Body-Check bei Brage VestavikSchadensmeldung nach dem höchsten Drop

FREERIDE Magazin

 · 25.11.2022

Body-Check bei Brage Vestavik: Schadensmeldung nach dem höchsten DropFoto: Ale di Lullo
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Höchster Drop bei der Rampage, Publikumsfavorit bei X-Games-Real, brachialer Ridingstyle – das Motto von Freeride-Pro Brage Vestavik (23) lautet: all or nothing. Hier berichtet er über seine Krankenakte.

Oh je, schon wieder!

Je länger ich im Geschäft bin, desto mehr Verletzungen. Einmal geriet ich beim Sturz mit den Fingern in eine Northshore-Leiter. Resultat: Drei Finger gebrochen und die Nägel ausgerissen. Ich brach mir viele Rippen und machte als junger Racer einen ungewollten Kopfsprung ins Steinfeld, dass zwei Wirbel brachen. Jeden Helm zerstörte ich, den ich je besessen habe. 22 zersplitterte Helme hängen in meinem Zimmer. Doch Angst vor Schmerzen und Verletzungen habe ich deswegen nicht. Nur Angst, nicht biken zu können. Deswegen geh’ ich auf volles Risiko nur, wenn es sich wirklich lohnt.

Verlagssonderveröffentlichung

Altmetall

In meiner Schulter stecken Metallplatten, auch in meinem Knöchel. Das Zeug bleibt drin. Den Knöchel brach ich mir, als ich für das X-Games-Edit einen Wheelie to Tailwhip machen wollte. Mein Fuß rammte beim Crash in den Boden und schob die Zehen in den Fuß. Dabei brach ich mir ’ne ganze Menge, abgesehen vom Schmerz. Beim DH-Racing in San Remo riss ich mir das Kreuzband ein, daher ist mein Knie instabil. Wenn ich im Wald schaufle, strapse ich mir deswegen ein Schiene um.

Kummerschulter

Der Crash beim Rampage-Drop letztes Jahr hat meine Schulter übel zugerichtet. Die Wucht des Aufpralls drückte den Arm mit solcher Wucht aus dem Gelenk, dass ein Stück Knochen abbrach. Der blockierte die Schulter. Irre schmerzhaft. Die Ärzte mussten die Schulterkapsel aufschneiden, den Knochen reinschrauben, einen künstlich gezüchteten Knochen einfügen, den Arm wieder einsetzen und alles zunähen. Leider war ich ungeduldig, ging gleich wieder biken und fiel bei Dreharbeiten noch mal drauf. Ich bin zwar wieder fit, doch meine Schulter muss noch stärker werden. Deswegen verbringe ich viel Zeit mit meiner Physiotherapeutin im Olympia-Trainingszentrum in Oslo.

Work it out!

Ohne Workout geht’s nicht. Ein kräftiger Körper verletzt sich seltener. Ich bin stark. Das hat mir schon oft geholfen. Ich hatte richtig krasse Stürze, ohne dass mir was passiert ist. Und das liegt daran, dass ich viel Zeit im Gym verbringe: Crossfit, Kettlebell, Kniebeugen etc. Aber ich muss nicht aussehen wie ein Bodybuilder. Die Norwegerinnen mögen mich so, wie ich bin.

Dehn’ dich

Früher als Racer habe ich auf meine Ernährung geachtet, jetzt sehe ich es etwas laxer und lebe ein Freeride-Leben, ha ha! Allerdings riet mir meine Fitness-Expertin zu Yoga und Stretching. Das ist nun Teil meiner Alltags-Routine. Ich bin deswegen noch kein Yoga-Nerd, doch merke ich, wie gut mir das tut. Das will ich weiter vertiefen. Worauf ich auch nicht mehr verzichten will: kalt duschen und gelegentliche Eisbäder. Das stärkt mein Immunsystem.


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