Eurobike 2017: Schuhe und Pedale

Neu für 2018: die besten Pedale und Schuhe

  • Stefan Frey
 • Publiziert vor 3 Jahren

Mountainbiken ohne Schuhe und Pedale? Unmöglich! Mit diesen brandneuen Modellen kann man in der kommenden Saison ordentlich reintreten.

Ohne Schuhe und Pedale wäre Mountainbiken eine reine Standsportart. Was für eine Horrorvorstellung. Kein Wunder, dass die Hersteller jedes Jahr ihre Show-Regale mit neuen und innovativen Produkten füllen. Wir haben auf der Eurobike 2017 bei den wichtigsten Firmen vorbeigeschaut und zeigen, was Biker in der nächsten Saison so an den Füßen tragen. Plus: Die spannendsten neuen MTB-Pedale.

Shimano mit neuen Schuh-Modellen in allen Kategorien

Der AM901 * wurde für Downhill- und Enduro-Fahrer entwickelt. Mit seinem überarbeiteten Obermaterial soll er das Eindringen von Wasser erschweren, schneller trocknen und im Vergleich zu den Vorgängermodellen noch besser schützen. Unter der Zehenabdeckung, die zusätzlichen Schutz bieten soll, verbirgt sich das bewährte Schnell-Schnürsystem. So soll sich der AM901 besonders schnell und exakt an den Fuß anpassen lassen.

Der kleine Bruder des AM901, der AM701 *, ist nun ebenfalls SPD-kompatibel. Anders als beim AM901, wurde beim AM701 auf die Abdeckung der Schnürung verzichtet. Zudem bietet er eine härtere Sohle und einen Knöchelschutz, der das Eindringen von Schmutz verhindern soll. Durch die etwas steifere Zwischensohle soll sich der AM701 auf dem Trail etwas besser pedalieren lassen als der AM901.

Komplett neu für das Modelljahr 2018 sind zwei spezielle Gravity Schuhe. Der neue GR900 verfügt im Prinzip über die selben Schutzeigenschaften wie der AM901. Asymmetrischer Knöchelschutz, verstärkte Schnürungsabdeckung und robuster Zehenschutz. Jedoch unterscheidet sich der GR900 vom All-Mountain-Modell wesentlich durch den vereinfachten Sohlenaufbau. Der Schuh soll nicht nur deutlich besseren Grip und verbesserte Geh-Eigenschaften durch die Michelin Gummisohle bieten, sondern mit einem Gewicht von 365 Gramm (Größe 42) auch etwas leichter als der AM901 sein.

Wie bei den All-Mountain-Modellen, verzichtet der 366 Gramm schwere GR700 * auf die Schnürungsabdeckung für mehr Belüftung im Schuh. Der GR700 ist auch in einer farblich angepassten Version für Damen verfügbar. 

Wer es gerne etwas klassischer trägt, wird bei Shimano ebenfalls fündig: der SH-ME5 * ist ein leichter Trail-Schuh mit zwei Kletts und einer Ratsche. Er soll einen guten Kompromiss aus Tret- und Laufeigenschaften bilden. 

Mit dem XC5 * bringt Shimano eine Mischung aus Rennrad- und Cross-Country-Schuh an die Pedale. Gravelbiker, Overnighter oder Bike-Packer: der leichte Schnür-Schuh mit Michelin-Sohle zielt direkt auf die aktuellen Trend-Kategorien ab. Das nahezu nahtlose Obermaterial ermöglicht ein Gewicht um die 600 Gramm in Größe 42.

Das PD-M820 * ist der eine Teil von SHIMANOs neuem Lineup an Downhill- und Enduro-Pedalen. Maximale Kontrolle, großflächiger Kontakt und Grip, sowie eine lange Haltbarkeit sollen das Pedal auszeichnen. Der Alu-Pedalkörper des PD-M820 soll perfekt auf den AM901 Schuh abgestimmt sein und so eine feste Schuh-Pedalverbindung herstellen. Der doppelseitige Alu-Käfig schützt den SPD Mechanismus vor Beschädigung und soll besonders langlebig sein. Ein niedriges Profil soll die Aufstandshöhe und das Gewicht (546 Gramm) verringern. Die vier Pins pro Seite lassen sich anpassen und sollen Grip bieten, wenn der Schuh nicht im Pedal eingeklickt ist.

Das PD-M828 Flat-Pedal * auf SAINT Niveau, ist ein achteckiges gewölbtes Plattform-Pedal. Es soll besonders viel Grip und Unterstützung bieten. Zwölf Stahlpins pro Seite (optional 3 mm oder 5 mm) sollen für das ideale Verhältnis von sicherer Verbindung mit dem Rad auf der einen und hohen Stabilität auf der anderen Seite sorgen.

Das Chromag Synth Pedal * hat einen Kunststoff Pedalkörper und kostet 69 Euro.

Das Chromag Radar Pedal * wurde mit einer kleinen Standfläche extra für Kinder oder Frauen mit sehr kleinen Füßen konstruiert. Preis: 109 Euro

Das PD-M8040 * ist ein Plattform-Pedal auf XT-Niveau und in einer kleinen bis mittleren (empfohlene Schuhgrößen: 36-44) oder einer mittleren bis großen Ausführung (empfohlene Schuhgrößen: 43-48) erhältlich. Damit will Shimano abhängig von der Schuhgröße die bestmögliche Unterstützung für den Fuß bieten. Mit zehn Pins an jeder Seite und einem leicht gewölbten Design soll das Trail- und Enduro-Pedal Komfort bieten und sich effizient pedalieren lassen. Die Pedale werden mit 3 mm oder 5 mm langen Pins geliefert. Das Gewicht liegt bei: 460 Gramm (S/M) bzw. 503 Gramm (M/L).

Suplest: neue Offroad-Schuhe aus der Schweiz

Satte 349 Euro rufen die Schweizer für ihr neues Cross-Country-Topmodell – den Suplest Edge 3 Pro * – auf. Dafür bekommt man verschweißtes Mikrofaser-Obermaterial, zwei Boa-Verschlüsse und eine supersteife Carbon-Sohle. Für 100 Euro weniger muss man bei der Performance-Variante zwar auf einen Boa-Verschluss verzichten, das nahtfreie Obermaterial bleibt aber erhalten.

Fizik: erster Winterschuh der Italiener

Noch lässt der Winter auf sich warten, doch Fizik zeigt schon mal sein neues Modell für die kalten Tage. Das nahtlose Obermaterial wird durch einen wasserdichten Zipper verschlossen. Darunter zieht sich eine Regen-Membran durch den ganzen Schuh. Innen wird der Fuß über ein Schnellschnür-System im Schuh fixiert. Für Komfort und warme Zehen legt Fizik eine spezielle Innensohle, mit Fleece oben und Alu an der Unterseite, in den Schuh. Die Kraft gelangt, etwas ungewöhnlich für einen Winterschuh, über eine leichte Carbonsohle ans Pedal. In Größe 42,5 soll der Fizik Artica X5 * nur knapp über 900 Gramm wiegen.  

Mit dem Infinito X1 * strebt Fizik definitiv nach dem obersten Platz am Podium. Gerade mal 600 Gramm sollen die Carbon-Treter wiegen und dank ultimativ steifer Carbon-Sohle für ordentlich Vortrieb sorgen. Zwei Boa-Drehverschlüsse passen das nahtlose Microtex-Obermaterial an die Füße an. Die 1,4 Millimeter dünne Außenhaut soll gleichzeitig atmungsaktiv, flexibel und unterstützend sein und obendrein die Füße vor Steinkontakt schützen. Soviel Hightech lassen sich die Italiener auch teuer bezahlen: für den Infinito X1 muss man satte 350 Euro auf den Tisch legen.

Gestrickter Bike-Schuh: Giro mit neuem Obermaterial

Strickmaterial kommt in Sportschuhen schon länger zum Einsatz. Giro fertigt für 2018 gleich drei neue Fahrrad-Schuhe aus dem innovativen Material und will so neue Bestwerte in Sachen Komfort, Passform und Kraftübertragung setzen.

Sieht aus wie ein moderner Fußballschuh, ist aber für ein Leben am Pedal gebaut. Beim neuen Trail-Schuh Giro Empire VR70 * unterstützt ein TPU-Skelett das Strickmaterial für mehr Stabilität. Das Obermaterial selbst ist DWR-beschichtet und zusätzlich durch Gummi-Zehenkappen geschützt. Ein enganliegender Knöchel-Strumpf soll nicht nur für mehr Komfort sorgen, sondern auch die Füße schützen. Damit sich die Wadenkraft nicht in den Strickmaschen verliert, überträgt die EC70 Carbon-Sohle die Kraft ans Pedal.

Bont Riot MTB+: der Schuh zum Backen

Bont MTB-Schuhe * lassen sich durch Hitze perfekt an den Fuß anpassen. Um die Passform noch einmal zu verbessern, wurde nun die Schnürung erneuert: ein Z-förmiger Klett und ein Boa-Verschluss sollen für perfekten Halt sorgen. Nach wie vor lässt sich das Profil von Bont MTB-Schuhen austauschen. Somit sollten die 210 Euro teuren Treter einen recht langen Lebenszyklus haben.

Specialized 2FO: neuer Flatpedal-Schuh

Viele tausend Tiefenmeter und hunderte Testfahrten mit Druckmessfolien hat Specialized mit der kanadischen Coastal Crew durchgeführt, um seine Flatpedal-Schuhe weiterzuentwickeln. Herausgekommen sind die beiden Modelle 2FO 2.0 und 1.0. Herzstück ist die neue SlipNot 2.0-Gummisohle, die für viel Grip und einen direkten Kontakt zum Pedal sorgen soll. Auch die Belüftung soll verbessert worden sein. Dämpfender Schaum und eine robuste Zehenkappe schützen die Füße von Downhill- und Enduro-Piloten, für die Specialized sein Top-Modell optimiert hat. 

Ein spezielles Augenmerk hat Specialized bei den Flatpedal-Schuhe 2FO auf die Sohlenkonstruktion gelegt. Im Vergleich zum Vorgängermodell sind die Gumminoppen des hauseigenen SlipNot 2.0-Materials deutlich ausgeprägter. Im Mittelteil kommt eine andere Gummimischung zum Einsatz, im Zehen- und Fersenbereich sind die Noppen höher. Die beiden Modelle 2FO 2.0 und 1.0 unterscheiden sich nur im Obermaterial und Aufbau, die Sohle ist bei beiden neuen Specialized-Schuhen dieselbe. 

Scott AR: Bequemer Bike-Treter für lange Touren

„AR“ steht für All-Rounder – damit will Scott alle Touren-Biker ansprechen. Mit einer Fiberglas-verstärkten, griffigen Gummisohle wird bei dem 510 Gramm schweren Schuh der Komfort groß geschrieben. Die Passform fällt breit aus, die EVA-Mittelsohle bietet viel Dämpfung. Mit auswechselbaren Pads kann man die Einlegesohle an den Fußtyp anpassen. Den Scott AR MTB-Schuh gibt es sowohl als Flatpedal-, als auch als Klickie-Version – für Damen und Herren. Die Topversion komprimiert man mit zwei Boa IP1-Drehverschlüssen, den AR Lace mit Schnürsenkeln. 

Crank Brothers erweitert Stamp Flatpedal-Linie

Crank Brothers erweitert seine Stamp-Linie. Das Flatpedal wird es zukünftig in vier Versionen geben. Die günstigste Version – das Stamp 2 *– besteht aus einem 16 mm dicken Druckguss-Body aus Aluminium, kostet 80 Euro und ist mit demselben Enduro-Igus-Lagermix ausgestattet wie die hochwertigen Modelle. Wie alle Stamp-Pedale gibt es auch die 2er-Version in zwei Größen (bis Schuhgröße 43 und darüber). Das Stamp 2 wiegt 415 (Small) bzw. 470 Gramm pro Paar.

Das schickste Pedal in der neuen Stamp-Serie von Crank Brothers ist die Signature-Variante von Danny MacAskill. Die basiert auf dem Stamp 3 * aus geschmiedetem Aluminium, kostet 100 Euro und bringt in der S-Version 399 Gramm auf die Waage.

In das Stamp 11 * packt Crank Brothers alles rein, was edel und teuer ist. Das 300 Euro teure Flatpedal baut nur elf Millimeter hoch, dreht sich um eine Achse aus Titan und soll dem Schuh durch seine leicht konkave Form optimalen Halt bieten. Ausgestattet mit hochwertigsten Lagern und Dichtungen lässt es sich über einen Schmiernippel nachfetten. Wie auf alle Stamp-Pedal gewährt Crank Brothers auch auf das Stamp 11 fünf Jahre Garantie. Gewicht: 299 bzw. 325 Gramm.

Northwave Ghost XC – neues CC-Topmodell

Nach diesem Schuh werden sich Racer die Finger lecken. Der Ghost XC * ist das Pendant zum Rennrad-Topmodell Extreme RR und wiegt gerade mal 660 Gramm. Die spezielle Oberkonstruktion soll Druckstellen vermeiden und sich wie eine zweite Haut um die Füße wickeln. An den exponierten Bereichen schützt eine robuste Gummierung das Obermaterial vor Beschädigung. Eine ausgeklügelte Zugführung soll helfen, auch den Vorfuß-Bereich optimal zu umschließen und dass bei nur einem Drehverschluss. Wie schon im letzten Jahr arbeitet Northwave bei der Sohlenkonstruktion eng mit Michelin zusammen. Das extrem griffige Gummi soll zumindest für ein Minimum an Laufkomfort sorgen. Der Ghost XC ist in Größen von 38 bis 49 erhältlich. Der Preis dürfte wohl schon vor dem ersten Rennstart für Schweißperlen auf der Stirn sorgen. Satte 369,99 Euro ruft Northwave für sein Topmodell auf.

Gaerne G_Sincro+: neues Topmodell mit Michelin-Sohle

Früher war der Gang über die Kellertreppe mit Raceschuhen eine reine Rutschpartie. Doch seit Michelin neben Reifen nun auch Gummisohlen entwickelt, haben die leichten Treter fast schon mehr Grip als so mancher Tourenschuh. Das soll nun auch bei Gaerne der Fall sein. Der neue top Race-Schuh G_Sincro+ verfügt ebenfalls über das griffige Profil der Franzosen, das obendrein auch noch leichter sein soll, als gängige TPU-Sohlen. Wie leicht der 369 Euro teure Schuh dann letztendlich ist, konnte man am Stand leider nicht beantworten. Nur dass die extrasteife Lightweight Carbon Fiber Sohle die Kraft verlustfrei ins Pedal leiten soll. Zwei Boa-Drehräder fixieren die Füße im Schuh, der zudem in fünf Farben erhältlich sein wird. 

Der Schuh, mit dem Nino Schurter diese Saison sechs Worldcups gewonnen hat: Der Scott RC SL ist  ein Race-Schuh, der voll auf Vortrieb getrimmt ist. Die Carbitex-Manschette (Mix aus Carbon und Thermoplast) sorgt dafür, dass selbst beim Ziehen am Pedal kein Watt verloren geht. Zwei Boa-Drehverschlüsse fixieren die flexible Carbon-Außenhaut, im Zehenbereich kommt Microfaser zum Einsatz. Der 330-Gramm-Schuh kostet stolze 500 Euro.

Da das hochwertige Schnürsenkel-Modell im Vorjahr so beliebt war, hat Scott für 2018 den Comp Lace nachgelegt. Der stylische Schnürschuh für Biker mit Glasfaser verstärkter Nylon-Sohle kostet 99 Euro. Eine gummierte Laufsohle sorgt für Grip auf Steinen und nassen Wurzeln.

Exustar Trail-Pedale für Enduro-Piloten

Leichter Einstieg und perfekte Selbstreinigung im Schlamm: Die E-PM625-Pedale von Exustar sollen Trail- und Enduro-Biker ansprechen. Preis: 99 Euro, Gewicht: 420 Gramm.


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