Test 2012: Energieriegel

20 Energieriegel im Test

  • Björn Kafka
 • Publiziert vor 8 Jahren

Sie sehen, dass Sie nichts sehen: Vor Ihnen liegt ein nackter Riegel mit vielen Zutaten. Bevor die Kraftspender in Serie gehen, werden sie von Ernährungswissenschaftlern in Kleinstarbeit gebacken.

Die Ohrfeige brutzelte in Allen Lims Pfanne. Etwas Reis, Eier, Speck, und fertig war der Großangriff auf Powerbar und Co. Der amerikanische Ernährungswissenschaftler stellte während der Tour de France 2009 seine eigenen Energiebomben zusammen: ohne Zucker oder Chemie. Das hieß, keine Riegel oder Gels. Lim peppte einfach ein Reiskuchenrezept seiner Mutter auf und wollte beweisen, dass ein Rad-Team mit natürlichen Lebensmitteln die Frankreich-Rundfahrt bestehen konnte.

Riegel mit unterschiedlicher Zusammensetzung

Reiskuchen, Energieriegel, Bananen oder Brötchen – der Brennstoff für Radsportler nimmt unterschiedlichste Formen an. Schnell, einfach und gut transportabel sind dabei Riegel, die kaum noch aus der Trikottasche von Bikern wegzudenken sind. Das fast unüberschaubare Sortiment an Energieriegeln verwirrt dabei zusehends. Beim Griff ins Kaufhausregal sollte man aber darauf achten, dass der Riegel dem jeweiligen Einsatzbereich gerecht wird. Grundsätzlich unterscheiden sich die Riegel in der Zusammensetzung des Eiweiß und Kohlenhydrat-Anteils. Recovery-Riegel enthalten mehr Protein, Performance-Schnitten stecken voller Kohlenhydrate, die idealerweise in einem ausgewogenen Verhältnis von kurz-, mittel- und langkettigen Strukturen vorliegen. Der Grund dafür liegt in der gleichmäßigen Energiebereitstellung. Ein Riegel, der nur auf kurzkettige Kohlenhydrate setzt, verpufft zügig bei einer quälenden Bergfahrt. Mindestens 60 Prozent der Energie sollten aus Kohlenhydraten, höchstens 20 Prozent aus Fett und bis zu 30 Prozent aus Eiweiß stammen.

Volltanken bitte!

Biker sollten bei hoher Intensität bis zu 80 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde aufnehmen. Das gelingt mit Sportriegeln relativ einfach: Bis zu 75 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm stecken in den süßen Stücken. Eine 100 Gramm schwere Banane liefert rund 20 Gramm Kohlenhydrate. Getrocknete Bananen hingegen polieren die Bilanz mit rund 80 Gramm wieder auf. Dennoch, Riegel sind praktisch, haben ein langes Haltbarkeitsdatum und verursachen weniger Magenbeschwerden.

Kritik vom Profi zu Riegeln

Top-Coaches wie Doug Katona, der mehrere Tour-de-France-Profis betreut, steht den Energiebündeln zwiegespalten gegenüber. "Besonders bei weniger intensiven Einheiten sind Riegel nicht sinnvoll. Das ewige Auf und Ab des Blutzuckerspiegels belastet unnötig. Und, wer einmal mit Riegeln angefangen hat, muss weiteressen, denn bei einem Abfall des Blutzuckerspiegels rauscht die Leistung in den Keller." Katona rät alternativ zu mehr Obst oder getrocknetem Fleisch. "Den besten Treibstoff, den unser Körper bietet, ist unser Fett. Wieso sollte ich meinen Fettstoffwechsel jedesmal wieder runterdrosseln, indem ich mir einen Riegel reinschiebe", erklärt der Amerikaner, der Sportlern generell zu einer getreidearmen und zuckerfreien Ernährung rät. "Kohlenhydrate stecken in Obst und Gemüse, da muss ich keine Pasta futtern. Lieber etwas mehr Fett und Fisch, das lässt den Stoffwechsel auf Hochtouren laufen."

Fazit zum Test der Riegel

Zum Großteil erfüllten die getesteten Riegel ihren Zweck. Sie sollen schnell und anhaltend Energie bereitstellen. Wer sich die verschweißte Energiebombe reinschiebt, sollte aber darauf achten, sie vor einem Rennen zu testen. Übrigens: Als Leckerei zwischendurch machen die Kraftspender fett statt fit.

Diese 20 Energieriegel finden Sie im Test:

• Born Xtra Bar
• Corny Milch Classic
• Dextro Energy Carbohydrate Bar
• Energy System Perform-Bar
• Enervit Power Sport
• High5 Energy Bar
• Isostar High Energy Sport Bar
• Molat Molino Energie Riegel
• Mulebar
• Multipower Multicarbo
• Nutrisun Sirius
• Nutrixxion Energy Bar
• Powerbar Energize
• Seitenbacher Energizer
• Snickers
• Sponser High Energy
• Squeezy Energy Bar
• Ultrasports Ultra Bar
• Weider Body Shaper Energy
• Xenofit Carbohydrate Bar


Die Testergebnisse dieser 20 Energieriegel finden Sie unten im kostenlosen PDF-Download.

Wissenswertes zu Energieriegeln


Einsatzbereich
Schauen Sie beim Kauf von Riegeln genau hin: Endurance-Riegel sind für Ausfahrten, Recoverybars für die Erholung danach.


Testen
Wer Riegelzutaten nicht verträgt, ringt mit Magenkrämpfen. Ärgerlich bei einem Marathon. Deshalb, vorher beim Biken testen.


Kein Ersatz
Riegel sind kein Zwischendurchessen – besonders, wenn Sie keinen Sport machen. Die Kohlenhydrate fördern die Fetteinlagerung.


Alternativen
Es muss nicht immer ein Riegel sein: Reiskuchen, Eierwaffeln, Bananen, Brötchen mit Honig oder Trockenobst bieten sich an.

Themen: EnergienahrungRiegelTest

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