Das neue EMTB-Testsystem im Detail Das neue EMTB-Testsystem im Detail Das neue EMTB-Testsystem im Detail

So testet EMTB: Alle Details zu Labor und Praxis

Das neue EMTB-Testsystem im Detail

  • Markus Greber
  • Florentin Vesenbeckh
 • Publiziert vor 4 Monaten

Labormessungen, Datenabgleich, umfangreiche Praxistests: Die Tests der EMTB-Redaktion gehen in die Tiefe. Damit von diesem Wissensschatz noch mehr bei unseren Leser ankommt, haben wir unser Testsystem gründlich überarbeitet.

Kompetent, objektiv und ehrlich – das sind die Grundpfeiler unserer EMTB-Tests. Mit unseren aufwändigen und vielschichtigen Testverfahren beeinflussen wir seit Jahren die Entwicklung von E-Mountainbikes und helfen unseren Lesern bei der Kaufentscheidung. Unsere ausführlichen Tests bestehen traditionell aus einem umfangreichen Praxis- und Laborteil. Unzählige Daten und Testeindrücke fließen in das Ergebnis ein. Das macht unsere Tests besonders objektiv und aussagekräftig.

Image, Optik, Sexappeal bei einem E-Mountainbike zu beurteilen, überlassen wir dabei Ihrem ganz persönlichen Geschmack. Bei EMTB kann man nur durch Fakten und Fähigkeiten punkten.

Wie ein EMTB-Test im Detail abläuft im Video.

Das neue Punktesystem bei EMTB-Tests

Um die Ergebnisse noch besser nachvollziehbar zu machen und Ihnen, liebe Leser, noch mehr Knowhow zu vermitteln, haben wir die Darstellung unserer Ergebnisse gründlich überarbeitet. Unsere neue Punktetabelle zeigt die Stärken und Schwächen der Bikes dezidiert auf. Simpler, verständlicher, informativer – das war unser Ziel. Die Bewertungkategorien sind detaillierter abgegrenzt und leicht verständlich. Auch die Punktelogik haben wir im Sinne besserer Nachvollziehbarkeit simplifiziert.

Woran sich nichts geändert hat: Alle unsere Praxiserfahrungen auf den Teststrecken und Trails dieser Welt werden mit umfangreichen Messungen und Tests im hauseigenen EMTB-Labor untermauert und verifiziert. Einen solchen Aufwand betreibt kein anderes Magazin weltweit.

Max Fuchs Zugegeben: Es gibt schlimmere Arbeitstage. Doch wir nehmen die Praxistests nicht auf die leichte Schulter. Intensive Diskussionen gehören dazu, ein pünktlicher Feierabend definitiv nicht.

EMTB Magazin EMTB 01/2022 – jetzt im Handel. Sie erhalten die neue EMTB bequem im  Abo , in unserem  Onlineshop  sowie als App-Ausgabe für Apple und Android .

So lesen Sie die neue Punktetabelle im EMTB Magazin

Reichweite und Motorpower sind Ihnen weniger wichtig, alles was zählt ist der Spaß auf dem Trail? Dann erkennen Sie in unserer Punktetabelle schnell und einfach, welches Bike zu Ihnen passen könnte. Gleiches gilt, wenn Sie Ihren Fokus auf entspanntes Tourenhandling, Komfort und Reichweite legen. Die Logik ist simpel: Zehn Punkte sind das Maximum. Wer diese Bestnote in einer Kategorie kassiert, hat wirklich ALLES richtig gemacht. Auch das EMTB-Urteil haben wir auf diese klar verständliche Logik eingenordet. Ab 9,0 Punkten gibt´s das Testurteil „SUPER“. Eine harte Nuss!

Je nach Bike-Kategorie gewichten wir die Bewertungskriterien unterschiedlich. Denn Hardtails, Touren-Fullys oder Enduros haben einen unterschiedlichen Einsatzbereich und müssen anderen Anspruchshaltungen gerecht werden. Bei E-Enduros steht zum Beispiel die Abfahrtsstärke und der Fahrspaß auf Trails klar im Fokus, während All Mountains in allen Kategorien ähnlich gefordert sind. Die Uphill- und Tourenstärke, sowie Reichweite sind hier zum Beispiel wichtiger als bei einem abfahrtsorientierten E-MTB-Enduro. Die Gewichtung erkennen Sie an den unterschiedlichen Faktoren. Je höher der Faktor, desto wichtiger ist diese Bewertungskategorie. Die Kategorien Antrieb und Qualität haben bei allen Kategorien den selben Einfluss.

Delius Klasing Der Faktor (rot eingekreist) gibt an, welche Gewichtung wir welchem Bewertungskriterium einräumen. Das unterscheidet sich von E-MTB-Kategorie zu E-MTB-Kategorie. Bei den All Mountains (Beispiel im Bild) sind alle Eigenschaften wichtig, die Faktorverteilung gleichmäßig.

Ein hohe Punktzahl, eine gute Gesamtnote, und vielleicht noch das Testsieger-Siegel – wer bei einem solchen E-Bike zuschlägt, liegt garantiert nicht falsch. Doch die Erwartungen an das perfekt passende E-Mountainbike sind sehr individuell. Wer sich mit dem Punktesystem, den Testbriefen und den technischen Daten, die wir zu jedem Bike erheben und in jedem EMTB-Test abdrucken, intensiv auseinandersetzt, wird seinen persönlichen Favoriten vielleicht finden, wo er ihn nicht erwartet hätte. Nehmen Sie sich die Zeit für eine gute Kaufentscheidung. Wir versuchen es Ihnen so leicht wie möglich zu machen.

Delius Klasing Neben der Punktetabelle und einer ausführlichen Beschreibung (Charakter, Stärken, Schwächen) drucken wir zu jedem Testbike die ermittelten Daten aus dem EMTB-Labor ab.

Was steckt hinter den einzelnen Bewertungskategorien?

Bergauf

Die Uphill-Qualitäten eines E-Mountainbikes teilen wir in die beiden Unterpunkte Bergauf steil und Bergauf technisch. In der Kategorie „steil“ punkten Bikes besonders, die extreme Rampen mühelos wegstecken. Bleibt das Vorderrad am Boden, ohne dass der Fahrer akrobatische Gewichtsverlagerung betreiben muss? Zieht das Bike im Steilen kontrolliert seine Bahn, oder beginnt das Vorderrad zu tänzeln? Steht der Hinterbau stabil im Federweg? Reichen Traktion und Motor-Power aus, um auch die steilsten Stücke zu bewältigen?

Für wirklich technische Trail-Anstiege braucht es allerdings noch mehr Qualitäten. Hat der Fahrer eine neutrale Position auf dem Bike, um es durch geschickte Gewichtsverlagerungen optimal zu dirigieren? Ist das Bike wendig genug, um enge Spitzkehren zu meistern oder das Vorderrad gezielt über Hindernisse zu lupfen? Punktabzug gibt es für Bikes mit zu wenig Bodenfreiheit (Pedalaufsetzer!) oder ruppigen Motoren. Pluspunkte kassieren zum Beispiel Hinterbauten, die durch sensibles Ansprechen viel Traktion generieren, aber dennoch hoch im Federweg stehen, also nicht wegsacken.

Markus Greber Mit dem E-MTB sind extreme Anstiege möglich – und diesen Fähigkeiten gehen wir in jedem EMTB-Test auf den Grund. Wer sein E-Bike hauptsächlich auf Forstwegen bergauf bewegt, muss dieser Bewertungskategorie weniger Beachtung schenken.

Bergab

In der Abfahrt unterscheiden wir in Trail flowig und Downhill ruppig. Unter Trail verstehen wir dabei gemäßigte, flowige Abschnitte, die keine allzu großen Hindernisse aufweisen und auch mal flach dahinrollen. Hier punkten wendige und agile Bikes, die den Fahrer nicht mit stoischem Radlader-Feeling langweilen. Das Bike lässt sich leicht aufs Hinterrad oder in den Bunny Hop ziehen? Schnelle Kurvenwechsel und enge Abschnitte nimmt es ohne Mühe und mit wenig Kraftaufwand? In flachen Passagen lässt es sich flink beschleunigen? Dann ist es ein heißer Kandidat auf die begehrten zehn Punkte in der Kategorie Trail. Ein Flitzer, bei dem Fahrspaß ganz oben steht. Ebenfalls zuträglich: ein niedriges Gesamt- sowie Laufradgewicht.

Markus Greber EMTB-Autor und Tester Chris Schleker dreht eine "Extrarunde" beim E-Enduro-Test. Auch wenn der Kopfstand nicht zum Standardrepertoire unserer Praxistests gehört: Auf anspruchsvollen Abfahrten müssen sich die Testkandidaten genauso beweisen, wie bei dynamischen Fahrmanövern.

Wer hingegen ein Bike sucht, das selbst auf anspruchsvollsten Abfahrten nicht aus der Ruhe zu bringen ist, sollte besonders auf die Kategorie Downhill achten. Schluckfreudige Fahrwerke und laufruhige Geometrien sind hier gefragt. Kann das Bike auch fiese Steinfelder und Wurzelpassagen entschärfen? Gibt es dem Fahrer Sicherheit und Selbstvertrauen für Sprünge, Drops und garstige Schlüsselstellen? Ist die Ausstattung (Bremsen, Reifen, etc.) auf ruppige und schnelle Abfahrten ausgelegt? Für wen ist ein Bike geeignet, dass in dieser Kategorie absahnt? Erstens: Fahrer, die sich in schwierigeren Abfahrten unsicher fühlen und von ihrem Bike maximale Unterstützung erwarten. Und zweitens: versierte Biker, die auf ruppigen Trails maximale Kontrolle und Geschwindigkeit suchen.

Tour

Unter diesem Kriterium bewerten wir neben der Reichweite auch den Fahrkomfort und das „Easy-Riding-Potential“. Dabei geht es um eine leichte Beherrschbarkeit des E-MTBs. Stichwort: unkompliziertes Handling. Ist das Lenkverhalten neutral, oder kippt die Lenkung bei langsamer Fahrt ab? Ist das Bike in der Abfahrt, auch ohne eine aktive Fahrposition, leicht zu kontrollieren und zu steuern? Gibt das Bike auch passiven und zurückhaltenden Fahrern Sicherheit? Räder, die hier punkten, nehmen dem Fahrer viel Arbeit ab und sorgen für ein unkompliziertes, entspanntes Fahrerlebnis. Beim Fahrkomfort spielen natürlich die Kontaktpunkte Satte und Griffe, ein komfortables Fahrwerk und eine angenehme Sitzposition mit rein.

Antrieb

Die Bewertung des Motors bzw. Antriebs haben wir in drei Kategorien aufgeteilt. Power, Dosierbarkeit und Details. In die Bewertung der Power fließen unsere Erkenntnisse aus regelmäßigen Praxis- und Labortests ein. Maximalkraft, maximaler Drehmoment, Durchzug bei niedrigen Kadenzen.

Markus Greber Wir hatten sie alle! Neben unzähligen Trailfahrten mit den verschiedenen E-Bike-Motoren am Markt hatten wir die allermeisten Modelle auch schon auf unserem hauseigenen Motorenprüfstand.

Beim Punkt Dosierbarkeit geht es um die Softskills des Motors. Wie lässt sich die Power dosieren? Wie gut spricht der Motor auf den Pedaldruck des Fahrers an? Ist das Fahrgefühl natürlich? Wie harmonisch verhält sich der Motor beim Ein- und Ausfaden der Unterstützung?

Die Details des Antriebs stecken in den Bedienelementen, Displays und der Software. Ist die Bedienung intuitiv und ergonomisch? Sind die Anbauteile gut vor Beschädigungen geschützt? Welche Informationen stehen dem Nutzer zur Verfügung und sind diese gut abruf- und ablesbar? Außerdem bewerten wir die Konnektivität und die Einstellmöglichkeiten des Systems. Welche Apps gibt es? Mit welchen Geräten kann der Antrieb kommunizieren und welche Möglichkeiten (Navigation, Feineinstellung, Diebstahlschutz, etc.) stehen dem Nutzer zur Verfügung.

Qualität

Diesen Punkt teilen wir in zwei Kriterien. Unter Ausstattung bewerten wir die Qualität und Sinnhaftigkeit der Anbauteile. Sind die Parts dem Einsatzbereich angemessen und obendrein hochwertig? Jedes Bauteil wird nach seiner Wertigkeit eingestuft. Shimano XTR gibt mehr Punkte als Shimano Deore, Fox Factory steht über Fox Performance. Logisch. Weiter fließen Parameter wie die Größe der Bremsscheiben, Hub der Teleskopstütze und praktische Extras wie Flaschenhalteraufnahme, integriertes Werkzeug oder Staufächer mit in die Bewertung ein.

Bei der Verarbeitung schauen wir uns den Rahmen und seine Details genau an. Pluspunkte gibt es zum Beispiel für eine saubere Integration von Motor und Geschwindigkeitssensor, stimmige Vorrichtungen zum Rahmenschutz oder eine saubere Zugverlegung. Negativ werden unter anderem eine hohe Geräuschkulisse oder konstruktive Schwachpunkte gewertet. Weiteres Qualitätsmerkmal: Handling und Verarbeitung von Lade-Port, Einschaltknopf und Akku-Abdeckung sowie die Entnahme der Batterie.

Georg Grieshaber Lose Kabel im Unterrohr haben nicht nur Klapperpotential. Ein geklemmtes oder gerissenes Elektrokabel kann die Bike-Tour oder den Urlaub sogar gänzlich lahmlegen. Unser Labor-Check deckt solche Schwächen auf.

Georg Grieshaber Luft nach oben sehen wir auch bei den Ladebuchsen. Oft sind die Verschlüsse fummelig zu Öffnen und zu Schließen, oder sie decken den Ladeanschluss nur mangelhaft ab. Andere sind defektanfällig.

Alle Kriterien zum Punkt Verarbeitung in der Übersicht:

  • Verarbeitung Rahmen
  • Rahmenschutz
  • Kabelführung im Unterrohr
  • Zugführung im Rahmen
  • Geräuschkulisse
  • Integration Geschwindigkeitssensor
  • Handling und Positionierung Ladeport
  • Handling und Positionierung An/Ausschalter
  • Handling Akku-Entnahme
  • Handling und Haptik Akku-Cover
  • Gewichtsfreigabe
  • Garantie
  • Gewicht

Was einen EMTB-Test ausmacht

Zähnezählen gehört auch dazu. Mike Schinke führt akribisch Buch im EMTB-Testlabor. Über Kilo und Gramm, über Milli-, Zenti- und Newtonmeter, über Grad und Prozente. Mike dokumentiert Ausstattungsdetails, Produktbezeichnungen und Durchmesser von Bremsscheiben. Er ermittelt Steifigkeitswerte und Geometriedaten, Reichhöhen und Wirkungsgrade – und ja, selbst die Anzahl der Zähne an Kettenblatt und Ritzel tippt er in unsere Testdatenbank. Warum? Weil uns das unterscheidet. Ein paar fluffige Testfahrten und ein gefühltes "Super" – das ist nicht der Anspruch, den wir bei EMTB verfolgen. Nur, wer E-Bikes differenziert beurteilen kann, traut sich, am Ende auch eindeutige Aussagen zu treffen. Dafür haben wir den aufwändigsten E-Mountainbike-Test aller Zeiten auf die Beine gestellt: In unseren Labor- und Praxistests ermitteln wir eine Unmenge an Erkenntnissen und Daten – ein vielteiliges Puzzle, das wir am Ende zu einem vollständigen Bild zusammensetzen.

Andreas Jacob Studieren, analysieren, bewerten: Das Gesamturteil eines jeden EMTB-Testbikes setzt sich aus unzähligen Einzelkriterien zusammen.

Der Praxistest: Ab auf den Trail

Jedes Bike wird von mindestens drei erfahrenen EMTB-Testfahrern gefahren und bewertet. Kern des Praxistests ist der direkte Vergleich auf einer definierten Testrunde unter vergleichbaren Bedingungen. Die Testrunden richten sich nach dem Einsatzbereich der Bikes und beinhalten dabei immer technisch anspruchsvolle Passagen, bergauf wie bergab. Bikes, die im Praxistest bestehen wollen, müssen es mit Trails und ernsthaftem Gelände aufnehmen können. Denn auf Forstwegen funktioniert jedes moderne E-MTB. Und Fähigkeiten, die im anspruchsvollen Gelände helfen, erleichtern auch das Fahren auf Forstwegen.

Außerdem fließen in die Bewertung der Fahreigenschaften Laborwerte wie Gewicht, Schwerpunkthöhe und Bodenfreiheit mit ein.

Markus Greber Unsere Teststrecke in Arco am Gardasee ist extrem abwechslungsreich und stellenweise anspruchsvoll. Das entlarvt Schwächen der E-MTBs sofort, bergauf wie bergab.

Markus Greber E-MTB-Tester ist ein Job für Routiniers mit jahrelanger (Mountainbike-)Testerfahrung. Nur die Routine erlaubt es, sich auf vielleicht entscheidende Details zu konzentrieren und Fahreindrücke richtig zu analysieren.

Die heiße Phase der Praxistests beginnt für uns mitten im Winter: Ab Ende Dezember schon rückt die EMTB-Testcrew aus, um die ersten Testgruppen über die Trails zu jagen. Federelemente arbeiten bei Kälte träger, Grenzbereiche sind bei nassem Geläuf früher erreicht – um diese Widrigkeiten zu umgehen, testen wir seit vielen Jahren Bikes aller Kategorien am milden Gardasee. Unsere Teststrecke in Arco bietet eine Vielzahl von Geländesituationen, um ein breites Bild von den Fahreigenschaften eines Bikes zu zeichnen.

Alle Testfahrer verfügen über jahrelange – zum Teil jahrzehntelange – Testerfahrung. Vor jeder Testrunde erfolgt ein akribisches Setup an jedem Bike. Jeder Fahrer stellt Fahrwerk, Bremshebel, Sattel und gegebenenfalls auch Lenker und Vorbau auf seine persönlichen Bedürfnisse ein. Nur der Luftdruck der Reifen ist einheitlich.

Der Start über eine steile, kniffelige Felsplatte gleich zu Beginn der Runde stellt alle Bikes bereits vor ernsthafte Herausforderungen: Hier lassen sich Anfahrverhalten, Traktion und Steigfähigkeit analysieren. Auf Asphaltabschnitten beurteilen wir, wie sich die Antriebe beim Pedalieren zu- und abschalten. In unterschiedlichen Trail-Passagen können wir dann die Fahreigenschaften der Modelle im Uphill miteinander vergleichen.

Dann der Downhill über abwechslungsreiches, anspruchsvolles Terrain. Die wesentlichen Fragen: Wie potent verhält sich das Fahrwerk bei groben Schlägen und tiefen Stufen? Wie gut folgt es schnellen Schlägen? Wie viel Grip bieten die Reifen, wie viel Power die Bremsen? Zu Beginn der Abfahrt steht ein flowiger Abschnitt auf griffigem Waldboden durch kupiertes Gelände. Hier zeigt sich, wie wendig die Bikes durch über flowige Trails lenken, wie leicht sie sich an Kuppen in die Luft befördern lassen und wie groß der Fahrspaß im verspielten Gelände ist.

Am Ende ist jedes einzelne Bike von mindestens drei Testfahrern ausgiebig gefahren worden. Jeder Tester dokumentiert seine Eindrücke und Erkenntnisse zu jedem einzelnen Bike-Modell auf einem standardisierten Testfragebogen. Diese Erkenntnisse werden im Team diskutiert. Herrscht zu einem Modell Uneinigkeit, geht es nochmal raus auf die Trails.

Andreas Jacob Selbstverständlich: Akribisches Setup an jedem Bike. Vor jeder Testrunde.

Darüberhinaus nutzt unsere E-MTB-begeisterte Testcrew jede freie Minute, um den Bikes Extra-Kilometer aufzubrummen. Ob Mittagspause, Feierabend oder Bike-Trip am Wochenende – ab aufs Bike und Erlebnisse aufsaugen. Neue Erkenntnisse zu den Testobjekten kommen da ganz nebenbei.

Der Labortest

Reichhöhe, Geometrie, Gewicht, Schwerpunkthöhe und Bodenfreiheit: Jedes Testbike verbringt acht Stunden im EMTB-Testlabor. Unser Anspruch: die subjektiven Eindrücke aus dem Praxistest mit objektiven Laborwerten unterfüttern. Wir lassen Fakten sprechen.

Wir ermitteln die realen Geometriedaten und verlassen uns nicht auf wenig vergleichbare Herstellerangaben. Diese Angaben werden oft aus CAD-Modellen am Computer errechnet und können von der Realität abweichen. Zudem unterscheiden sich die Messmethoden von Fall zu Fall. Wir scannen die Geometrie jedes E-MTBs Laser-geführt, so erhalten wir reale und vergleichbare Werte der Testkandidaten. Diese exakt vergleichbaren Daten können Sie zu jedem Bike im EMTB-Test nachlesen.

Markus Greber Mit der Vermessung der Bikes auf dem Geometrieprüfstand des  Prüfinstituts Zedler  beginnt das EMTB-Testprozedere.

Darüber hinaus messen wir im Labor natürlich das Gewicht. Außerdem ermitteln wir die genaue Lage des Schwerpunktes. Zum einen über die Radlastverteilung (in Längsrichtung) und über eine geometrische Ermittlung zusätzlich entlang der Hochachse. Außerdem messen wir die Bodenfreiheit, denn mancher bauchig integrierte Motor kommt dem Untergrund im stufigen Gelände gefährlich nahe. Auch die Akkugewichte erheben wir im Labor. Wer einen Zweitakku mitnehmen möchte, sollte hier besonders drauf achten.

Prüftechnik vom Zedler-Institut

Die Messtechnik im EMTB-Testlabor wird in Zusammenarbeit mit dem Zedler-Institut für Fahrradtechnik und -Sicherheit ständig weiterentwickelt. Damit tragen wir der Produktentwicklung in der Bike- und E-MTB-Branche Rechnung. Vom Zedler-Institut wurde der Prüfstand zur Ermittlung der zentralen Rahmensteifigkeit sowie der Laser-unterstützte Geometrieprüfstand entwickelt.

Markus Greber Entwickelt vom  Prüfinstitut Zedler : Auf unserem Prüfstand zu Ermittlung der Radlastverteilung werden die Gewichte für Vorder- und Hinterrad separat erfasst – dadurch lässt sich die horizontale Lage des Schwerpunkts bestimmen.

Der Testbrief zu jedem Bike

Die Kerninformationen jedes E-MTBs auf einen Blick. Bei Modellbezeichnung, Preis, Laufradgröße, Antrieb und Federweg verlassen wir uns auf die Angaben der Hersteller. Aber nur dort. Harte Fakten dagegen in der rechten Spalte: Gewichte, Geometriedaten und andere Messwerte werden auf den hauseigenen EMTB-Laborprüfständen ermittelt.

EMTB Magazin So sieht ein Testbrief im EMTB Magazin aus. Zusätzlich gibt's die Daten zur ermittelten Reichhöhe und die im Reichweitentest gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit.

Zwei besonders wichtige Messwerte haben wir in einem kleinen Kasten über die jeweiligen Bikes gepackt: die ermittelte Reichhöhe und die im Reichweitentest gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit. Mit dem roten Schieberegler unten rechts im Steckbrief beurteilen wir den Charakter eines Bikes: sportlich, oder eher komfortabel – vom Einsatzbereich und Ihrem Fahrstil sollten Sie abhängig machen, welcher Charakter besser zu Ihnen passt. Auch die Beurteilung von Handling und Sitzposition gibt Ihnen Auskunft über den groben Charakter eines Bikes. Den Abschluss des Steckbriefs bildet die Gesamtpunktzahl und das Testurteil. Doch Punkte und Messwerte können immer nur die halbe Wahrheit abbilden. Ein finales Gesamtbild gibt erst der beschreibende Text zu jedem Bike. Hier erläutern wir nicht nur Stärken, Schwächen und Praxiseindrücke, sondern zeigen auch auf, wo eventuell Tuning-Potenzial schlummert.

Themen: AkkuE-MountainbikeEMTBE-MTBLabortestTestTestsystemVideozedler


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