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Was essen MTB Profis? Tipps von Jochen Käß

Jochen Käß: Auf die innere Stimme hören beim Essen

  • Björn Kafka
 • Publiziert vor 5 Jahren

Milchreis, mal wieder – so langsam kann Jochen Käß die Pampe nicht mehr sehen. Der Gedanke an Vollkornbrot lässt ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Seit sechs Tagen wird dem dreifachen Deutschen Meister immer wieder Milchreis aufgetischt – in allen Variationen: mal mit Curry, dann als Milchreis oder mit Kokosfett. "Ein Stück Pumpernickel wäre auch mal was", grinst Käß (im Foto oben ganz links) und zieht argwöhnische Blicke seiner Team-Mitglieder auf sich, denn zu den Rundfahrten – und eigentlich auch sonst– gilt: gluten- und laktosefrei im Team Centurion Vaude. "Hm, in wie weit uns das was bringt, kann man nie genau abschätzen. Aber die Rennen werden immer schneller. Da musst du jedes Staubkorn umdrehen, um noch ein halbes Prozent mehr Kraft zu haben", erklärt der Mann aus Ofterdingen und holt etwas weiter aus: "Früher habe ich mir längst nicht diese Gedanken gemacht. Ich aß aber schon immer gut, das bekam ich von meinen Eltern so mit. Mit den Jahren wurde es dann immer ein Stück besser. Weizen lasse ich schon länger komplett weg. All das zeigt sich dann auch an der Körperzusammensetzung." Wer sich Käß anschaut, hat einen der durchtrainiertesten Biker vor Augen: fünf Prozent Körperfett, so die letzte Messung. Die Adern ziehen sich über den Bauch, von den Beinen ganz zu schweigen.

"Das gesamte Team zieht einen immer ein Stück mit. Schaut Euch mal Geisi (Daniel Geismayr/Anm. d. Red.) an, der war vor zwei Jahren noch ganz anders aufgestellt. Jetzt ist der total austrainiert. Von Brazzo (Markus Kaufmann) brauche ich ja gar nicht erst reden", erklärt Käß und patscht sich eine Schippe Milchreis auf den Pappteller. Dazu dann noch etwas Fruchtmus. "Nach Rennen müssen die Speicher schnell gefüllt werden. Wir bekommen speziell gemischte Shakes und leicht verdauliche Kohlenhydrate, wie diesen Reis. Das ist ja reine Stärke, echtes Mastfutter." Dass das nicht immer gut auf der Waage aussieht, erfuhr Käß nach dem Cape Epic: "Da wogen wir auf einmal mehr als davor. Das muss man sich mal vorstellen. Nach dem härtesten Etappenrennen überhaupt. Wir vermuten, dass es am Black Cat lag", lacht der 34-Jährige. Geismayr, der neben ihm sitzt, nickt. Black Cat ist ein Erdnussbutteraufstrich, den es in Südafrika in allen Variationen gibt. Das Gefährliche an der hochkalorischen Pampe – sie schmeckt verdammt gut.

Der Reis ist weg. Käß angelt sich ein paar selbst gemachte Dattelnussriegel. "Das schmeckt ja alles gut hier, wird jeden Tag neu gemacht. Zu Hause lebe ich ähnlich." Und was bedeutet das? "Ein gutes Verhältnis aus Gemüse, Obst, Kohlenhydraten und Eiweiß – alles zur rechten Zeit. Jeder Nährstoff hat seine Berechtigung. Ich höre da auf meine innere Stimme, die mir sagt: Das ist gut, das nicht."


RENNNAHRUNG – Auf Rundfahrten ernährt sich Käß speziell: hier eine kleine Auswahl.

Fotolia Reis Das Team Centurion Vaude setzt auf Reis als Kohlenhydratquelle. Käß persönlich mag lieber Dinkelnudeln, auch wenn dort Gluten enthalten ist.

Hersteller Mandelmilch gehört ebenfalls zur Rundfahrtnahrung im Team. Zusätzlich wird noch Reismilch ausgegeben. In seinen Kaffee kippt der Ausnahme­athlet aber echte Milch.

Georg Grieshaber Schokolade Besonders Dunkle mag der Schwabe. Reines Zuckerzeug gibt ihm nicht viel. "Ich habe da eigentlich kein großes Verlangen nach."


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Themen: ErnährungFitnessJochen Käß


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