Titan E-MTB: Falkenjagd Hoplit ETA im Test Titan E-MTB: Falkenjagd Hoplit ETA im Test Titan E-MTB: Falkenjagd Hoplit ETA im Test

Test 2017: Falkenjagd Hoplit ETA

Titan E-MTB: Falkenjagd Hoplit ETA im Test

  • Markus Greber
 • Publiziert vor 4 Jahren

Mit ihrer zeitlosen Optik sind Titan-Bikes etwas für Traditionalisten. Aber passt an so ein Bike ein Motor? Falkenjagd bricht mit Traditionen und bringt ein handgemachtes Edel-E-MTB.

Litespeed, Serotta, Merlin – das Klientel, dem diese klingenden Namen aus den Hochzeiten der kleinen Mountainbike-Manufakturen noch einen ver­träumten Blick entlocken können, hat mit motorisiertem Biken nichts am Hut. Sollte man meinen. Denn Titan stand schon immer für Purismus in Reinkultur. Schon eine Federgabel galt früher fast als Stilbruch. Falkenjagd, eine kleine Titanschmiede aus der Nähe von München, bricht mit all diesen Dogmen und bringt mit dem Hoplit ETA das wahrscheinlich erste E-MTB aus Titan. Warum sollen nicht auch E-Biker Wert auf zeitlosen Kultstatus, Emotionalität und Langlebigkeit legen.

Vor allem Letzteres ist das rationale Argument für das Edelmetall und dessen Verarbeitung: Eine aus dem Stück geschmiedete Rahmenbrücke, in die der Motor eingebettet ist, ist Augenweide und Handschmeichler zugleich. Ebenso wie die fein geschuppten Schweißnähte. Auch der Bremssattel ist geschmiedet für die Ewigkeit, der Boost-Hinterbau asymmetrisch angelegt und das Hinterrad symmetrisch eingespeicht – bei Falkenjagd kümmert man sich auch um die kleinen Details. Die klassische Geometrie der 90er-Jahre (Lenkwinkel: 71 Grad), Titan als passendes Material dazu – auf der anderen Seite moderne Plus-Reifen und Shimanos neuer Antrieb. Auf dem Trail entpuppt sich das als explosive Mischung. Nachdem man dank der langen Geometrie eine eher sportliche Sitzposition eingenommen hat, katapultiert einen der Boost-Modus in Nullkommanichts auf 25 km/h. Die nur 18 Kilo Gesamtgewicht spürt man dabei in jeder Lebenslage. In Kombination mit den steilen Winkeln lässt sich das Gefährt flink durch den Trail dirigieren. Die dicken Reifen sorgen für Sicherheit und Komfort. Keine Rampe ist dem Hoplit zu steil, Geometrie und Antrieb sind auf Klettern gepolt.

Geht’s jedoch bergab, kommt man trotz der modernen Anbauteile bald an seine Grenzen, weil die klassische Geometrie, die starre Sattelstütze, der lange Vorbau und der gerade Lenker einfach nicht mehr hergeben. Aber für allzu heftige Downhill-Ritte waren auch die Klassikervorfahren von Lite­speed, Serotta und Merlin nicht gebaut. Eher dafür, mit seinem Besitzer alt zu werden. Das sollte man allerdings für fast 8000 Euro auch erwarten dürfen.


Antrieb
Motor / Position 
 Shimano Steps E8000 / Mittelmotor
Max. Drehmoment   70 Nm
Akku   Lithium-Ionen, 500 Wh
Schaltung / Übersetzung   11fach-Shimano-XT-Di2 (32x11)
Display / Größe   Shimano / 1 Zoll


Ausstattung
Rahmenmaterial / Größen
   Titanium / M / L / XL
Gabel / Dämpfer   Rockshox Reba 100 mm Boost / –
Bremse / Disc vo. / hi.   Shimano XT / 180 / 186 mm
Laufräder   Tune 27,5 Plus Hugo, NoTubes-Felgen
Reifen   Schwalbe Rocket Ron 27,5X3.0


Infos   7890 Euro | www.falkenjagd-bikes.de

Ronny Kiaulehn Falkenjagd Hoplit ETA – Titanschweißkunst in Perfektion: Die Knotenpunkte am Rahmen sind von Hand zusammengefügt und mit gleichmäßig geschuppten Schweißnähten versehen. Der passende Schnellspanner kommt von Tune. 

Ronny Kiaulehn Falkenjagd Hoplit ETA – So wie früher: langer Vorbau, gerader Lenker – dank der tiefen Fahrposition bekommt man enormen Druck aufs Vorderrad und eine super Steigfähigkeit. Shimanos Di2-Komponenten fügen sich gut ein.

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Themen: EMTBFalkenjagdHoplitTestTitan


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