

NASSE KURVE

In schmierigen Richtungswechseln gewinnt die passende Geschwindigkeit an Bedeutung. Das Tempo vor (!) der Kurve regulieren und dann gleichmäßig um die Ecke zirkeln. Ziel: am Scheitelpunkt die Bremse komplett öffnen, um mit Speed auf die nächste Gerade zu schießen. Abrupte Bremsmanöver und eckige Linien bestrafen Wurzeln und rutschiges Laub sofort.

Lerneffekt: Wer es schafft, im Nassen den Schwung durch die Kurve mitzunehmen, wird im nächsten Sommer nur so durch den Trail-Slalom fegen. Ihr schult das Gefühl für die richtige Kurvengeschwindigkeit, einen gleichmäßigen Radius und dosierten Bremseinsatz.

Mountainbike-Fahrtechnik: Rutschige Geländerunde

Besonders im Nassen ist die Linienwahl entscheidend.

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Sucht Euch den Weg des geringsten Widerstands.

WASSERRINNEN

Im Herbst oder Frühjahr tummeln sich Wasserrinnen und Pfützen nur so auf dem Trail. Für Euch die Gelegenheit, saubere Trail-Technik zu trainieren. Das Vorderrad sollte Hindernisse geschmeidig überschweben, statt plump hindurchzurumpeln. In Grundposition anfahren, Beine und Arme beugen und kurz vor dem Hindernis dynamisch strecken. Die Hüfte geht nach hinten/oben. Die Arme bleiben gestreckt, solange das Rad in der Luft ist.

Lerneffekt: Der Manual ist eine echte Königsdisziplin beim Mountainbiken. Wer sauber durch Pfützen und Rinnen surft, hat die wichtigsten Grundlagen dafür parat. Diese Technik bringt auf jedem Trail Sicherheit, Fahrspaß und Geschwindigkeit – auch im Sommer und für verschiedenste Geländesituationen. 

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Sicher durch die Wasserrinne


Experten-Tipp von BIKE-Fahrtechnik-Guru Stefan Herrmann: "Wenn mich der nasse Herbst und die kurzen Tage an die altbekannten Hometrails fesseln, steige ich aufs Hardtail um oder fahre bewusst mit zu hohem Luftdruck. Das setzt neue Reize und schult das Bike-Gefühl enorm."

Stefan Herrmann MTB-Academy

Fahrtechnik-Experte Stefan Herrmann von der Mountainbike Akademie

Laurin Lehner am 13.05.2017