Der tägliche Messe-Wahnsinn Der tägliche Messe-Wahnsinn Der tägliche Messe-Wahnsinn

Eurobike 2017: Randnotizen

Der tägliche Messe-Wahnsinn

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 3 Jahren

Neben Haufen von neuen Bikes und Tonnen von Zubehör verstecken sich zwischen den Eurobike-Messeständen einige Perlen des Radsports. Von freakigen Typen und verrückten Teilen – die Eurobike in Bildern.

Haha, wieder so ein lustiger Marketing-Name. Frei aus dem Französischen könnte man  Kiffy  mit „kleiner Liebling“ übersetzen. Bei uns denkt man gleich an etwas anderes. Die vielleicht kleinsten Cargo-Bikes mit Pendeltechnik kippen nicht um, egal wie langsam man fährt. Außerdem praktisch: Wenn man zu müde zum Fahren ist, kann man sich für eine kleine Pause einfach vorne auf die Ladefläche setzen und dabei leicht hin und her wiegen. 

Ein „böser“ Vertreter der wieder in Mode gekommenen Fahrräder, die aussehen wie Motorräder. Das Bad Bike Beach ist das wohl einzige Beiwagen-Fahrrad der Welt. Moment, das hat doch einen Motor. Fast übersehen...

Danke, Karl für 200 Jahre Fahrrad. Hier ein orignalgetreuer Nachbau der Draisine mit lenkbarem Vorderrad, 27-Zoll-Rädern, Seilzugbremse und sogar Gepäckträger.

Mit den Bikes von Ride Phantom geht kein Kind mehr in der Dunkelheit verloren. Die LEDs im durchsichtigen Polycarbonat-Rahmen blinken in den schönsten Farben. Gibt's in diversen Laufradgrößen ab 12 Zoll, mit oder ohne Pedale.

Vorhang auf für die zweite Evolutionsstufe des Liteville H-3. Dem Trail-Hardtail, das es jetzt auch in Rahmengröße XXL gibt, wurde die Eightpins-Variostütze eingepflanzt. Zudem wird es zukünftig mit auf die Rahmengröße angepassten Kettenstreben anrollen. Auch eine Werksmaschine des Litevielle H-3 soll es bald geben, genauso wie die „Farboption“ Worksfinish. Der 1580 Gramm schwere Rahmen, der Federgabeln mit 100-160 mm schluckt, kostet 880 Euro.

Das Bike, mit dem Downhill-Legende Steve Peat sein letztes Rennen fuhr, im Spitfire-Look.

Die Newmen-Komponenten von Michi Grätz haben im ersten Jahr eingeschlagen wie eine Bombe. Für 2018 hat er vor allem an neuen Rennrad-Teilen gerarbeitet. Aber auch eine günstigere Version des Evolution SL-Vorbaus wird es geben. Der Alu-Vorbau mit Stahlschrauben gleich äußerlich der teuren Version, kostet aber nur die Hälfte. Der Vorbau hat keine Gewichtsbeschränkung. Preis: 49 Euro, Gewicht ab 137 Gramm.

Endlich: Erlösung für Biker mit zwei linken Händen! Damit das Kettenöl wirklich nur dort landet, wo es hingehört, hat SKS einen „punkt-genauen Applikator“ für sein neues Schmiermittel entwickelt. Im Schlepptau bringt die deutsche Firma eine Pflegelinie vom Bike-Waschmittel bis hin zu CO2-resistenter Tubeless-Milch.

Cannondale bietet auch vom Race-Fully Scalpel eine SE-Version an: Mit 120er Gabel und 115 Millimetern am Heck richtet sich das Scalpel SE an sportliche Trailbiker. Das gezeigte Topmodell kostet 5500 Euro. Das Einstiegsmodell für 4500 Euro finden Sie im Trailbike-Test in BIKE 11/17.

Tout Terrain zeigt neue Trigger-Hebel für die Schaltgetriebe von Rohloff und Pinion. Wer keine Lust auf den Drehgriff hat, kann die Hebel ganz einfach nachrüsten. Ein Hebel links und ein Hebel rechts am Lenker sind jeweils dafür zuständig, einen kleineren oder größeren Gang einzulegen.

Centurion überarbeitet für 2018 die Geometrie seines Trailbanger Enduro-MTBs. Das Sattelrohr wird kürzer und der Reach wird deutlich länger. Das abgebildete Modell kostet 4999 Euro.

Seit 25 Jahren produziert George Chang CNC-gefräste Bling-Bling-Teile – die auch in Mountainbikes aus aller Welt stecken. Sein neuestes Projekt: X-Zone . Hier zeigt er uns das pfiffige, ultra leichte und ziemlich stylische X-mini Laufrad, das fast komplett aus poliertem Alu besteht. Gewicht und Preis: unter 2,5 Kilogramm und rund 300 US-Dollar. Chang stellte auf der Eurobike auch ein CNC-gefrästes 16-Zoll-Kinderfahrrad aus, dass keine sechs Kilo wiegen soll. Zeigen dürfen wir das leider noch nicht. Business-Partner gesucht.

Zurück in die Zukunft: Dass Retro Kult ist, entdeckte der Tscheche  Mesicek  schon vor 25 Jahren. Seine Nachbauten historischer Fahrräder sind ganz große Handwerkskunst. Keins seiner Bikes soll mehr als 14 kg wiegen – bei einer Laufradgröße bis 52 Zoll! Los geht's bei rund 1600 Euro. Nach oben gibt's keine Grenzen, auch Anbauteile aus Gold sind kein Problem. Mittlerweile fließen auch neue Technologien ein. Hier sehen wir den jüngsten Mitarbeiter mit dem neuesten Prototyp eines E-Hochrads.

Frog Bikes  aus England – leicht, durchdacht und trotzdem preiswert. Die Spezialisten für Kinderfahrräder haben jetzt auch ein vollwertiges Alu-Mountainbike. Der Clou: Das Hardtail ist in drei Rahmengrößen verfügbar. Das kleinste Modell für Kinder ab 8 Jahren rollt auf 24-Zoll-Rädern, wiegt nur 11 Kg und kostet 700 Euro. Zwei weitere Rahmengrößen mit 26-Zoll-Rädern gibt's für 10- bis 14-Jährige. Links: Das wohl kleinste Laufrad der Welt. Auf 10-Zoll-Luftreifen können die Minis in cooler Fatbike-Optik rumdüsen, bevor sie richtig laufen können. Selbst die Bremse ist schon dran. Ab 25 cm Schritthöhe. Preis und Gewicht: 3,46 kg, 150 Euro.

Die Crowdfunding-Kampage ist nicht so gut gelaufen, daher ist das Bike jetzt etwas teurer. Aber wer das unkonventionelle Scurra-Bike für 12000 Euro bestellt, bekommt den Hartschalenkoffer dann inklusive.

Länger geht kaum: Kettenstreben, Kette und Schaltzug sind bei diesem Surly-Bike maximal lang.

Mehr Bremskraft geht nicht: Die Fräskünstler von Hope aus England bauen eine 6-Kolben Bremse.

Nicht sooo brandneu, aber definitv immer ein Hingucker. Fatbike mit Lauf-Gabel.

Size matters: Wer in der NBA was reißen will, muss ein Hühne sein. Damit diese Riesen nicht auf Kinder-Bikes fahren müssen, gibt's die passende Laufradgräße: 36 Zoll. 

Kaum macht der Regen auf der Eurobike mal Pause, wirbeln auch schon die Dirt-Jump-Jungs über ihre Abschussrampen. Bleibt zu hoffen, dass die Sanis ihre Pause auch noch verlängern können.

Wenn der Nachwuchs keinen Bock auf Treten hat, gibt es bei Oset passende Alternativen. Das 12.5 Eco hat eine Sitzhöhe von 38 Zentimetern und schafft gut 24 kmh. Preis: 1399 Euro. Da hat so ziemlich jedes Kinder E-Bike das Nachsehen.

Die Wassernixe am SealSkinz Stand demonstriert leidenschaftlich, wie dicht die neuen Bike Socken tatsächlich sind. Seit drei Tagen steht sie jetzt schon im Wasser und noch immer sind ihr keine Flossen gewachsen.

Downhill-Legende Steve Peat hat am MRC-Stand seine eigene Tubeless-Dichtmilch präsentiert. Standesgemäß brachte der Brite das passende Bier mit. Peaty's Tubeless Sealant ist frei von Ammoniak und biologisch abbaubar. Die Latex-basierte Milch wurde in dieser Saison bereits bei Peats Syndicate Downhill-Team getestet und soll bis zu zwei Zentimeter große Löcher versiegeln. Die 120 ml-Tube kostet 9 Euro, die Literflasche 30 Euro. Die Dichtmilch soll 6-9 Monate halten. 

Stilbildend: Schwalbe bringt den beliebten Allround-Reifen Nobby Nic in einer Classic-Skin-Variante mit heller Seitenwand und schafft neuen Raum für kreative Bike-Designs.  

Darf auf keiner Eurobike fehlen: Mühsam konservierter Schlamm! Dieses Exemplar soll wohl den natürlichen Habitat und die Sorglos-Eigenschaften eines Gates-Antriebes mit Pinion-Getriebe demonstrieren. Putzen verboten!

Trickstuff bringt die nicht ganz ernst gemeinte Vierkolben-Bremse, auf die wir alle gewartet haben: Die Trennung in zwei mal zwei Kolben soll die Hitze perfekt ableiten, für beste Dosierung kann man mit einem Hebel auch nur eine Zweikolbenbremse betätigen. 

Wenn man wieder mal durch den heimischen Wald rüpelt, auf der Jagd nach einem Strava-KOM, wird man mit diesem Halstuch von HAD nicht erkannt und kann weiterhin seine virtuellen Gegner besiegen.

Einmal im Leben den Sella Ronda Hero fahren – das wär's doch. Leider bleibt's bei den meisten beim Träumen, schließlich ist der Hero ein ausgewachsener Marathon tausenden, schmerzenden Höhenmetern. Auf der Eurobike kann man jetzt die Strecke in 4D abfahren – ganz ohne die Quälerei.

Saracen bietet sein Enduro-MTB Ariel für 2018 auch in Carbon an. Der Rahmen orientiert sich am Downhiller der Briten. Der Hinterbau gibt maximal 165 Millimeter Federweg frei, vorne steckt eine 170er-Gabel im verstellbaren Steuersatz. Das Rahmenset inkl. Fox Float DPX2 und Angle-Steuersatz gibt es beim deutschen Vertrieb MRC für 2899 Euro. Das Komplett-Bike mit Rock Shock Yari RC und Shimano SLX/XT-Mix liegt bei 5999 Euro.

Ringelblüten: Die farbenfrohen Plastikösen mit hartem Kern aus Beton werden in den Boden eingegraben und sind dann Fahrradständer, an die sich jedes Bike gerne anlehnen dürfte. Frisch gebackene Eurobike-Award-Gewinner!

Piano – der Name ist bei der Mini-Kettenführung der Polen von Mozartt Programm. Die Führung aus Carbon-Spritzguss wiegt gerade einmal 25 Gramm und kostet 29 Euro. Den Absprungschutz gibt es für High Direct Mount und e-Type/s3-Aufnahmen, er eignet sich für Kettenblätter mit 28-38 Zähnen.

Regelmäßige Messebesucher werden wissen, wie ausgelastet die Hotels in Friedrichshafen sind. Dieser Kollege hat alles richtig gemacht: mit dem Knaus Schwalbennest hat er sein mobiles Hotelbett immer und überall dabei.

Fetischisten gibt es ja in jeder Branche. Exzessive Sattelschnüffler bedient Selle Italia mit den stylishen Net-Sätteln. Die sehen nicht nur gut aus, sondern duften auch noch dezent nach Lavendel.

Sie haben noch Platz im Wohnzimmer? Wie wärs mit einer Sockenstrickmaschine als Deko-Artikel? Oben wird das Garn in Lieblingsfarbe eingefädelt. Schon fängt es an zu klackern und zu tackern und nur wenige Minuten später purzelt die fertige Socke aus der Maschine raus.

Ein Stück für die Schmuckschatulle. Oder 12fach-Antriebe von Sram: KMC´s 12fach-Kette gibt es im schicken Gold oder schlichten Silber (35 Euro).

SQLab bringt seine ergonomischen MTB-Sättel jetzt in der Endless Summer Edition mit mintgrünen Akzenten. Die Farbe passt perfekt zu den neuen Modellen von Specialized oder Rocky Mountain.

Monocoque-Monster für die ganz harte Tour: Der französische Hersteller BHT Bikes sucht nur noch einen Geldgeber, dann kann die Massenproduktion los gehen.

Wahnsinnig verspielt: die Helme von Crazysafety. So soll Helmtragen bei den Kleinsten zum Coolness-Faktor mutieren.

Zugaußenhüllen sind so unsexy wie Birkenstock-Sandalen. Doch die friemelig zu montierenden Röhrchen stecken fast in jedem Bike. Immer öfter versteckt im Rahmeninneren. Die Klappgeräusche der Züge dürften schon so manchen Biker den letzten Nerv gekostet haben. Mit dem „Noise Protection“-Set von Capgo soll das nun vorbei sein. Die zwei Meter lange Schaumstoff-Leitung soll für Ruhe im Rahmen sorgen. Preis für den Ruhespender: 6,95 Euro. 

Marathon-Haudegen Matthias Ball hat eine klare Meinung zum aktuellen Elektro-Trend. Auf der Rückseite seines Shirts kann man auch lesen warum...

Größenwahn – made in Italy: Das Moto Parilla am Alligator-Stand schimpft sich SUV E-Bike. Das 34 Kilo schwere Kohlefaser-Monstrum wird zwar von einem E-Motor angetrieben, gleicht aber eher einem Motorrad. Mit einer Kickstarter-Kampagne zur Finanzierung ist Ingenieur Zeno Panarari gescheitert. Die 4,8 Zoll breiten Maxxis-Schlappen und die Pizza-große Bremsscheibe vorne sollen das Moto Parilla, das es in zwei Motor-Varianten gibt, einbremsen.   

Der Bike-Nachwuchs erobert die Eurobike! Hier  stylisch im Gravity-Look bei dem schottischen Bekleidungs-Lable Shred XS.

Während die Aussteller, Händler und Journalisten in der Sommerhitze brüten, kann sich dieser Kollege nicht mehr beschweren: Der Ochse wird langsam gegaart und vom Spieß gefieselt. Seit Jahren Tradition am Stand von Stevens.

Marathon gefinisht, Alpen überquert oder den Drop von der Boardsteinkante überlebt? Unvergessliche Erlebnisse müssen verewigt werden. Der Tschechische Hersteller Haven bietet die Möglichkeit Socken mit individuellen Fotos bedrucken zu lassen. Kosten pro Paar: 25 Euro. Haven fertigt ab 5 Paar Socken.

Geht der Trend bei Rennrad-Reifen jetzt auch hin zur Übergröße? Oder hat sich hier ein Formel-1-Reifen aus der Boxengasse auf den Eurobike-Stand geschlichen? Die Italiener zeigen auf der Messe erstmals Rennrad-Pneus.

Schütteres Haar? Das ist heute zum Glück auch für Biker kein Problem mehr. Kuji Sports hat Helme mit der vollen Mähne der Playmobil-Männchen im Programm.

Manche Firmeninhaber sind bei der Namensfindung besonders kreativ.

Darf in keinem Bike-Rucksack fehlen: ein ordentliches Multitool. Das Pocket Tool von Sigma Sport gibt es in drei Ausführungen mit 22 (im Bild), 17 oder 8 Werkzeugen.

„Tested on Arseholes - Not Animals". Diese Gesäßcreme aus England kommt tatsächlich ohne Tierversuche aus. Respekt!

Themen: Eurobike 2017HighlightsMesseTagebuch


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