EMTB Test 2017: Ghost Hybrid Kato FS

Kurvenstar: Ghost Hybrid Kato FS im Einzeltest

  • Markus Greber
 • Publiziert vor 3 Jahren

Mit flachen Winkeln und einem langen Vorderbau ist Ghost Vorreiter einer neuen Trailbike-Bewegung. Kann die moderne Geometrie in allen Belangen punkten?

Die Revolution kommt schleichend und unscheinbar, in diesem Fall sogar fast ein wenig plump. Ja, auf den ers­ten Blick ist das Hybrid Kato FS nicht gerade ein ästhetisches Meisterwerk. Während andere wenigstens den Versuch machen, die unförmige Batterie im Unterrohr zu integrieren, wir diese bei Ghost einfach oben draufgesetzt. Doch das sind nur die Äußerlichkeiten. Nach den ersten paar Metern im Sattel des Bolidens aus dem niederbayerischen Waldsassen wird klar: Dieses Bike gehört zur Vorhut einer neuen E-MTB-Generation.

Dank des superflachen Lenkwinkels (66 Grad) in Kombination mit einem langen Vorderbau (Reach: 457 mm) fährt sich das Ghost extrem sicher bei Highspeed. Dank des platzsparenden Shimano-Motors konnte man die Kettenstreben mit 455 Millimetern jedoch recht kurz ausfallen lassen. Die Folge sind quirlige Lenkeigenschaften im
Singletrail. Vorne lang, hinten kurz heißt das Motto, das sich in den letzten Jahren bei den Enduro-Bikes ohne Motor durchgesetzt hat. Nachdem man sich an die leicht abkippende Lenkung bei geringer Geschwindigkeit gewöhnt hat, fühlt man sich als Mountainbiker auf diesem Bike wohl. Die Fox-34er-Gabel saugt jeden Kieselstein sensibel in sich auf, und der Hinterbau pariert mit gut nutzbaren 140 Millimetern Federweg und hervorragend abgestimmter Kinematik.

Je schneller die Fahrt, desto stabiler liegt das Bike auf dem Trail – den flachen Winkeln und dem langen Reach sei Dank. Trotzdem fährt sich das Bike spritzig und lässt sich spielerisch durch kurvige Trails dirigieren. Per Bunnyhop überfliegt man kleine Hindernisse, hier macht sich mit 21 Kilo das leichte Gewicht bemerkbar – übrigens ein Grund, warum Ghost den Akku nicht integriert. Ein entsprechend hydrogeformtes Unterrohr würde zu viel Gewicht kosten. Shimanos E8000-Motor passt mit seiner Charakteristik gut zum Bike: Im Trail-Modus schiebt der Antrieb so unauffällig, dass man glatt vergessen könnte, auf einem E-MTB zu sitzen. Im Boost-Modus ist dann genug Power für Steiles da. In sehr steilen Uphills kommt das Bike allerdings an seine Grenzen. Hier wirkt es nervös und erfordert etwas mehr Druck auf dem Vorderrad.


Fazit   Moderne Geometrie, top Kinematik, durchdachte Ausstattung – ein exzellentes Trailbike der neuen Generation. Der Preis scheint dafür mehr als angemessen.



Antrieb
Motor / Position   
Shimano Steps E8000 / Mittelmotor
Max. Drehmoment   70 Nm
Akku   Lithium-Ionen, 500 Wh
Schaltung / Übersetzung   11fach Shimano XT Di2 (32x11)
Display / Größe   Shimano / 1 Zoll


Ausstattung
Rahmenmaterial / Größen   
Aluminium / S / M / L / XL
Gabel / Dämpfer   Fox 34 Float 3 / Fox Float 3 Pos
Teleskopstütze   Kind Shock LEV
Bremse / Disc vo / hi   Shimano XT / 203 / 180 mm
Laufräder   27,5 Zoll Ghost
Reifen   Schwalbe Nobby Nic 27,5x2,8


Infos
Gewicht   21 Kilo
Federwege (v / h)   140 / 140 mm
Preis   4999 Euro
Web    www.ghost-bikes.com

Steif und sensibel: die Fox-34-Performance-Gabel. 

Schafft Bauraum: Shimanos kompakter Steps-E8000-Motor. Die Kettenstreben am Ghost sind nur 457 mm lang und machen das Bike wendig.

Ghost Hybrid Kato FS


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Schlagwörter: Einzeltest EMTB Ghost Hybrid Kato


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