Ergonomie-Gimmicks von Magura & SQlab Ergonomie-Gimmicks von Magura & SQlab Ergonomie-Gimmicks von Magura & SQlab

Eurobike 2016: Magura Bremshebel & SQlab Innerbarends

Ergonomie-Gimmicks von Magura & SQlab

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 5 Jahren

Die Ergonomie trägt entscheidend dazu bei, ob wir uns auf einem Bike wohlfühlen – oder nicht. Zwei neue Konzepte von SQlab und Magura für mehr Wohlfühlfaktor auf dem Bike in der Produktvorstellung.

Ein Bike muss passen wie ein Paar Lieblingssocken oder ein geschmeidiger Wanderschuh. Es muss ein Teil von uns werden. Am besten so sehr, das wir manchmal sogar vergessen, dass es überhaupt da ist. Denn nur so überstehen wir Stunden im Sattel, die übelsten Steigungen bergauf oder die heftigsten Trails bergab. Grund genug für viele Hersteller an den entscheidenden Kontaktstellen zwischen Bike und Mensch – Sattel, Griffe, Brems- und Schalthebel – immer wieder zu feilen, damit wir irgendwann endlich konstatieren können: "Passt wie angegossen!" Zwei Konzepte für bessere Ergonomie von SQlab und Magura.

Back to the Future – Barends von SQlab

SQlab Das ist die Idee hinter den Innerbarends. Weniger verdrehte Schultern, geradere Armhaltung. Das entlastet Schulter-, Ellenbogen- und Handgelenk gleichzeitig.

Barends, die neue Innovation? Das klingt ziemlich anachronistisch, denn während in der Anfangszeit des Mountainbikens Barends sowohl ergonomisch wie auch Design-technisch der letzte Schrei waren, sind sie mittlerweile ziemlich aus der Mode gekommen. Beinahe nur noch an Bikes, die zehn Jahre oder mehr auf dem Buckel haben, finden sich die als "Hörnchen" bekannten Lenkerextensions. Warum? Mit der Entwicklung hin zu breiteren und stärker gekröpften Lenkern wurden Barends, die ursprünglich den Sinn hatten, die bei normalem Lenkergriff nach außen gedrehten Schultern zu entlasten, immer unergonomischer.

SQlab Selbst von den Barends aus lässt sich der Bremshebel noch greifen. Keine ideale Haltung für den Trail, aber für den Notfall ausreichend.

So sind jetzt die meisten Mountainbiker ohne Barends unterwegs. Eigentlich ein Versäumnis, finden die Jungs von SQlab. Denn der ergonomische Vorteil war durchaus gegeben. Ihre Lösung: Innerbarends. Klingt etwas seltsam, ergibt aber durchaus Sinn, denn statt die Hörnchen außen anzubringen, ist es bei den breiten Lenkern von heute eher sinnvoll die Barends innerhalb der Griffe anzubringen. So beträgt der Abstand zwischen den Barends wieder in etwa Schulterbreite, durch die andere Griffposition werden die Gelenke in den Armen entlastet.

Messbarer Fortschritt

SQlab Mit Powermeter und Messgeräten rückten die Entwickler von SQlab auch dem aerodynamischen Vorteil zu Leibe. Ergebnis: eine Einsparung von fünf Prozent Wattleistung bei gleicher Geschwindigkeit.

Doch nicht nur ergonomisch sind die Innerbarends durchaus ein Schritt nach vorne. Durch die andere Armhaltung entsteht eine bessere Aerodynamik, die Bremsen liegen für den Fahrer auch von den Barends aus noch in Griffweite. Außerdem kann der Körper seine Kraft mit weniger Aufwand aufs Pedal bringen. Das hat SQlab mit mehreren Testfahrern, unter anderem Tibor Simai und dem CEP Racing Team in einer Studie auf der Rennbahn nachgewiesen. Auf zehn Runden bei konstanten 36 Kilometer pro Stunde betrug die Einsparung im Schnitt 14 Watt, das entspricht 5 Prozent der Gesamtleistung. Die Innerbarends von SQlab wiegen 108 Gramm pro Paar und kosten 39,95 Euro.

SQlab Die Innerbarends von SQlab sind ansprechend gestaltet und haben mit den unförmigen Lenkerstummeln von damals nur noch wenig zu tun.

Neuer HC 1-Finger-Bremshebel von Magura

Spätestens seit der Vorstellung der MT7-Vierkolbenbremse war klar: Wer nach einer Bremse mit Power ohne Ende sucht, der ist bei Magura genau richtig. Doch während die objektive Leistung der Bremsen aus Bad Urach immer über jeden Zweifel erhaben war, hagelte es für die Ergonomie anfangs Kritik. Denn gerade für Fahrer mit kleinen Händen war der Verstellbereich der Hebel zu klein, die Hebel blieben immer zu weit vom Lenker entfernt. Auch ließ sich nur schlecht mit einem Finger bremsen, der Finger drohte häufig nach außen abzurutschen.

Magura Schick sind sie ja, die neuen 1-Finger-Bremshebel von Magura.

Der Verstellbereich wurde Anfang 2016 vergrößert und erlaubt es den Hebel nah an den Lenker zu justieren. Für letzteres Problem sind die neuen HC 1-Finger-Bremshebel die Lösung. Sie sind kürzer als die Standardmodelle und weisen am Ende des Hebels eine stärkere Krümmung auf. So soll der Bremsfinger nicht mehr von den Hebeln rutschen, sondern sich gut in der Krümmung wiederfinden.

Auch optisch sind die schwarz eloxierten Hebel sehr ansprechend geraten. Die Hebel sind mit allen Modellen ab Modelljahr 2015 kompatibel. Eher happig ist dagegen der Preis. Alleine die beiden Bremshebel kosten zum Nachrüsten 79,95 Euro. Ist man nicht selbst ein versierter Mechaniker muss außerdem der Fachhändler ran. Viel Geld für eine Umrüstung auf 1-Finger-Hebel, die gerade bei den Power-Stoppern von Magura eigentlich von Anfang an Pflicht gewesen wären.

Magura Der Standardhebel und der 1-Finger Hebel im Vergleich: Vor allem die stärkere Krümmung und die geringere Länge fallen auf.

Themen: Bar-EndsBremseErgonomieMaguraSQlab


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