Allrounder: Flyer Uproc 3.0 im Einzeltest Allrounder: Flyer Uproc 3.0 im Einzeltest Allrounder: Flyer Uproc 3.0 im Einzeltest

EMTB Test 2016: Flyer Uproc 3.0

Allrounder: Flyer Uproc 3.0 im Einzeltest

  • Stephan Ottmar
 • Publiziert vor 6 Jahren

Wer hat's erfunden? Genau, die Schweizer. Flyer schickte vor elf Jahren die ersten Pedelecs in Serienproduktion. Die Erfahrung merkt man auch Dem Uproc 3.0 an.

Im Schweizer Hutwil im Kanton Bern kennt man sich aus mit elektrisch angetriebenen Bikes. 1995 liefen hier die ersten E-Bikes vom Band. Seit Jahren besteht eine enge Verbindung zum Motorenhersteller Panasonic. Daher verwundert es etwas, dass das Uproc nun von einem Bosch-Aggregat befeuert wird. Die Ursache dürfte darin liegen, dass der neue Panasonic-Antrieb etwas später auf den Markt kommt als ursprünglich geplant. Doch der Bosch-CX-Antrieb im Uproc funktioniert hervorragend, er wirkte sogar noch etwas leistungsstärker als üblich. Leider hängt nur ein 400-Wh-Akku im Rahmen. Der begrenzt die Reichweite in Kombination mit dem starken Antrieb. Bei unserem Reichweitentest am Gardasee kam das Uproc damit lediglich auf 1085 Höhenmeter. Für die größere 500-Wattstunden-Variante verlangen die Eidgenossen 200 Euro extra. Die Vario-Sattelstütze Rock Shox Reverb ist ebenfalls aufpreispflichtig: 450 Euro. An unserem Test-Bike war keine montiert, obwohl der Einsatzbereich des Bikes geradezu danach lechzt.

Auf dem Trail sorgt das Uproc für Wohlfühl-Flair. Draufsetzen und reintreten – alles passt auf Anhieb. Die Sitzposition fällt moderat aus, das Fahrverhalten neutral. Das Fahrwerk unterstreicht diesen Eindruck: 130 Millimeter Hub stehen zur Verfügung, und die Rock Shox Revelation harmoniert gut mit dem Monarch-Dämpfer.

In anspruchsvollem Geläuf wird der Grenzbereich trotzdem schnell erreicht. Verursacher sind die für unser Empfinden unterdimensionierten Reifen: Der Schwalbe Nobby Nic ist in seiner 2,25er-Ausführung ohnehin kein Abfahrtskünstler, geschweige denn in der Pace-Star-Gummimischung. Bevor das 130-Millimeter-Fahrwerk ausgereizt ist, versalzen einem also die

Pneus die Suppe – insbesondere auf feuchten Wurzeln und Steinen. Wir meinen: Bei E-MTBs sollten die Hersteller ganz generell zu etwas breiteren Reifen greifen – der Rollwiderstand spielt schließlich eine untergeordnete Rolle.


FAZIT: ein unauffälliger Allrounder mit breitem Einsatzbereich. Limitierend wirken vor allem die Reifen. Eine Teles­kopsattelstütze und ein leistungsfähigerer Akku würden das Bike deutlich aufwerten. Kann man das für 4999 Euro erwarten? Na ja, die Schweiz ist nicht China. Und Understatement hat offenbar auch seinen Preis.

Markus Greber Draufsetzen und wohlfühlen – dem Flyer Uproc merkt man die Erfahrung der Pedelec-Pioniere an. Nur in der Reifenwahl haben sich die Schweizer vergriffen.


ANTRIEB


Motor/Position Bosch Performance CX/Mittelmotor
Max. Drehmoment 75 Nm
Akku Lithium-Ionen, 400 Wh
Schaltung/Übersetzung XT/ vorne 15, hinten 11fach (11x42)
Display/Software Bosch Nivida/Bosch


AUSSTATTUNG


Rahmenmaterial/Größen Aluminium/S/M/L
Gabel/Dämpfer Rock Shox Revelation/Monarch RT
Federweg vo./hi. 130 mm/130 mm
Teleskopstütze keine
Bremse/Disc vo./hi. Sram Guide R/180 mm/180 mm
Laufräder 27,5 Zoll DT Swiss M1700 Spline
Reifen Schwalbe Nobby Nic 2,25 Pace Star


INFOS


Modell Uproc 3 8.70
Gewicht 21,2 Kilo
Gewichtsverteilung 47 % VR/53 % HR
Preis 4999 Euro
Bezug www.flyer-bikes.com

Markus Greber Lenkwinkel, Kettenstreben, Oberrohrlänge – das Flyer zeigt keine Auffälligkeiten. Alle Maße sind in jahrelanger Erfahrung angepasst auf ein neutrales Fahrverhalten. Daher fühlt man sich auch schnell wohl auf dem Bike. 

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Themen: EMTB TestFlyerUproc


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