Strafprozess-Auftakt gegen Helen Grobert

Ralf Schäuble

, Stefan Loibl

 · 28.10.2020

Strafprozess-Auftakt gegen Helen GrobertFoto: Ale Di Lullo
Strafprozess-Auftakt gegen Helen Grobert

Nachdem Helen Grobert im Frühjahr vom Sportgericht zu einer vierjährigen Dopingsperre verurteilt worden war, begann Ende September nun der Strafprozess vor dem Amtsgericht Waldshut-Tingen.

Rückblick: Im Frühjahr war Helen Grobert vom Sportgericht wegen Dopings zu einer Sperre von vier Jahren verurteilt worden. Dieses Urteil ist mittlerweile rechtskräftig. Nun startete am 29. September vor dem Amtsgericht Waldshut-Tingen der Strafprozess gegen die 28-Jährige. Über die Ermittlungen der Staatsanwaltschalft Freiburg zu verbotenen Dopingmethoden hatten wir bereits mehrmals berichtet, zuletzt im April. Zum Auftakt des Strafprozesses wurde die Anklageschrift gegen die ehemalige Deutsche Meisterin verlesen und die lautet:

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„Verstöße gegen das Anti-Doping-Gesetz in 22 Fällen. Die Vorwürfe im Einzelnen sind unerlaubtes Selbstdoping in 21 Fällen sowie unerlaubter Besitz von Dopingmitteln in Tateinheit mit unerlaubtem Besitz von Dopingmitteln in nicht geringer Menge.“

Besonders pikant sind die mehrfache Anwendung von verbotenen Verfahren wie Infusionen und Ozon-Therapien, die Grobert seit 2016 angewendet haben soll. Groberts Verteidigung argumentierte in diesem Punkt, dass die Verfahren zu diesem Zeitpunkt in der Schweiz – wo Grobert sich behandeln ließ – nicht strafrechtlich relevant gewesen seien. Diesen Einwand konterte die Staatsanwaltschaft mit der Feststellung, dass die Angeklagte zu diesem Zeitpunkt Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Todtnau-Fahl war und damit das Wehrstrafgesetz gelte, das Straftaten von Soldaten unabhängig vom Tatort verfolgt.

  Helen Grobert sagte während der vierstündigen Verhandlung nichts.Foto: Pixabay
Helen Grobert sagte während der vierstündigen Verhandlung nichts.

Vertagung des Verfahrens vor der Beweisaufnahme

Im weiteren Verlauf der Verhandlung reklamierte Groberts Verteidigung, dass ein Bericht der NADA zu spät einsebar gewesen sei und in der Schweiz praktizierende Arzt als Zeuge nicht geladen sei. Daraufhin wurde die Verhandlung vertagt, noch bevor die Beweisaufnahme überhaupt begonnen hatte. Helen Grobert sagte während der vierstündigen Verhandlung nichts. Der Strafprozess soll am 2. Dezember am Amtsgericht in Waldshut-Tingen fortgeführt werden.

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