Brake Force One H2O: erste Bilder der neuen Scheibenbremse

Erste MTB-Bremse, die mit Wasser statt Öl funktioniert

  • Sebastian Brust
 • Publiziert vor 5 Jahren

Konventionell kann jeder: Die Brake Force One H2O verspricht, eine Revolution bei Scheibenbremsen auszulösen. Statt DOT oder Öl fließt Wasser in ihren Leitungen. Wir zeigen die ersten Bilder.

Die Brake Force One war die erste Mountainbike-Scheibenbremse mit integriertem Bremskraftverstärker. Das Prinzip der hydraulischen Übersetzung mittels Zweistufenkolben fiel dem Erfinder Jakob Lauhoff im jungen Alter von 13 Jahren ein. Das nächste Modell der Tübinger Firma Brake Force One will mit der Vorstellung aufräumen, nur Öl oder DOT-Flüssigkeit käme als Hydraulikmedium für Scheibenbremsen in Frage. Die Brake Force One H2O soll mit jeder Flüssigkeit funktionieren – sogar mit Wasser. Hier die ersten Bilder der neuen Wunderbremse.

Dafür wurde die aktuelle Version in allen Punkten überarbeitet. Alle Teile sind aus anderen Materialien, und insbesondere der neue Bremssattel wurde grundlegend überarbeitet. Galt der Sattel der Brake Force One bereits als extrem steif, wurde die Steifigkeit für die H2O laut Herstellerangaben im Vergleich zum Vorgänger verdoppelt! Dadurch soll die Bremse einen deutlich härteren Druckpunkt bekommen – etwas, was einige Nutzer am aktuellen Modell vermissen.

Die Brake Force One H2O wird es wahlweise mit 1- oder 2-Finger-Hebel geben.

Wasser statt Öl – Wie kann das funktionieren?

In Scheibenbremsen wird in der Regel Mineralöl oder Bremsflüssigkeit (z. B. DOT 5.1) eingesetzt. Diese zeichnen sich im Vergleich zu Wasser durch höhere Siedetemperaturen aus. Dadurch soll ein Aufkochen des Bremsmediums bei hoher Belastung verhindert werden. So siedet beispielsweise DOT 5.1 bei 260 °C, Mineralöl bei 190 °C. Wie soll jetzt Wasser, das ja bekanntlich – je nach Umgebungsdruck – bereits bei 100 °C kocht, die vermeintlich bessere Lösung sein?

Brake Force One führt die höhere spezifische Wärmekapazität von Wasser als Begründung an. Dieser Wert gibt die Energie an, die nötig ist, um ein Kilogramm eines Stoffs um ein Grad zu erwärmen. Der hohe Wert von Wasser bedeutet, dass es vergleichsweise viel Energie aufnehmen kann, es also länger dauert, bis der Siedepunkt erreicht ist. Im Vergleich zu Mineralöl liegt der Wert etwa doppelt so hoch, was theoretisch die ungleichen Siedepunkte kompensieren könnte. Klingt kompliziert, ist es auch. Ob die Rechnung bei der Brake Force One H2O aufgeht, wird sich im nächsten Bremsentest mit der Brake Force One zeigen. Wir sind gespannt! Der Mut, etwas Neues zu wagen, verdient schon mal unseren Respekt.

Auch beim Preis tut sich was. In den letzten 1,5 Jahren wurde in Kooperation mit Zulieferen aus der deutschen Automobilindustrie intensiv an den Herstellungskosten der einzelnen Bauteile gefeilt und neue Fertigungsverfahren eingeführt. Die Einzelteile der Brake Force One H2O werden zwar nicht mehr zu 100 % in Deutschland gefertigt, sie behält aber trotzdem das berühmte Siegel "made in Germany". Die eingesparten Herstellungskosten gibt die Firma an die Kunden weiter, das lässt die Preise sinken. Ein Schnäppchen wird aber auch die neue Brake Force One H2O nicht. Der Satz für vorne und hinten wird voraussichtlich für um die 600 Euro zu haben sein. Der Preis der Scheiben sinkt ebenfalls und liegt dann (für alle Scheibengrößen) bei 32 Euro pro Stück. Angaben zum Gewicht der neuen Bremse sind noch nicht bekannt.

Die Details der Brake Force One H2O im Überblick (Herstellerangaben):


Bremssattel:

  • doppelte Steifigkeit im Vergleich zum Vorgänger
  • mehr Bremspower
  • härterer Druckpunkt
  • geringere Fingerkraft


Bremskraftverstärker:

  • im Deckel integriert
  • 360 Grad drehbarer Leitungsabgang
  • einfaches Entlüften "One way bleeding"
  • feinere Dosierung


Wasser als Medium:

  • Höhere Wärmekapazität
  • geringere Wärmeausdehnung
  • umweltfreundlich


Leitungssystem:

  • Steckverbinder
  • Leitungen werkzeuglos kürzbar
  • dünnere Leitungen 4 mm (kleinere Radien möglich)

Themen: Brake Force OneBremsen


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